Dann muss es aber bestenfalls als ein Automatismus sein der gar nicht verabschiedet werden muss sondern langfristig z.B. durch Kopplung an die Inflation festgelegt ist.

Dass es auch aktuell Potential zur Einflussnahme durch die Politik gibt und man sieht, dass die Politik das jetzt auch nutzt ist in meinen Augen kein Argument dafür, dass eine solche Möglichkeit potentiell vergrößert werden könnte sondern eher ein Argument dafür, dass man diesen Einfluss auch aktuell verringern müsste.

Sie sind eben nicht staatlich sondern öffentlich rechtlich finanziert.

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Die ÖRR sind Beitragsfinanziert, nicht Steuerfinanziert. Für unseren GEZ Beitrag, erhalten wir eine direkte und zweckgebundene Leistung.

Steuern sind dagegen wie Wasser, es kann überall hinfliesen.

Den Umweg mit der GEZ, geht man um direkte politische Einflussnahme von politisch Handelten zu verhindern.
Siehe Ungarn, hier wurde der steuerfinanzierte ÖRR inzwischen zum Staatspropaganda Sender.

Der Rundfunkrat, bestimmt die Programmgestaltung und Ausrichtung der Sendeinhalte in Deutschland.

Dieser wird von Vertretern von Kirchen, Gewerkschaften aber eben auch von Parteien besetzt.

Insofern lässt sich grundsätzlich schon über die Neutralität des Rates streiten.

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Ich schreib das mal hier rein, weil es thematisch hier am besten passt:

Das vollmundige Versprechen, dass Bezos gab, als er die WP kaufte, war also offenbar eine Lüge. Wieder einmal zeigt sich: Egal was die Besitzer von Medienhäusern, Verlagen usw. versprechen, wenn es hart auf hart kommt, knicken sie ein.

Das zeigt wie wichtig finanziell unabhängige, öffentliche Medien sind.

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Man weiß nicht, ob es einknicken oder Absicht ist. Es gibt einige Milliardäre, die Trump explizit unterstützen. Aus dieser Perspektive ist es dann kein Einknicken, sondern das direkte Ausnutzen ihrer wirtschaftlichen Macht.

Das gleiche gilt übrigens auch für die LA-Times, bei der der Eigentümer (Millardär Patrick Soon-Shiong) der Redaktion untersagt hat, ein Endorsement für Kamala Harris zu veröffentlichen.

Naja man stelle sich vor, eine Zeitung würde in Deutschland eine Wahlempfehlung ausprechen.

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was dann los wäre.

Natürlich ist das US- Wahlsystem nur minimal mit dem Deutschen zu vergleichen, auch ist der Journalismus in den USA deutlich Tendenzieller als hierzulande.

Neutralität bei einer Wahl würde ich trotzdem erstmal nicht als etwas schlechtes ansehen.

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Wahlempfehlungen in D hat die Financial Times Deutschland in den 2000ern mal gemacht, wenn ich mich nicht völlig irre.

Der Punkt ist nicht, dass Neutralität grundsätzlich was schlechtes wäre (Diese Praktik grundsätzlich abseits von Wählen vielleicht mal zu hinterfragen wäre wahrscheinlich keine schlechte Idee). Die Endorsements waren vorher bei beiden Zeitschriften (und allgemein in den USA) seit Jahrzehnten einfach Normalität.

Es geht hier aber darum, dass es erstens eine Woche vor der Wahl ist, zweitens eine Wahl mit nur einer demokratischen/rechtsstaatlichen Kandidatin ist und insbesondere drittens genau bei den zwei Zeitungen passiert ist, die vorher von Billionären aufgekauft wurden die mit Trump sympathisieren.
Bei der LA Times war es direkt auf Befehl des Eigentümers, bei der WashPost war es entweder auf Befehl von Bezos oder auf Befehl des von ihm eingestellten Chefredakteurs. Diese Einflussnahme auf die journalistische Unabhängigkeit ist das Problem.

Ich verstehe gerade nicht so ganz was der Punkt ist. Auch in Deutschland sind Zeitschriften tendenziell eher gewissen Lagern zuzuordnen, auch ohne das vor Wahlen explizit eine Partei empfohlen wird.

Amerika ist halt wie bei vielen Dingen einfach extremer in dem Aspekt. Das in Amerika ein fast purer Kapitalismus im Hintergrund die Fäden in der Hand hält oder zumindest sehr starken Einfluss hat, sollte eigentlich niemanden überraschen.

Explizit spricht das Beispiel ja für einen unabhängigen ÖRR, aber sagt nichts über die Höhe oder die Art der Finanzierung, welche hier in dem Thread doch das eigentliche Thema ist :thinking:

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