Unter Nazis will man seine Kinder ja auch nicht aufwachsen sehen.
Nehmen wir mal an, in Brandenburg, Sachsen und Thüringen wäre der potenzielle Wählenden-Anteil unter adoleszenten Wahlberechtigten etwa gleich hoch.
Brandenburg repräsentiert einen Anteil von 29,2 %, Sachsen von 46,4 % und Thüringen von 24,4 % aufs Gesamt dieser drei Bundesländer.
In der jüngsten Wählenden-Gruppe lag der Anteil der rechtsextremen AfD in Brandenburg bei 31 %, in Sachsen bei 31 % und in Thüringen bei 38 % (vgl. infratest dimap/ARD).
Rechnerisch wählten dann im Schnitt dieser drei Länder in der Gruppe der Unter-25-Jährigen 32,7 % die rechtsextreme AfD - also fast ein Drittel.
Der AfD-Wählenden-Anteil ist bei den Gering- bis Mittelgebildeten noch einmal deutlich höher als bei Höhergebildeten. Allerdings sind Höhergebildete seltener.
Wenn man also in den drei genannten Ländern von einem Drittel der Berufsschüler:innen ausgeht, das die rechtsextreme AfD gewählt hat bzw. wählen würde, ist das noch eine recht konservative Schätzung.
Und jetzt schreibst du, dass neun von zehn deiner Schüler:innen „grundsätzlich unproblematisch“ seien.
Bei der Europawahl entsprach der Anteil der Unter-25-Jährigen, der die rechtsextreme AfD gewählt hat, dem Durchschnitt der AfD-Wählenden in allen Altersgruppen.
Deine zehn Prozent Problemfälle würden somit noch unter dem westdeutschen Durchschnitt liegen.
Trotz regionaler Varianz beim AfD-Wählendenanteil mag ich das nicht so recht glauben, denn deine AfD-Wählendenquote läge damit selbst unter der von Potsdam, wo von den Wahlkreisen der erwähnten Länder bei der Europawahl besonders wenige die rechtsextreme AfD gewählt haben.
Du hast ja den Fall in Burg dankenswerterweise selbst angesprochen (s. o.).
Was war dort u. a. das Problem? Eine Schulleitung und ein wesentlicher Teil des Lehrer:innenkollegiums, die sich weggeduckt haben, anstatt das virulente Nazi-Problem an ihrer Schule ordentlich und mit vereinten Kräften anzugehen.