Für mich war das Interview mit ihm ohnehin nicht besonders wertvoll, oder? Was außer seiner Prominenz konnte er denn inhaltlich bereichernd beitragen, das nicht von den Hosts oder einem anderen Gast kenntnisreicher hätte beantwortet werden können (also im Sinne von „Lage der Nation“ nicht „Was wir von einem bekannten Showmaster immer schon mal wissen wollten“)? Da wo es hätte interessant werden können (Zustand der Medien) verlief sich mMn das Gespräch im reichlich unkonkreten Nebel. Als Geburtstagsaktion ganz nett, aber als Interview?
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MarkusS
22
Mal ganz unabhängig ob man das mit der schlechten Stimmung jetzt für ein überzeugendes Argument hält, ist das etwas, das man über die Gäste- bzw. Themenwahl steuern kann. Klar kann Böhmermann ziemlich hässlich und gleichzeitig schlagfertig reagieren, wenn man ihn ernsthaft kritisiert - insofern ist das mit der Stimmung sicher nicht weit hergeholt - aber was m.E. gar nicht geht ist ein kontroverses Thema anzusprechen, dann aber nicht nachzuhaken, wo dies angebracht wäre. Warum das so ist, kann man gut sehen, wenn man das Prinzip mal auf die Spitze treibt. Wenn z.B. Fox News einen Klimawandel Kritiker einlädt, ihn mit Kritik konfrontiert, dann aber sein Geschwurble einfach so stehen lässt, dann kommt das - gewollt oder nicht - so rüber, als ob die Aussage den „journalistischen Check“ bestanden hat. Und dieses Prinzip gilt eben nicht nur für ganz platte Fake News sondern auch für Kontroversen, die vielleicht man am Ende unter Abwägung aller Pros und Cons gut finden kann - die aber ja keinesfalls so einfach sind, wie Böhmermann sie hier weitgehend unwidersprochen darstellen kann.
Wenn man also eine Kuschelrunde mit Böhmermann möchte, dann kann man ja gerne mit ihm über die Öffentlich Rechtlichen im Allgemeinen und das Wetter sprechen. Dann kommt - und zwar zu Recht - sicher die Kritik, dass man die Kontroversen nicht angesprochen hat. Finde ich aber immer noch besser als den Eindruck entstehen zu lassen, dass alles was Böhmermann da von sich gibt völlig schlüssig ist. Und da geht es gar nicht darum jede Aussage anzugreifen sondern eben nur die zentralen (siehe entsprechende Diskussion zum Voigt Interview). Und am Ende ist es ja auch die freie Entscheidung der Hosts dieses Interview vor Publikum oder in einer der zahlreichen anderen Sendungen zu führen.
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shebang
23
Es gibt dann wohl such nicht die Streamer / Influencer….
Aber ich muss sagen, ich habe die Sendung anders verstanden… Es ging doch um die Räume, die Gamer, Game Streamer, Game Influencer nutzen um sich mit entsprechenden Gedankengut auszutauschen bei Steam etc…. Ich denk man hatte hier den Fokus auf der Gamer Szene und was sich dort abspielen kann. Treated wie jede andere Bubble mit seltsamen Ansichten auch….
Ich teile deine Punkte nicht völlig, habe aber auch das Bauchgefühl verspürt, dass man mit dem Jan auch anders hätte umgehen können/sollen. Ob ich das Interview in diesem Kontext anders geführt hätte könnte ich aber auch nicht beantworten.
Falls man Hessentalers Worte glauben kann (was ich größtenteils tue), ist das was Jan abgezogen hat einfach ein riesen Fehler gewesen den er selbst nie abgeräumt hat. Im allgemeinen finde ich den Böhmi zunehmend unangenehm.
Harald Schmidt war auch mal gut…
Ist das nicht das Konzept der Sendung?
pbf85
26
Die Frage ist ob in einer Zeit in der Menschen mehr und mehr vertrauen in die Politik verlieren dieses Skandalisieren bei allen Themen mehr erreicht als Aufmerksamkeit zu erhaschen. (Oder ist überhaupt nur das das Ziel?)
Ich erinnere mich da z.B. an eine Folge über Wasserpreise Industrie vs Haushalte, da wurde der Trinkwasserpreis von Haushalten mit dem Grauwasserpreis der Industrie verglichen. Dass die Industrie hier häufig noch selbst die Kläranlage betreibt um Wasser später wieder zurückleiten zu dürfen wurde nichtmal erwähnt.
Und so wurde ein Thema welches bei obkjektiver Betrachtung kein Skandal ist zum Skandal hochstilisiert.
Dieses Konzept verfolgt seit Jahren schon im BR auch Quer. Immer wenn ich einen Fall kenne fällt mir auf wie viel da weggelassen wird um den Sachverhalt möglichst skandalös darzustellen. Dabei wären viele Fälle sogar ohne dieses Skandalisieren für zumindest ein Kopfschütteln und Unterhaltung gut, weil sie zum Teil skurril sind, aber man kann halt dann keinen eindeutigen „Schuldigen“ mehr bieten.
Das heißt natürlich nicht, dass man in solchen Formaten nicht Themen hat wo das skandalisieren durchaus ein geeignetes Mittel zum Zweck (Aufmerksamkeit für das Thema) sein kann. Nur sehe ich insbesondere im ÖRR auch Verantwortung dafür hier nicht in Falschinformation abzugleiten.
Und es mag sein, dass Böhmermann kein Journalist ist, er wird aber die Sendungen kaum alleine recherchieren.
Vielleicht wäre ja mal eine kritische Auseinandersetzung mit der Art von Formaten in Form eines Interviews mit einem Medienexperten interessant.
Ein „Roast“ von Böhmermann im Interview dagegen war eher nicht nötig und hätte wohl wenig Substanzielles hervorgebracht.
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Letztendlich ist es clickbait im linearen Fernsehen mit einer Prise Humor (Geschmacksache). Mein Programm ist es nicht. Eine meist sachliche Darstellung von Problemen, wie auch in der Lage, liegt mir mehr.
Mir war der „sportliche“ Charakter des Umgangs mit Rechtsstreitigkeiten ebenfalls negativ aufgefallen. Klagen werden sich vermutlich nie ganz vermeiden lassen. Allerdings sollte das doch dazu führen, dass man einen besseren Job macht bzw. auch den Stil anpasst.
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