Okay, gehe ich mit.
Das ist überhaupt nicht schlecht. Natürlich wird kein Bundesministerium alle Impfpässe von jeder Dorfklinik einsammeln. Dass man sowas an lokalen Strukturen delegiert, ist Alltag.
Hm, ja, aber dann sind die Länder (die das nicht umsetzen) das Problem.
Natürlich haben sich die Länder in der gesamten Pandemie besonders uneinsichtig verhalten. Die meiste Zeit lag das aber daran, dass der Bund ihnen eben keine klaren Vorgaben gemacht hat. Daher mussten die Länder entweder unter sich einen Konsens finden, oder eigenständig Regeln erlassen.
Diesmal hat der Bund ein klares, einheitliches Gesetz geschaffen.
Wie oben gesagt: Wenn sich die bayrischen Gesundheitsämter, Polizei und Justiz weigern, das durchzusetzen, hast du als Bund wenig Chancen. Egal, wie gut das Gesetz ist.
Die Unterscheidung nach allgemeiner und einrichtungsbezogener Impfpflicht halte ich für eine völlig überbewertete Diskussion und damit eine Nebelkerze, die (von den Bayern) hauptsächlich deshalb geführt wird, weil absehbar ist, dass eine allgemeine Impfpflicht frühestens im nächsten Herbst kommt. („Wir nehmen keine Flüchtlinge auf, wir brauchen erst eine europäische Regelung.“)
Die Argumente, die einrichtungsbezogene Pflicht fallen zu lassen und durch eine allgemeine Pflicht zu ersetzen, können nur auf die Symbolik zielen (à la „Pflege-Personal wird unter Generalverdacht gestellt“), denn am Ende zwingt die allgemeine Pflicht mehr Menschen die Impfung auf.
Dass sie dabei auch mehr Nutzen entfaltet ist klar, spricht aber ja nicht dagegen, erst mal in den jetzt betroffenen Einrichtungen anzufangen und die allgemeine Pflicht zügig nachzuschieben. Stattdessen will man den kleinen Nutzen, den man jetzt haben könnte, abwürgen, und weiter an dem großen Wurf arbeiten - und sabotiert ihn damit. Vielleicht nicht ganz unbeabsichtigt.
Da bin ich ja mal gespannt, ob wir noch erleben, wie die CDU/CSU sich dann zur allgemeinen Pflicht verhält - und wie die durchgesetzt wird.