LdN 386 - Analyse der Ergebnisse der Europawahl

Das sind tatsächlich legitime Punkte die für Volt und gegen die Grünen sprechen. Also alles andere als Protestwählen, sondern rein inhaltliches wählen. Ehrlich gesagt: Auch Volt statt die GRÜNEN zu wählen, weil die Grünen „nicht progressiv genug seien“, ist doch kein Protestwählen, sondern ein inhaltliches wählen.

Ich glaube, an diesem Punkt müssen wir wirklich mal diskutieren, was wir mit „Protestwählen“ überhaupt meinen. Protestwählen heißt für mich, dass Menschen entweder eine radikale, systemfeindliche oder eine dadaistische Partei wählen, weil sie sich vom etablierten Parteienspektrum nicht vertreten fühlen. Und das trifft auf Volt nicht zu.

Wie man an diesem Thread über den Euro-Party-Check sehen kann, waren die Ergebnisse beim Wahl-o-Mat bei allen Parteien außer den Freien Wählern bei mir sehr nachvollziehbar.

Das bestätigt sowohl deine Beobachtung bezüglich der „Freien Wähler“ (also dass der Wahl-o-Mat, was die FW betrifft, sehr problematisch ist, weil die FW hier scheinbar Antworten gegeben haben, die nicht ihrem politischen Profil entsprechen), aber es bestätigt auch, dass Volt und GRÜNE nicht nur im Hinblick ihrer Antworten im Wahl-o-Mat nahe beisammen liegen, sondern auch im Hinblick auf ihre Einordnung durch Experten.

Das zeigt eben vor allem, dass
a) Volt eine neue Partei ist, die nicht darauf bauen kann, dass jeder sofort zumindest grob weiß, worum es ihr geht
und
b) Dass es ein großes Interesse an der Partei in deinem Bekanntenkreis gab.

Beides spricht weder gegen Volt, noch dafür, dass Volt als „Protestpartei“ gewählt wurde.

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