Und genau so muss man CCS auch behandeln. Als Technologie, die einen Beitrag leiste kann für den Umgang mit unvermeidlichen Emissionen, also eine nach Möglichkeit recht kleine Nische. Unter der Fahne Technologieoffenheit wird es aber gefühlt als Ersatz für Emissionsminderungen verkauft, weil man damit alle fossilen Kraftwerke grün bekommt. (zugespitzt)

Genau. Und wenn man ein dringendes Problem hat, ist es tatsächlich ratsam auf die verfügbaren Lösungen zu fokussieren.

Wenn Dein Tank leer und vor Dir die Ausfahrt ist zur letzten Tankstelle vor 500 km Wüstendurchfahrt, fährst Du auch nicht dran vorbei in der Hoffnung dass vielleicht ja doch noch eine günstigere Tankstelle kommt, die aber noch nicht ausgeschildert ist.
Wunschdenken ist einfach keine sinnvolle Alternative zu einer als notwendig erkannten Maßnahme.

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Jetzt geht es etwas durcheinander.
CCS ist eine Technologie zur Dekarbonisierung von industriellen Prozessen.
Die entsprechende Technologie für Negative Emissionen ist Direct Air Capture and Storage DAC+S. Es ist aber nicht die einzige Möglichkeit für negative Emissionen. Da gibt es zB auch Sequestrierung und Wiederaufforstung.

Ich habe mich da unvollständig ausgedrückt. Technologie hat auch aus meiner Sicht eine überragende Bedeutung für die Lösung der anstehenden Probleme. Ich befürworte sehr, dass an allen Möglichkeiten geforscht wird und eine massive Fokusverschiebung aller Menschen mit relevanten Kenntnissen zum Thema stattfindet. Ich würde auch befürworten bei Konsumartikeln einen sofortigen Entwicklungsstopp zu verordnen für alle Features und Themen die nicht direkten Einfluss auf die Nachhaltigkeit des Produktes haben.

Wenn aber der Eindruck vermittelt wird, wir könnten alles genauso machen wie bisher und könnten durch Technologie die Klimakrise lösen, dann wird den Menschen Sand in die Augen gestreut.

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Das stimmt so allgemein nicht. Zitat Umweltbundesamt:
„Ziel der unterirdischen Speicherung von Kohlendioxid (CO2) ist die Verringerung von CO2-Emissionen in die ⁠Atmosphäre⁠. Das zu speichernde ⁠CO2⁠ kann entweder aus fossilen Energieversorgungsanlagen, aus Industrieanlagen, dem Einsatz von ⁠Biomasse⁠ zur Energieerzeugung, aus Müllverbrennungsanlagen oder direkt aus der ⁠Atmosphäre⁠ stammen.“

Das stimmt natürlich. Quantitativ reicht das gemäß der Szenarien die ich kenne, allerdings nicht aus.

Und das ist ja der Denkfehler. Es steht jedem frei, in seinen Entwicklungsbüros zu forschen und wenn eine gute Idee dabei rauskommt, wird keiner sagen: ne, wollen wir nicht.
Wenn nun 2029 ein Sprit entwickelt wird, der mit wenig Aufwand nahezu unendlich produziert werden kann und keine Emissionen erzeugt, wird die EU bestimmt nicht sagen: ne, Verbrenner sind jetzt verboten, das Thema ist durch.
Wer aber Technologieoffenheit sagt, schaut auf Fördergelder und die sollte man doch lieber dort einsetzen, wo sie vermutlich etwas bringen.

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Fehlt da vielleicht ein „nur“?
Also „nur“ mit Eigenverantwortung geht es nicht, klar. Allerdings besteht auch immernoch diese „wasch mich aber mach mich nicht nass“-Haltung in vielen Köpfen. „Der Staat“ soll das regeln, aber sobald er anfängt mal was zu regeln gehen sofort die Barrikaden hoch, egal ob mit Ordnungspolitik (Gebäudeenergiegesetz aka Heizungsgesetz) oder mit Wirtschaftspolitik (Agrardiesel). Darauß schließe ich: eine effektive staatliche Regelung funktioniert dann, wenn es eine kritische Masse von Leuten gibt, die die Regeln unterstützten, und war ohne dass sie dazu gezwungen werden. Wenn es genügend Menschen mit einer intrinsischen Motivation zum Klimaschutz gibt können diese die anderen überzeugen. Da kommt dann die Eigenverantwortung ins Spiel: wenn genügend Menschen die Verantwortung, die sie tragen, auch annehmen, und das in der Gesellschaft auch spürbar machen, dann haben solche einschneidenden Regelungen auch eine Chance auf Erfolg. Da spielt nämlich auch rein, dass die Menschen die Regeln/Gesetze nicht isoliert betrachten: viele richten sich nach der Bewertung auch einfach nach der Masse.

Es gibt also auf keinen Fall ein „jeder ist seines eigenen Glückes Schmied“, aber auch kein „nur der Staat kann das alleine regeln“.

Eigenverantwortung zu übernehmen hab aber btw. nicht nur psychisch einen schönen Effekt (es ist ein tolles Gefühl, Verantwortung für das eigene Handeln zu übernehmen und sich selbst am Abend sagen zu können, dass man ehrlich nach dem besten Wissen und Gewissen gehandlet hat), sondern:

Das mag für die heutige Gesellschaft teilweise stimmen, aber nimm mal einen Menschen, der heute geboren wird, vielleicht dein Kind, Enkel, Neffe, Nichte, und denk 20 Jahre in die Zukunft. Wenn du diesem Menschen dann „von damals“ erzählst, und dieser Mensch fragt dich dann, was du denn getan hast, um zur Problemlösung beizutragen, dann wird es den nicht interessieren, welche tollen Verträge und Absichtserklärungen wir alle gezeichnet haben und welche Ausreden wir uns ausdachten. Sondern einzig und alleine das Tun und Nicht-Tun wird zählen, der Rest ist dann Geschichte.

Wenn der Staat sich immer daran halten würde, würden wir heute noch unsere Schnitzel in einer Wolke von Zigarettenqualm genießen. Manchmal muss man es auch einfach durchziehen und das Volk gewöhnt sich dann schon an die neue Situation.
Heute könnte sich keiner mehr vorstellen, das Nichtraucherschutzgesetz wieder abzufschaffen.

Keiner wird den Enkeln später erzählen, dass er damals die AFD gewählt und Klimaschützer Ökofaschisten genannt hat.
Wie im dritten Reich: plötzlich waren alle im Widerstand, haben einen Juden versteckt und furchtbar gelitten, dass die Mitbürger alle mitgelaufen sind.

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Der Vergleich zum Klima hinkt allerdings insofern, als das beim Rauchverbot der Nutzen ab dem Tag der Umsetzung spürbar war.
Bei vielen Klimamaßnahmen würde man aber erstmal nur seinen veränderten Lebensstil sehen und viel würden spürbaren Vorteil nichtmal mehr erleben.
Deshalb würde ich sagen, dass es schon eine kritische Masse braucht. Und die Frage die mich pessimistisch zurücklässt ist, wie die sich bilden soll bei der Medienlandschaft die wir haben und unserem Bildungssystem.

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Es gibt durchaus Dinge, die den Lebensstandard schnell heben.
Tempolimit, autofreie Zonen, Grünflächen und Bäume, gesunde Flüsse und Seen.

Damit der Platz multifunktional bleibt, sollen keine festen Einbauten im Platz vorgenommen werden[…]Eine Beschattung soll durch Sonnensegel der hohen Aufheizung durch die Versiegelung entgegenwirken. Sie sollen über die gesamte Marktfläche mit einer Breite von circa 16 Metern gespannt werden und portable Bäume tragen zur Klimaoptimierung bei und erhalten dennoch die Flexibilität der Platznutzung.
https://www.deggendorf.de/rathaus/politik/stadtrat/beschluesse/stadtrat-23-10-2023

Man könnte natürlich auch so schräge Dinge machen und statt Pflanzkübeln echte Bäume pflanzen😆

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Als das Gesetz eingeführt wurde war nur etwa jeder fünfte in Deutschland Raucher: Statistik zur Anzahl der Raucher in Deutschland | Statista

Man stelle sich vor, 80% der deutschen wären Veganer…
Spaß beiseite, vielleicht lässt sich sogar eine Lehre daraus ziehen: auch bei und gehen ein großer Teil der Emissionen ja auf das Konto einer kleinen Gruppe, für die die FDP mutmaßlich schwerpunktmäßig Politik macht.
Vielleicht wäre hier kommunikativ ein Ansatzpunkt.

Da haste schon recht, aber jeder kann jetzt für sich entscheiden, ob man seine Enkel später anlügen muss.

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Die Sache ist aber, wenn Verbrenner verboten sind, forscht ja eben keiner mehr an diesem Sprit, dann wird es sicher nichts (vielleicht in China). Meines Wissens nach ging es bei Technologieoffenheit auch nie darum, dass man 2035 noch Diesel fährt, sondern nur Verbrenner zugelassen sein sollen, die CO2 neutral sind. Dann lohnt es sich eben auch noch, in Forschung zu investieren.

Aber es ging doch nie darum, Verbrenner zu verbieten. Hör doch bitte auf, dieses Framing von rechts zu übernehmen. Journalisten aus Brüssel haben ausführlich berichtet, dass man dieses Gesetz überhaupt nicht mit einem Verbrenner Aus gleichsetzen kann.
Du musst doch zugeben, dass sich das einfach nur besser verkaufen lässt an das eigene Wählerklientel, weil es eben ein sehr emotionales Thema ist. Das muss dir doch auffallen?

Es ging in dem Gesetz von Anfang an darum, dass es keine Neuzulassungen mehr gibt, aus deren Auspuff CO2 kommt und das ab 2035. Niemand verbietet den Verbrenner. Das war politisches Kalkül um schön das rechte Narrativ zu füttern, die linksgrün versifften Ökospinner wollen euch alles verbieten und euer Auto wegnehmen. Betrachte das doch bitte etwas differenzierter.

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Kannst du bitte mal eine Quelle zum Verbrenneraus posten? Es geht eigentlich nur darum, dass kein CO2 ausgestoßen werden darf. Verbrenneraus ist nur ein nützliche Lüge aus dem populistischen Lager.

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Genau das schreibe ich doch. Wenn du das so siehst, dann scheinen wir ja mit Verbrenneraus und Technologieoffenheit das gleiche zu meinen :slight_smile:

Wenn wir einen CO2-neutralen Kraftstoff entwickeln, dann sollten wir den in Flugzeuge und Schiffe und nicht in Autos stecken. Denn die ersten beiden können wir nicht mit Batterien betreiben. Die Entwicklung eines derartigen Kraftstoffes wird durch den Neuzulassungsstop für Verbrennermotoren nicht gehemmt. Sehr wohl aber durch die Debatte darum, eine veraltete Technologie künstlich am Leben zu erhalten.

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Ich verstehe den Zusammenhang noch nicht ganz. Warum glaubst du denn, dass hier an klimaneutralen Kraftstoffen nicht mehr geforscht werden würde, wenn ab 2035 aus dem Auspuff von Neuzulassungen kein CO2 mehr kommen darf?
Das ist doch dasselbe wie beim AKW aus. Nur weil die AKWs hier ausgelaufen sind, ist die Forschung daran doch nicht gänzlich eingebrochen (gefährliches Halbwissen, aber kann es mir nicht vorstellen.)?

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In dem Fall sage ich das ja nicht. Ich glaube aber, dass nicht oder weniger geforscht würde, wenn man gar keine Verbrenner mehr zulässt, also die Technologie verbietet, nicht den Ausstoß von CO2. Dass CO2 neutraler Kraftstoff für PKW nicht DER Beitrag zur Klimawende ist (nach aktuellen Stand der Forschung) - gekauft. Für einzelne Hersteller (bspw. Porsche) kann es ja dennoch eine Alternative sein, welche Art von Antrieb man dann anbietet ab 35.

Ich habe mal gehört (aber auch gefährliches Halbwissen) es gäbe in Deutschland 4 (anscheinend 8, edit Mod.) Nuklear-Lehrstühle aber dafür >20 (abscheinend 18, edit Mod.) Gender-Lehrstühle. Kann sich ja jeder selbst überlegen, welche Forschungsergebnisse die Menschheit potenziell weiter nach vorne bringen. Es ist ja auch eine Frage, welche Forschung man fördert, und dadurch nicht nur wird geforscht Ja/nein, sonder auch wie viel.

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Wir sollten wirklich aufhören, diese halbwahren Unwahrheiten weiter zu verbreiten. „Die Technologie“ wird nicht verboten. Im Gegenteil, das „Verbrennerverbot“, also das keine neuen mit fossilem Diesel oder Benzin betankten PKW mehr zugelassen werden sollen, fördert doch die Forschung nach alternativen Kraftstoffen. Wenn ich weiter einen Verbrennungsmotor verkaufen will, brauche ich das ja.

Verbrenner-Aus: Ab 2035 keine neuen Diesel und Benziner mehr (adac.de)

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Achtung gefährliches Framing trifft es wohl ehr. Du suggerierst damit, dass es ohne Probleme 20 Lehrstühle für Atomkraft gehen könnte. Wenn es genug Interesse an der Forschung gäbe, gäbe es sich mehr Lehrstühle. Ich verstehe nur nicht wieso wir eine in Deutschland derzeit tote Technologie mit unseren begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen bewerfen müssen? Und das wir dich begrenzt sind liegt an der miesen Familien-, Migrations- und Finanzpolitik. Also gerne da beschweren.

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Das kann man so sehen. Man kann aber auch sagen: „Ich muss langsam fahren und kann mein Auto nicht mehr vor der Tür parken.“
Ich habe nicht den Eindruck, dass Deine Punkte bei der Mehrheit der Menschen positive Assoziationen auslösen. Diese Ideen ziehen leider einfach nicht.