Definitiv! BEVs sind Stand heute die einzige realistische Perspektive für einen CO2-freien Individualverkehr (was ja das Ziel ist). In anderen Bereichen (ÖPNV, Fracht, etc.) haben andere Antriebsarten auch ihre Berechtigung, jedenfalls aktuell.
Sehr. Technologisch sind eigentlich alle schwierigen Fragen geklärt. In China (größter Automarkt weltweit und nicht gerade ein Land mit extrem hohen Einkommen) sind mittlerweile knapp 40% der Neuzulassungen BEVs.
Anders als manchmal behauptet wird ist auch die Ressourcensituation kein grundlegendes Hindernis. Ich hatte mir das vor einiger Zeit mal angeschaut und selbst wenn wir bei der heute verwendeten Batterietechnologie bleiben (was nicht der Fall sein wird), sind ausreichend Reserven an Lithium, seltener Erden und Kupfer vorhanden.
Die größte Herausforderung ist eigentlich die nötige Energiewende. Aber BEVs wären auch dann energieeffizienter als Verbrenner, wenn wir sie mit Strom aus Gas- und Kohlekraftwerken laden würden anstatt aus Wind und PV (wie es im Idealfall passieren sollte).
Die zweite Herausforderung ist der Preis. Hier demonstriert aber wieder mal China, dass der vergleichsweise Hohe Neupreis von BEVs vor allem auf die Produktentscheidungen und fehlende Innovation westlichen Hersteller zurückgeht, nicht auf technische Limitierungen. Und in den Gesamtkosten (also Kauf, Wertverlust, Treibstoff, Versicherung, Steuer, etc.) sind viele BEVs schon heute günstiger als vergleichbare Verbrenner.
Aus Sicht der CO2-Emissionen stimmt das nicht. Praktisch jeder Verbrenner emittiert so viel CO2, dass es besser ist den Verbrenner wegzuschmeißen und stattdessen ein neues BEV zu nutzen. Die CO2-Emissionen aus der Produktion des BEVs sind innerhalb von ein paar Jahren wieder drin, selbst wenn man den normalen Strommix berechnet und nicht reinen Ökostrom.
Alles in allem betrachtet, sind E-Autos dennoch schon heute klimafreundlicher als Verbrenner. Zwar nicht sofort, wenn man einen Neuwagen kauft, aber über die gesamte vermutliche Laufzeit des Wagens. Wobei sich auch da die Situation stetig verbessert. In eine Studie des ADAC hieß es noch vor vier Jahren, dass Elektroautos erst nach rund 120.000 gefahrenen Kilometern klimafreundlicher seien als Benziner. Vor wenigen Monaten wurde diese Studie erneuert. Nun heißt es darin, dass E-Autos nach 50.000 Kilometern klimafreundlicher seien, bei der Verwendung von Ökostrom bereits nach 25.000 Kilometern.
Bleibt natürlich die Frage, was mit den alten Verbrennern passiert. Eine Vernichtung (à la Abwrackprämie) scheint aktuell unrealistisch und irgendwie auch unpassend. Die Verschiebung in andere Länder ist aus CO2-Erwägungen auch nicht optimal, aber ehrlich gesagt nicht so schlecht, wie es viele ausmachen. Es ist extrem unrealistisch, dass BEV sich z.B. in Nigeria in den nächsten 10 Jahren stark durchsetzen. Entsprechend würde dort so oder so Verbrenner gekauft werden. Da wäre es vorteilhafter, wenn es unsere gebrauchten Verbrenner sind und wir uns stattdessen alle BEV zulegen.