Ich bin zudem noch nicht davon überzeugt, dass es der Debatte zuträglich ist, wenn man die Ausführungen der demokratischen Gegner immer direkt als Lüge diffamiert und andere Meinungen als Fake News darstellt. Jede Aussage zu der man ein Gegenargument hat, ist dann direkt Populismus, auch wenn gar nicht gesagt wird, dass mit dieser Maßnahme ein Problem direkt gelöst wird.
Meinst du damit die Reaktionen hier im Forum zu dem Thema oder die Interviewführung? Falls letzteres, dann habe ich volles Verständnis dafür, dass ein solches Interview sehr schwer zu führen ist. Herr Burmeyer und Herr Banse mussten immer wieder innerhalb von Sekunden beurteilen, ob eine Aussage
a) falsch
b) richtig, aber irreführend (wie das Wärmepumpenbeispiel) oder
c) einfach nur inhaltlich streitbar ist.
Ich bin gerade das Interview noch einmal grob durchgegangen, und mein Eindruck ist, dass den beiden das insgesamt ziemlich gut gelungen ist. Jedenfalls wurden die Ausführungen von Herrn Voigt nicht „immer direkt als Lüge diffamiert“, sondern häufig inhaltlich herausgefordert.
Für meinen Geschmack war die Stimmung aber bei den lediglich inhaltlich streitbaren Punkten häufig zu angespannt, sodass sich der Grad der Empörung über demokratisch verhandelbare Positionen nicht von dem Grad der Empörung bei einer Falschaussage unterschieden hat.
Außerdem hätte man an mancher Stelle vielleicht noch besser einordnen können, wie zB bei den Wärmepumpen. Dort hätte man meines Erachtens besser nicht mit einem Gegenbeispiel, sondern mit den gewöhnlich zu erwarteten Einbaukosten kontern können:
„Die Ausgaben für eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus inklusive Installation liegen zwischen 20.000 und 50.000 Euro. Das liegt deutlich über dem Preis der fossilen Alternativen, die aktuell noch eingebaut werden dürfen. Entscheidend sind aber die Betriebskosten der nächsten 15 bis 20 Jahre.“ Verbraucherzentrale
Das scheint mir generell die richtige Vorgehensweise bei irreführenden Beispielen zu sein: Das Beispiel als Beispiel entlarven und danach die relevanten Zahlen nennen. Gerade bei Herr Voigt eine viel zu häufige bemühte "Argument"ationsfigur…
Ich weiß nicht, ob das in der Interviewvorbereitung stattgefunden hat, aber bei einem erwartbar schwierigen Interviewpartner wäre es denke ich ratsam, im Vorhinein alle Interviewfragen samt möglicher Antworten von Herrn Voigt Punkt für Punkt gedanklich durchzugehen, um dann im Zweifelsfall noch besser vorbereitet zu sein.