LdN 300 - Gas sparen vs. Legionellen

Bei uns kommt das Wasser für die Heizungen und fürs Trinkwasser leider aus dem gleichen Kessel. Ich denke mal, dass das nicht so selten ist. Daher wäre zu eurem Hinweis mit dem Senken der Vorlauftemperatur auf 50 °C vielleicht noch die Warnung gut, dass das fürs Heizen O. K. sein mag, beim Trinkwasser aber ein Problem darstellen könnte:

Ideale Wachstumsbedingungen finden Legionellen bei Temperaturen zwischen 25 und 45°C, bei Wassertemperaturen oberhalb von 55°C wird das Legionellenwachstum wirksam gehemmt, bis es oberhalb von 60°C schließlich zum Absterben der Keime kommt.
(Zitat aus dem Ratgeber „Legionellose“ des Robert-Koch-Instituts.)

Oder gibt es hier neuere Erkenntnisse? Das würde mich sehr interessieren, weil ich nur ungern ein finanzielles Problem durch ein gesundheitliches tauschen möchte.

5 „Gefällt mir“

Die Vorlauftemperatur der Heizung (sprich: des Wassers, das in den Heizkreisen umgewälzt wird) hat nichts mit der Temperatur zu tun, mit der Warmwasser erzeugt wird. Das sind zwei getrennte Einstellungen. Mindestens für alle Heizungsanlagen, bei denen die Vorlauftemperatur (für den Heizmodus) über einen Außentemperaturfühler geführt wird. Also Stand der Technik seit wenigstens 30 Jahren.

Bezüglich Legionellen: Neben ihrem Wohlfühltemperaturbereich brauchen die Legionellen auch schlicht Zeit, um sich zu vermehren. Wenn aus allen Warmwasserleitungen täglich gezapft wird und das Wasser im Speicher innerhalb weniger Tage komplett erneuert wird, dann würde ich mir keine großen Sorgen machen. Bei uns steht der Speicher auf 47 °C. Aber in einem Mehrfamilienhaus kann man das nicht sicher stellen. Deswegen sollte man da wenigstens ab und zu mal den Speicher auf 60 Grad bringen („Hygieneprogramm“) und währenddessen die Zirkulation laufen lassen.

5 „Gefällt mir“

Hat im alten Mietshaus nicht geklappt mit anschliessendem Legionellenspass

Müsste nicht grade das Mehrfamillienhaus das Wasser öfter umschlagen? Welchen Denkfehler mache ich (ausser gar keine Ahnung zu haben grade)

1 „Gefällt mir“

Es reicht ja, dass ein Bewohner eine seiner Zapfstellen selten nutzt. Dann steht da das warme Wasser in einer „toten“ Leitung.
Oder der Speicher ist zu groß für das Nutzungsverhalten der Bewohner (es könnten x-Leute gleichzeitig die Badewanne befüllen - im Haus wird aber fast nur geduscht).

5 „Gefällt mir“

Das halte ich ehrlich gesagt für ein Gerücht. Ich vermute ihr habt einen Speicherkessel, welcher dann zwar direkt im Heizkreislauf hängt (also das Wasser, was da im Kessel zwischen gespeichert ist, wird direkt durch den Heizkreislauf in die Heizkörper/Fußbodenheizung gepumpt), aber euer Trinkwasser wird dann beim Wasserhahn aufdrehen über eine sogenannte Frischwasserstation mithilfe Wärmetauscher aus dem heißen Wasser im Speicherkessel erwärmt.
Es wird also nie warmes Trinkwasser irgendwo gespeichert. Und damit gibt es auch kein Legionellenproblem. Legionellen hast du nur, wenn das warme Trinkwasser länger im System gespeichert wird, also z.B. wenn man einen Trinkwasserboiler hat, den muss man dann ab und zu zum abtöten richtig hochheizen.

Ein Kessel, der sowohl Trinkwasserleitung als auch Heizkörper mit dem selben Wasser befüllt ist aus hygienischen Gründen eigentlich nicht denkbar.

4 „Gefällt mir“

Super, vielen Dank für den Hinweis. Wie man ja merkt, habe ich 0,0 Ahnung vor dem ganzen Thema. Aber das mit dem Wärmetauscher klingt natürlich äußerst plausibel und erklärt natürlich auch, warum ich trotz Abschalten des Heizsystems im Sommer trotzdem warmes Wasser zapfen kann :wink:
Ich hatte gehofft, dass ich im Handbuch zu unserem Gerät (Viessmann Vitogas 100) dazu etwas finden kann, aber leider Fehlanzeige. Muss ich mir das Ding am Ende doch mal etwas genauer anschauen.

4 „Gefällt mir“

Die meisten Heizungsanlagen haben einen sog. Legionellenschutz. Da wird sichergestellt, dass das Trinkwasser min. einmal in der Woche auf über 60°C erhitzt wird. Müsste in der Bedienungsanleitung auch genau beschrieben sein.

2 „Gefällt mir“

Laut dem Artikel ist die Legionellenschaltung eher wenig hilfreich

Die Legionellenschaltung ist Bestandteil der meisten Heizungssschaltungen. Kritiker führen an, dass der Programmzusatz in der Praxis seine Wirkung nicht erzielen würde, da er nicht automatisch ablaufe. Die Hausbesitzer müssten den Vorgang bewusst herbeiführen. Unter anderem müssen sie alle Entnahmearmaturen öffnen. Die korrekte Ausführung ist für den Erfolg entscheidend. Wurde die Anlage bereits kontaminiert, ist keine ausreichende Abtötung der Legionellen sowie anderer Bakterien und Viren möglich. Es handelt sich somit um eine vorbeugende Maßnahme, die ohne weitere Vorkehrungen nicht ausreichend schützt.

Gerade der Punkt den @Guenter schon angesprochen hat, mit „toten Leitungen“ scheint dabei ein Problem zu sein.

4 „Gefällt mir“

Als ich jung war lebte ich in einer Wohnung meiner Mutter, die schlecht geplant war.

Es gab einen zentralen Strang für Warmwasser, dort wurde das Wasser ständig umgewälzt, d.h. Wasserhahn an - warmes Wasser. Weit abgesetzt vom zentralen Strang (weil Muttern das ganz toll fand) war eine Küche mit Wasseranschluss. Die Leitung war quasi tot und wurde nicht von den zentralen Umwälz-Pumpen mit durchgewälzt - zu erkennen daran, dass es ca 1-2 Minuten je nach Tageszeit und vorheriger Nutzung dauert, bis warmes Wasser aus der Leitung gekommen ist.

Das sind alles Dinge die sich im Bauwesen und in den Köpfen der Menschen ändern müssen. Wenn Kunde/Kundin XYZ sagt: „ich will aber die Küche dort haben, weil ich das schöner finde“, müsste besprochen werden, macht das im Zweifel energetisch und technisch wirklich Sinn?

Sinnvoller wären generell Frischwasserstationen für jede Wohneinheit. Sprich: das Trinkwasser wird nahe am Ort des Verbrauchs „just-in-time“ erwärmt.

So vermeidet man grundsätzlich, dass Trinkwasser für längere Zeit im „Wohlfühlbereich“ der Bakterien vor sich hin gammelt. Warmwasserspeicher für Trinkwasser sollten auf Einfamilienhäuser/Zweifamilienhäuser beschränkt werden.

2 „Gefällt mir“

Würd ja dann auch zu meiner Solar Strategie passen PV plus Speicher plus Durchlauferhitzer oder was besseres…

Durchlauferhitzer passt wegen der hohen Leistung nicht sehr gut zu PV. Lieber einen Wasserspeicher mit intelligenter Schnittstelle, um Überschuss-PV zu verwerten.

2 „Gefällt mir“

Ich würde lieber einen ordentlichen selbstgebauten Batteriespeicher mit LFP Akkus dafür verwenden und Durchlauferhitzer nehmen, das spart den Wasserspeicher und eine Menge Energie, die vorgeheizt vorgehalten werden muss, spart Verluste ein im Wasserspeicher, die ich im Zweifel im Sommer wieder wegkühlen muss…

Das ist eine Ansichtssache und auch wo man lebt zähltund wie die ganzen Rahmenparameter sind, Pauschalaussagen dazu sind da nicht viel wert…

Muss man immer genau selber schauen und rechnen…

1 „Gefällt mir“

Ein super sparsamer Duschkopf hat einen Durchlauf von 6 L Wasser pro Minute. Wenn du mit 40 Grad Duschen willst, muss das Kaltwasser um wenigstens 30 Grad erwärmt werden. Dafür benötigst du 0,18 kWh. Um die in einer Minute bereitzustellen, ist eine Leistung von ca. 11 kW erforderlich. Wenn noch jemand anders zeitgleich Warmwasser haben will oder du einen normalen Duschkopf verwendest, dann sind es auch schnell 20 kW, die nötig wären.
Die typischen Hausspeicher haben aber eine Entladeleistung von lediglich 3 bis 5 kW.

Um die absurd hohen Leistungsspitzen bereitzustellen, die die Warmwasserbereitstellung im Durchlaufverfahren erfordert, sollte man lieber eine Frischwasserstation nutzen.

1 „Gefällt mir“

Das kann ich mir nur mit einer Solarthermie zusammen vorstellen; ich sehe mir das nochmal genauer an, fürchte aber, da muss ich moderneres smarteres Zeug nutzen.

Übrigens Habeck und EU:
https://www.bmwk.de/Redaktion/DE/Videos/2022-habeck-vid/31-habeck-eu-rede/220726-habeck-rede-eu.html

Hi!
Ok, du hast dir da anscheinend schon etwas durchgerechnet. Ich möchte nur den Hinweis für die Mitleser geben, dass ein Wasserspeicher natürlich auch ein Energiespeicher / Wärmespeicher ist. Die gespeicherte kWh ist hier erheblich preiswerter zu haben als bei der Batterie, wenn richtig ausgelegt. Die von Günter erwähnten Frischwasserstationen lösen hier viele Probleme.

Thema Legionellen: als Vermieter ist man für die Trinkwasserhygiene verantwortlich. Hier bitte prüfen, eh man hier zu ambitioniert Brauchwassertemperaturen herabsetzt.

1 „Gefällt mir“

Dann sterben wir eben alle fuer die gute Sache. Fuer Biden und den Clown.