Und an der Skalierbarkeit. Wenn ich ein wenig Carbon capturen kann, heißt das noch lange nicht, dass ich mit der gleichen Technologie die gigantische Menge aus der Atmosphäre entziehen kann, die wir entziehen müssen.

Ich halte CCS für ein Ablenkungsmanöver: „Wir werden ganz bestimmt bald eine magische Technologie finden, um CO2 aus der Atmosphäre wieder zu entfernen, und bis wir sie erfinden werden, lohnt es sich nicht, den ganzen Aufwand für den Verzicht auf fossile Brennstoffen zu machen.“

Überraschenderweise wird CCS vor allem von Fossilunternehmen als Lösung propagiert.

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CCS kann uns ein wenig Zeit kaufen, löst aber das Problem nicht.

Das ist doch aber ein ganz anderes Thema. Hier war explizit die Frage nach CCS gestellt. Und dort gibt es mögliche Verfahren und Pilotanlagen, die man auch Recht unkompliziert auch anderswo aufbauen kann. Ich denke da beispielsweise an das Oxyfuel Verfahren, das 98% des erzeugten CO2 aus dem Rauchgas abscheiden kann.

Da wir absehbar noch ein paar Jahre Gaskraftwerke für die saisonalen Schwankungen im Bedarf benötigen, werden diese Verfahren sicherlich absehbar zum State of the Art schaffen.

Was DAC angeht, also die Abscheidung von CO2 aus der Atmosphäre, hast du sicher recht, dass da noch viel Forschung nötig ist. Aber wie gesagt, das ist ein gänzlich anderes Thema.

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Das machen die aber nicht nur in Island, sondern such in China. Es geht also auch an anderen Orten. Technisch machbar nur eben recht teuer. Für viele Anwendungen gibt es auch deutlich bessere Optionen.

Sicher funktioniert das auch außerhalb Islands. Entlang des pazifischen Feuerrings, auf den Azoren oder Kanaren etc. wird es sicher viele Stellen geben, wo man so ein Projekt umsetzen könnte. Das hilft uns in Deutschland aber nicht, CO2 loszuwerden.

Nur wie gesagt ist z.B. China nicht auf dem pazifischen Feuerring. Die Technologie an Punktquellen das CO2 einzufangen funktioniert grundsätzlich und ist prinzipiell verfügbar. Da kannst du noch so oft sagen, dass es in Deutschland nicht gehen würde.

Es gibt auch hier Prozesse, wo es nach aktuellem Wissensstand nicht ohne CCS geht. Zumindest nicht absehbar. Aber die Grund die Technologie einfach abzulehnen, weil die von @Hzz benannte Gefahr besteht halte ich für falsch.

Da stimme ich komplett zu, dass wir wo es nur geht direkt die fossilen Energieträger ersetzen. Und es geht dabei aber auch nicht nur um das S ind ccs, sondern auch um das use. Es ist inzwischen klar, dass es CCUS sein muss, weil wir in vielen Prozessen auf den Kohlenstoff angewiesen sind.

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Island liegt auch nicht auf dem pazifischen Feuerring. Und China ist ein Riesenland - da gibt’s Gebiete mit regelmäßigen Vulkanausbrüchen, Erdbeben etc. D.h. im Gegensatz zu Deutschland hat China in einigen Gebieten die Möglichkeit, die isländische Technik einzusetzen.

Ich kann nicht erkennen, dass ich das gesagt hätte. Ich zitiere mich mal selbst:

CCS bei uns heißt z.B., das abgeschiedene Gas in ehemalige Gaslagerstätten zu pumpen, wo es aus den gleichen Gründen nicht wieder raus kann, aus denen das Erdgas da vorher gefangen war (natürlich muss man dafür die Bohrlöcher irgendwie abdichten).

Die isländische Technik funktioniert bei uns nicht, weil wir keine isländische Geologie haben.

Ansonsten hatte die Anstalt das diesen Juli diskutiert (ab ca. 22:30)

Sollte es nicht in unserem Interesse sein, da global zu denken? Wenn es an anderen Stellen der Welt eine Methode ist, um effektiv CO2 aus der Atmosphäre zu bekommen, dann nutzt es uns auch. Genauso wie es uns schadet, wenn im Amazonas riesige Waldbestände brandgerodet werden.

Je näher an der Quelle man das CO2 entnimmt, desto billiger wird es. CO2 aus der Atmosphäre zu entnehmen, ist dabei die teuerste Variante. Am billigsten wird es natürlich, wenn man das CO2 garnicht erst erzeugt.

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Wiederhole mich: Es ist keine effektive Methode, um CO2 aus der Atmosphäre zu bekommen. Die Technologie funktioniert nicht in dem Maßstab, in den wir sie benötigen.

CCS ist für die Fossilindustrie das, was der gelbe Sack für die Plastikindustrie ist: Das Versprechen an die Politik, dass man Produktion und Konsum des schädlichen Produktes nicht staatlich einschränken muss, weil man die schädlichen Folgen hinterher wieder rückgängig machen kann. Die Technik muss dafür nicht funktionieren, man muss nur Öffentlichkeit und Politik davon überzeugen, dass sie funktionieren könnte.

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Klingt für mich nach schwarz/weiss denken. Wenn es nicht die Lösung für alle Probleme ist, dann brauchen wir auch nicht darüber nachdenken. Das E-Auto ist auch nicht die Lösung für alle Probleme, trotzdem ist es ein wichtiger Baustein. Und wenn CCS bei einem CO2 Preis von 200$/t wirtschaftlich funktioniert, why not.

CCS ist eine Nebelkerze um zu verschleppen und zu verunsichern. Wie eFuels, Fusionskraftwerke, Verwendung von Wasserstoff fürs Heizen.

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Das Problem ist immer, dass solche Projekte natürlich gefördert werden müssen.
https://www.foerderdatenbank.de/FDB/Content/DE/Foerderprogramm/Bund/BMWi/bundesfoerderung-decarbon-bik-Mod2.html

Ich wäre heilfroh, wenn wir eine heute verfügbare Technologie hätten, mit der wir die Atmosphäre zurück auf 350ppm kriegen.

Ich sehe keinen Anlass für eine Diskussion über Graustufen. CCS wird von der Fossilindustrie systematisch als Methode benutzt, um die Energiewende und staatliche Eingriffe in das eigene Geschäftsmodell zu verzögern. Hierzulande sehe ich Anzeigen von verdammten Fossilunternehmen, in denen sie über ihre Forschung über CCS für den Fortschritt werben - Greenwashing und das falsche Versprechen, dass die Fossilindustrie Teil der Lösung für die Klimakatastrophe sei, während sie im Hintergrund Trump und AfD fördern.

Weil es so schön zum Betreff des Threads passt: „Technologieoffenheit“ ist in der Politik ein Synonym für Prokrastination. Entscheider schwärmen immer dann von Technologieoffenheit und heute noch fiktiven, aber dank toller Innovationen ganz bestimmt bald verfügbaren Lösungen, wenn sie sich heute nicht auf einen Lösungsansatz festlegen wollen.

Wir hatten jahrzehntelange Technologieoffenheit. Verschiedene Lösungsansätze lagen bereits im Wettstreit und wir können heute vergleichen. Ich habe vor 20j schon von CCS als mögliche Lösung gehört, aber sie hat nicht geliefert. Und deshalb kann man sich heute auch mal festlegen.

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Ich fände interessant zu verstehen, wie sich dieser Preis auf Investitions- und Betriebskosten verteilt. Denn am Ende gibt es für Gaskraftwerke eine Reihe von Anwendungsmöglichkeiten mit unterschiedlichen Volllastundenzahlen. Für typische Spitzenlastkraftwerke, wie wir sie heute kennen wird CCS höchstwahrscheinlich zu teuer sein. Aber wie ist das bei Backup- und Reservekraftwerken? Wenn wir beachten, dass wir es in der Zukunft gleichzeitig mit volatilen erneuerbaren Energien zu tun haben werden und gleichzeitig ein Netz haben möchten, dass robust gegenüber Störungen und hybriden Angriffen sein soll, dann könnte ich mir vorstellen, dass wir einige solcher Kraftwerke brauchen könnten. Ob hier dann ein Wasserstoffbasiertes System oder eines mit Erdgas und CCS wirtschaftlicher ist, hängt davon ab, wie massiv die CCS Kosten ansteigen, wenn die Anlage nur ganz wenige Volllaststunden hätte. Alternativ könnte man in so einem Fall auch DAC verwenden, da hätte man das Problem mit dem Volllaststunden nicht, weil Emissionen und Capturing ja nicht zeitgleich passieren müssten.

Weil es neue Risiken birgt und noch gar nicht wirklich effizient ist.

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Effizienz ist wie gesagt eine Frage der Anwendung. Und tatsächlich sind einige Techniken (z.B. zur saisonalen Speicherung) heute noch nicht effizient genug. Daher brauchen wir ja Forschung und Entwicklung.

Wenn wir das als Problem ansehen, dann ist die Notwendigkeit hier Forschungsgelder zu investieren um so größer. Denn dass wir signifikante Mengen an CO2 irgendwie werden speichern müssen (und das ist ja der gefährliche Teil) ist ja kaum umstritten.

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Die günstigste CCS Methode ist Aufforstung :wink:

CCS ist keine neue Idee. Gabs schon bei Vattenfall vor 10 Jahren für ihre Kohlekraftwerke. Ich erinnere mich, dass es damals hieß, dass man für 2-3 Kohlekraftwerke mit CCS 1 weiteres bräuchte, um die Energie dafür bereitzustellen. Wenn wir CCS bei Gaskraftwerken machen wollten, bräuchten wir zu diesem Zeitpunkt, wenn sie laufen (also dann, wenn EE sowieso schon nicht ausreichen) nochmal mehr Energie. Klingt für mich nicht sinnvoll, auch wegen der Kosten. Die Gaskraftwerke sollen ja sowieso auf H2 umgerüstet werden. Ob die Kraftwerksstrategie von Habeck jetzt noch kommt oder ob die Union wieder Atomkraftwerke baut wird sich zeigen (mEn wird nie wieder AKW in Deutschland gebaut. Was die Union als Alternative hat, kA).

Selbst das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung und der IPCC sieht CCS aus Biomassekraftwerken als eine Lösung an, um effizient wieder CO2 aus der Luft zu bekommen. Das ist aber auch nur eine Konsequenz daraus, dass wir es bisher nicht hinbekommen haben, die Emissionen runterzufahren und man jetzt zu solchen Lösungen greifen müsste.

In Deutschland brauchen wir CCS vor allem erstmal für Industrieprozesse, die sich einfach chemisch nicht dekarbonisieren lassen, wie die Zementherstellung. Ob sich da dann noch andere Industrie anschließen kann wird sich zeigen und denke ich über den Preis selbst regeln.
Es sollte in jedem Fall keine Lebensverlängerung für fossile Kraftwerke werden, da wie @Christoph schon gesagt hat, entstehen wohl deutlich höhere Emissionen bei der Erdgasförderung und Transport, als wünschenswert. Das wird dann alles nicht abgeschieden.

Auf EU Ebene wird das ganze im Rahmen des ETS diskutiert. Der kennt aktuell ja nur Emissionen. Es wird in nächster Zeit geklärt werden müssen, ob es auch negative Zertifikate geben wird, die z.B. aus CCS stammen können (hier dann aber rein logisch nur CCS aus der Luft und nicht aus der Abluft eines Kraftwerks).

Vielleicht müssen wir uns zunächst auf eine Definition von CCS einigen.
Wenn wir der Wikipedia Definition [1] folgen, dann geht es dabei darum, CO2 aus industriellen oder energietechnischen Prozessen abzuschneiden und zu speichern. Beim Aufforsten würde CO2 außer Luft gezogenen (DAC) und gespeichert. Ich denke es besteht kein Zweifel, dass wir letzteres brauchen. Bei CCS im Grundsatz auch nicht. Es herrscht nur Uneinigkeit darüber für welche Prozesse. Konventionelle fossile Kraftwerke so zu dekarbonisieren erscheint nach allem, was wir dazu wissen halt relativ ineffizient.
Was das aber zeigt ist: eine Technologie CO2 im großen Maßstab möglichst risikofrei zu speichern brauchen wir in jedem Fall. Insofern macht es auch Sinn zumindest daran öffentlich gefördert zu forschen.

[1]

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Wieviel Energie bleibt denn noch übrig, wenn ich die Wärme und den Strom, den ich für CCS brauche vom Kraftwerksertrag wieder abziehe? Was kostet denn dann die Kilowattstunde Strom? Ist da die regenerative Kilowattstunde nicht viel billiger?
Was machen wir mit den gewaltigen Mengen CO2, die dann irgendwohin müssen?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass das für etwas anderes als ein paar Reservekraftwerke Sinn macht.