Das ist deine persönliche Einschätzung. Wenn die Details stimmen (dazu gehört auch ein Überdenken des Erbrechts) und wenn man mit genug Charisma und Überzeugungskraft ein gesellschaftliches Umdenken beschwört und gute Argumente und verständliche Beispiele benennt, ist viel möglich.
Ich glaube fest daran, dass die Menschen alle im Grunde genau wissen, was sich richtig und was sich falsch anfühlt. Und dass viele auch genau wissen, dass es aktuell nicht gerecht zugeht. Und ich glaube auch daran, dass selbst die reichsten Menschen, die unbedingt was vererben wollen, letztlich einen Weg akzeptieren können hin zu einer anderen Welt mit anderen monetären Spielregeln.
Ich bin auch gar nicht so sicher, ob in 100 Jahren überhaupt noch solch ein abstraktes Tauschmittel wie das Geld, was wir aktuell benutzen noch existieren wird. Denn es handelt sich momentan nur um eine Zahl ohne inhärente Bedeutung. Stellen wir uns mal vor, dass durch Technologie in vllt. 50 Jahren jeder Leistung, die in der Gesellschaft erbracht wird auch ein direkter Wert zugeordnet werden kann, der den Wert der Leistung für die Menschen in irgendeiner Form repräsentiert, dann könnte Geld in Zukunft völlig anders funktionieren und allein schon durch diesen Gegenwert, der aktuell wegen fehlender Technologisierung schwer bemessen werden kann, für mehr sozialen Ausgleich sorgen. Man stelle sich nur mal vor, dass Geld nicht mehr nur eine abstrakte Zahl ist, sondern die Anzahl der Personen repräsentiert, denen ich für 1h Glück/Zufriedenheit/Spaß bereitet habe (wie auch immer das dann gemessen wird). Nehmen wir zudem an, dass jeder Mensch für seine Grundbedürfnisse jeden Tag automatisch eine gewissen Menge von diesem neuen Geld ausgeben kann – jeder Mensch gleich viel. Das würde bedeuten, dass jemand der reich ist automatisch auch jemand ist, der sehr vielen Menschen geholfen hat – und zwar nachweislich, weil getracked.
In der Theorie (nach Adam Smith) war die Idee der „unsichtbaren Hand“ bereits genau so angelegt. Die Menschen sollten durch ihre Nachfrage quasi ihren Vorteil repräsentieren, den sie durch eine Dienstleistung haben. Aber weil Geld nun mal so ein abstraktes Konzept ist und dieser Nutzen wegen fehlender Technik nicht gemessen werden kann, ist es zu Dingen wie Zinsen gekommen, wo dann diejenigen, die schon viel haben ohne irgendein Zutun noch mehr davon besitzen können. Ob sie mit dem angelegten Geld irgendeinen Nutzen geschaffen haben, lässt sich nicht nachweisen, vermutlich haben sie eher zu einer weiteren Diskrepanz zwischen Arm und Reich beigetragen.
Ich sehe die Zukunft ganz anders und versuche sie auch aktiv mit zu gestalten. Leider merke ich, dass in vielen Bereichen die Menschen (auch in der Politik) viel zu kleinlich denken und die großen Würfe entweder nicht mehr vorhanden sind, oder in den Medien keinen Raum finden. Finde ich sehr schade. Die Zukunft könnte so viel schöner sein!