shebang
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Natürlich hängt es auch von der Menge und Stärke ab, die man konsumiert. Hierzu mal ein Beispiel. Aufgrund dessen, dass man es nicht legal erwerben kann, führt es oftmals zu Hamsterkäufen wenn beim Dealer mal gutes Zeugs verfügbar ist. Könnte man es ganz legal im Shop beziehen, würde man sich vermutlich eher kleine Mengen holen, wenn mal Lust darauf hat. Der Laden kann ja jederzeit wieder aufgesucht werden. Das mag vielleicht für Berlin nicht passen, wo ich jederzeit in den Park kann, aber für andere Regionen in D trifft das sicherlich zu.
Auch glaube ich, dass Suchtkranke Menschen durch eine Verbot von Substanzen nur schwer zu schützen sind. Wer sich ch selbst schädigen will oder vielleicht muss, wird dies tun und immer einen Weg finden, ihn Schrecken die Strafen nicht ab. Deshalb ist es so wichtig in die Prävention zu investieren. Menschen die eine Veranlagung dazu haben, kann man schon früh erkennen und dort muss angesetzt werden.
Zerüttete Elternhäuser, mit Material zugeschüttete Jugendliche die dafür aber wenig Liebe und Emotion bekommen, auf sich alleine gestellt sind weil der Vater abgehauen ist und die Mutter arbeiten muss…. Ich könnte die Liste fortführen, aber wir müssen uns darum kümmern, dass Kinder wohlbehütet aufwachsen, auch durch den Staat unterstützt. Das ist weiterhin kein 100% Schutz, aber doch schon ein sehr hoher. Der oft dargestellte Fall, eine unvorbelastete Person gerät zufällig ans kiffen und zum Schluss konsumiert Heroin ist echt altbacken. Daher gehört dann schon eine gewisse Persönlichkeitsstruktur dazu, die geschaffen werden kann, wenn vieles in Jungen Jahren falsch läuft.
Mir ist es eigentlich egal, ob diejenigen, die das Zeug konsumieren, das nun legal oder illegal machen. Es ist ihre Gesundheit und ihre Zukunft - und dafür sind auch nur sie verantwortlich. Also müssen sie auch später die Konsequenzen tragen. Was mir viel mehr Sorgen macht: in vielen beruflichen Funktionen ist die Anwesenheit von THC im Blut absolut tabu. Wir - Chemieproduktion, Betrieb unterliegt der Störfallverordnung) - testen zweimal jährlich, im Verdachtsfall und zusätzlich per Zufallsprinzip ( von CEO bis zum Anlagenfahrer). Wer auffällig (=positiv) ist, hat 6 Wochen Zeit. Danach kann er sich beim Arbeitsamt melden. Ich warte auf den ersten, der seinen Konsum rechtfertigt mit dem Verweis, dass das jetzt legal sei.
Dieser Aspekt fehlt mir in der bisherigen Diskussion komplett.
shebang
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Hängt das nicht mit den Grenzwerten zusammen und und der Frage, regelmäßiger Konsum oder nicht? Wie verhält es sich denn mit Medikamenten und der regelmäßigen Einnahme dieser, in deinem Bereich? Wenn jemand regelmäßig Schmerzmittel nimmt darf er auch am Straßenverkehr teilnehmen.
Tris
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Wie läuft es mit der wesentlich schlimmeren Droge Alkohol? Scheint mir sehr unangemessen wenn Alkohol dann erlaubt sein soll.
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Hätte ich erwähnen sollen: wer mit „Fahne“ auf der Arbeit erscheint, geht zum Werksarzt. Ist die Blutkontrolle positiv, gilt selbiges. Einen Unterschied gibt es allerdings: einen Vollrausch kann man 2 Tage danach nicht mehr nachweisen, den Joint schon. Unschön. Wer Alkoholprobleme hat, darf ebenfalls nicht mehr an den Anlagen arbeiten. Das wurde in den letzten Jahren ebenfalls deutlich verschärft.
Wie weiter unten beschrieben, fokussieren wir uns auf Drogen aller Art und Alkohol. Alles was in Blut und Urin nachgewiesen werden kann. Bei speziellen Medikationen muss ich mich auf die Mitarbeiter verlassen können und auf deren Eigenverantwortung bauen.
andibal
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Hallo,
im Laufe der verschiedenen Lagen zum Thema Cannabis Legalisieren habe ich verstanden, dass das Recht der EU dem im Wege stünde. Verboten sei der Handel mit Cannabis. Daher habe der Gesundheitsminister zu der Lösung mit der Aufzucht und dem nicht gewinnorientierten Clubs gegriffen.
Was ich nicht verstehe, warum niemand über die Option spricht, dass der Staat Cannabis gegen Gebühr abgeben könnte. Damit wäre die Abgabe kein privatrechtlicher und auch kein gewinnorientierter Verkauf.
Grüße
Andreas Balsliemke
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Da dürfte es EU-rechtliche Probleme geben. Du kannst nicht als Staat einen Markt übernehmen und alle anderen ausschließen ohne einen guten Grund.
Und wenn der Grund Suchtgefahr ist, kannst du nur schwer rechtfertigen, warum du den Stoff auch an nicht Süchtige abgibst.
In diesen Funktionen wird das ja nicht ohne Grund so geregelt. Wenn der Arbeitgeber das argumentieren kann, wie soll der Arbeitnehmer dagegen vorgehen?
Der Arbeitgeber trägt eine Sorgfaltspflicht dem Arbeitnehmer gegenüber. Und wenn die Gefahr besteht, dass dieser unter Drogeneinfluss die Maschine nicht bedienen oder die Mixtur nicht richtig abmessen kann, darf er nicht nur, sondern muss er einschreiten.
Mich hat bei der Diskussionen irritiert, dass es plötzlich das Ziel sein sollte, Jugendlichen den Zugang zu regulierten Cannabis zu erleichtern. Das habe ich noch nie gehört, dass irgendeine Partei Cannabis für 16/17-jährige freigeben will. Und wenn jeder Erwachsene an kontrolliert hergestelltes rankommt, dann wird die Masse der Jugendlichen das auch. Wer sich heute mit 16 einen Wodka-Cola mischt, der hat den Wodka dafür ja nicht aus dem Darknet oder vom Schwarzbrenner im Görlitzer Park…
Finde die Regelung wie sie jetzt kommen soll auch für maximal bürokratisch und fantasie(/visions)los. Aber eure Kritik hat mich doch sehr überrascht.
Ich verstehe nicht, was es hier zu diskutieren gibt. Die Regelung in deinem Betrieb umfasst ja auch jetzt schon legale Drogen. Alkohol ist auch legal und ihr fahrt, wenn ich das richtig verstanden habe, ne 0,0-Promille-Schiene.
Problematisch ist natürlich, dass THC langsamer abgebaut wird. Hier würde ich es verstehen, dass jemand klagt, wenn er am Anfang seiner 3-wöchigen Urlaubs nen Joint geraucht hat und dann 6 Wochen später deswegen entlassen wird. Das ist aber im Endeffekt das selbe Problem wie mit Grenzwerten im Straßenverkehr. Da muss mal wissenschaftlich geforscht und dann eine fundierte gesetzliche Regelung getroffen werden. Kann sich nur um Jahrzehnte handeln, auch wenn alle Regierungsparteien es bereits vereinbart hatten…
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Wenn ich mich richtig erinnere, ist genau das das Problem, das die beiden ansprechen: Eine solche Grauzone wie beim Alkohol, bei der 16-17-jährige de-facto an harten Alkohol kommen können, wenn sie wollen, wird bei Cannabis nicht existieren, wenn es wie geplant keine Coffee-Shops gibt und es Gras nur in Vereinen mit lächerlichen Abstandsregeln geben wird.
Ich bin auch noch nicht zu 100% von diesem konkreten Argument der beiden überzeugt, aber ich glaube ihr Kritikpunkt ist hauptsächlich, dass es auch nach der Legalisierung für Minderjährige eben weder einen legalen noch einen de-facto-Grauzonenweg geben wird. Für sie werden Dealer weiterhin die einzige Möglichkeit bleiben.
Ich konsumiere selbst kein cannabis aber vielleicht kennt sich hier ja jemand damit aus. Was wäre denn das äquivalent zu einem „gesunden“ Alkoholkonsum (Wie er Gesellschaftlich akzeptiert ist) an Gramm in drr Woche?
Und das Cannabis nach Zeit x noch nachweisbar ist, aber keine Beeinträchtigung mehr mit sich bringt scheint ja gegeben zu sein. Wann ist das denn und gibt es keine Art das zu testen, falls man jemanden z.b. im Straßenverkehr kontrolliert? So wie Atemtest oder Blutkontrolle bei Alkohol.
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Zumindest scheint das für einige Landesregierungen der Fall zu sein. Das verdeutlicht ja nochmal wie wichtig und richtig die mehrstufige Herangehensweise von der Regierungskoalition ist.
Es gibt keinen gesunden Alkoholkonsum:
Gesund != gesellschaftlich akzeptiert.
Du wirst daher glaube ich auch keinen Grenzwert für „gesunden“ Cannabiskonsum finden und was gesellschaftlich akzeptiert ist, variiert deutlich je nach sozialem Umfeld.
Als allgemeine Übersicht zur Gefährlichkeit helfen vllt diese Grafiken (von Wikipedia):
Wusste gar nicht, dass LSD und Ecstasy schon fast „gesund“ sind 
Gemäß den Grafiken könnte man diese ja dann auch legalisieren, da Gefahrenpotential deutlich niedriger als Cannabis.
Dabei gilt LSD doch z.B. als risikobehaftet bereits bei einmaligem Konsum schwere psychische Störungen auslösen zu können. Und Ecstasy gilt gemeinhin ja auch nicht als Nahrungsergänzungsmittel.
Wie erklärt sich das? Passt für mich irgendwie nicht zusammen.
faust
48
Ja, unsere Drogenpolitik hat eben keine rationale Grundlage. Ich bin sehr dafür, LSD and Ecstasy ebenfalls zu legalisieren.
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riodoro
50
Was ich übrigens interessant finde ist, dass in der Debatte immer angeführt wird, wie schlimm doch Alkohol ist, um zu sagen, dass Cannabis im Vergleich ja gar nicht so schlimm sei, aber dann niemand auf die Idee kommt mal festzustellen, dass wir ein schweres Alkoholproblem in unserer Gesellschaft haben.
Wenn man mal in den Wahlprogrammen der Parteien 2021 nach dem Wort „Alkohol“ sucht, scheint keine das Thema wirklich auf dem Schirm zu haben:
Bei legalen Suchtmitteln setzen wir auf verantwortungsvollen Umgang. Dafür braucht es mehr Aufklärung, bessere Hilfsangebote und einen starken Jugendschutz, um den Gefahren des Rauchens und des Alkoholmissbrauchs wirkungsvoll zu begegnen
Wie Alkohol ist auch Cannabis eine gesellschaftliche Realität, mit der wir einen adäquaten politischen Umgang finden müssen.
Wir stärken die Suchtprävention mit modernen Ansätzen und digitalen Medien unter Einbeziehung der Zielgruppe, auch für Alkohol, Medikamente und Tabak.
Drogen und Sucht sind ein Spiegel der Gesellschaft: Abhängig sein kann man nicht nur von illegalen oder legalen Substanzen, Tabak oder Alkohol, sondern zum Beispiel auch von Glücksspiel, Medikamenten und Energydrinks.
Cannabis- und alkoholkonsumierende Führerscheininhaber*innen wollen wir rechtlich gleichstellen
Werbung und Sponsoring für Tabak- und Alkoholprodukte in der Öffentlichkeit wollen wir verbieten.
- FDP (0 Erwähnungen)
- AFD (0 Erwähnungen)
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shebang
51
Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung hat dies aktuell gefordert.