Da bin ich bei dir. Und ich würde noch hinzufügen, dass die Autokonzerne selbst aber hauptsächlich mit Komfort, Laufruhe, Verarbeitungsqualität usw. werden. In der Tempo-Debatte werden diese Punkte aber sofort nichtig und es heißt nur noch (übersputzt): „Mit Tempolimit kauft keiner mehr deutsche Autos“.
Was für ein Quatsch, Audi BMW und Co. sind auch in allen anderen Ländern mit Tempolimits Statussymbole und werden daher gekauft.
Noch bekloppter:
Wenn es um Alleingänge beim Umweltschutz geht, betonen die Autokonzerne immer wie unwichtig der deutsche Markt ist und das die entscheidenden Regeln in China gemacht werden, aber wehe es kommt ein Tempolimit in Deutschland, dann sind die deutschen Autobahnen plötzlich das Maß der Welt.
Manchmal habe ich das Gefühl, dass das heute nicht viel anders ist. 
Dein Verhalten hat aber auch eine gewisse normalisierende Wirkung.
Das heißt, dadurch, dass du schnell fährst, drückst du für einen Beobachter aus, dass du das möchtest und du legt die Vermutung nahe, dass du ein Verbot davon eben gerade nicht begrüßen oder hinnehmen würdest.
Daher stärkst du mit deinem Verhalten mMn indirekt die Position der FDP.
Viele Menschen, „die an vielen Orten sein müssen“ könnten auch in ihrer Firma bleiben und Telefon/Videochat benutzen. Solange das noch nicht der Fall ist, ist Sprit noch zu günstig und Firmenwagen genauso.
In meiner Firma musste ich 2019 noch zu einer Messe von Berlin nach München fliegen obwohl ich angeboten habe, den günstigeren Zug zu nehmen, obwohl mich das mehr von meiner unbezahlten Freizeit gekostet hätte. War der Geschäftsleitung aber zu umständlich, Anweisung war daher: Alle Fliegen.
Ich finde für solche Businessentscheidungen sollte man vielleicht auch mal Transparenz schaffen und zwar durch die gesamte Lieferkette, da meine Firma ja fast ausschließlich B2B macht und unseren direkten Kunden so was egal ist.
Da wieder spreche ich dir. Viele Geschäftstermine, für die z.B. „Außerdienstlich-ler“ quer durch die Republik reisen, könnte man sich sparen bzw. durch Telefon/Videokonferenzen ersetzen.
Leider gibt es dafür keinen guten ordnungspolitischen Mechanismus.
Du siehst das glaube ich falsch herum. Nimm das bitte nicht persönlich aber du und deine Frau haben das Privileg, in einer Zeit zu leben, in der Energie so günstig ist, dass ihr zwischen euren ca. 130 km auseinander liegenden Arbeitsstätten wohnen könnt.
Wäre die Energie (also der Sprit) dafür deutlich teurer würdet ihr halt in die Stadt ziehen, in der die, für euch, wichtigere Arbeitsstätte liegt und einer von euch würde sich eine neue Arbeit suchen.
Wir Menschen neigen leider oft dazu Sachen, „die halt heute so gehen“ als Selbstverständlichkeit anzusehen und sind nicht ohne weiteres bereit diese Positionen aufzugeben.
Da will ich mich selbst auch nicht raus nehmen.