LdN 274 - Raus aus der Flaute 1 / 2 - Inhalte und Feedback

Liebes Lage-Team,
das neue Format gefällt mir sehr gut. „Lage vor Ort“ sozusagen, mit interessanten Einblicken und Erfahrungsberichten direkt vom Ort des Geschehens. Aber besonders gut gefallen haben mir die vielen interessanten, überraschenden O-Töne von Umweltschützern, die sich durchaus offen für sinnvolle Reformen zeigen (Thema Individualschutz Rotmilan/Schwarzstorch). Das hatte ich nicht erwartet, aus eigenen Erfahrungen kenne ich das anders.

Ich hätte zwar auch gern Eure aktuellen Einschätzungen zur Ukrainekrise gehört, aber auch wenn da viel passiert - Analyse muss nicht jede Woche neu aufgemacht werden. Deep Dive (Tief-Lage? Hm.) wie in dieser Folge muss auch mal drin sein.

8 „Gefällt mir“

7 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Thema Windkraft: ist der Wirkungsgrad von Windrädern irgendwie relevant?

5 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: LdN 272 - Raus aus dr Flaute 1 / 2 Planungsbeschleunigung

Ich freue mich auch schon auf das Special. Spannend fände ich wenn noch der Punkt Nutzungsdauer mit aufgenommen werden könnte. Eine erste kurze Suche dazu hat mir leider nur Ergebnisse von Klimawandelleugnern gebracht, aber vielleicht gibt es dazu ja tatsächliche Studien oder Infos. Gerade im Kraftwerksbereich sind ja Nutzungsdauern von mehreren Dekaden nicht unüblich - ist das bei WK genau so? Oder müssen wir die Anlagen alle 20 Jahre neu bauen?

8 Beiträge wurden in ein neues Thema verschoben: Windkraft, Naturschutz und Artenschutz

Die heute üblichen Windkraftanlagen haben ungefähr die 10fache Leistung der vor 20 Jahren errichteten Anlagen. Solange wir uns auf einer derart steilen Lernkurve rasant nach oben bewegen, ist es natürlich sinnvoll, alte Anlagen nach 20 Jahren - oder auch gern früher - zu ersetzen. Die guten Standorte, die ja oftmals zuerst bebaut wurden, sind viel zu wertvoll.

Die technische, wirtschaftliche Lebensdauer wird erst dann interessant, wenn die Leistungsfähigkeit von Neuanlagen nicht mehr innerhalb von zehn, zwanzig Jahren deutlich zulegt.

5 „Gefällt mir“
2 „Gefällt mir“
  1. Januar 2021? :wink:

Hallo Ulf, hallo Philip,

vielen Dank für dieses informative Special. Verzeiht mir bitte die naive Frage, aber wieso spannt man keine Netze großflächig über Windkraftanlagen? Es muss doch möglich sein, Netze zu bauen, die einerseits den Wind durchlassen und andererseits einen Storch und einen Milan im Zweifel davon abhalten. Ja, im Fall der Fälle kann ein Netz auch zu einer Art Falle für Tiere werden, aber wenn man ein entsprechendes Monitoring gewährleisten kann, nicht zwingend zu einer tödlichen, oder? Ich vermute mir fehlt da einfach Wissen, aber das ist so ziemlich der erste Gedanke, den ich dazu habe. Ich würde mich freuen, wenn mich dazu jemand erhellen könnte. Lieber Gruß, Kay

22 Beiträge wurden in ein existierendes Thema verschoben: LdN274 - Feedback zum Format

Bei der typischen Windkraftanlage, die heute errichtet wird, sitzt die Nabe (also da, wo die Flügel angebracht sind) auf 120 m Höhe. Von dort gehen die Flügel ab, die auch nochmal so ca. 100 m lang sind. So ein Käfig müsste also ungefähr die Höhe des Commerzbank-Turms in Frankfurt erreichen.

Danke euch allen für eure Antworten auf meinen Beitrage. @MarkusS @Oestie9

Viele Punkte, die ihr bringt sind valide und richtig! Aber, die Diskussion hier steht meiner Meinung nach auch ein bisschen dafür, was ich zu Anfang erörtert habe. Sobald wir von Planungsbeschleunigung reden, driften wir in Natur- und Artenschutzdebatten ab. (No Offence).

Ohne Frage ist das Thema Artenschutz wichtig! Wir haben viele Arten in Deutschland, die auf der roten Liste stehen. Diese zu schützen ist besonders wichtig, um Dominoeffekte zu verhindern und damit bestimmte Ökosysteme vor dem Kollaps zu bewahren. Diskussion welche Art zu entbehren ist und welche nicht sind eben auch nicht sinnvoll. Wir haben die Aufgabe diesen Planeten zu bewahren und auch die darauf lebenden Lebewesen.

Das Problem, welches ich an der Debatte sehe ist, dass die Gefahr der Windenergie für Artenvielfalt so unglaublich doll überhöht wird. Laut Weltbiodiversitätsrat sind dies die 5 größten Gefahren für die Artenvielfalt:

Zu den stärksten „Treibern“ für diesen Biodiversitätsverlust zählen laut IPBES:

  1. Nutzungsänderungen an Land und im Meer (zum Beispiel Verlust von tropischem Regenwald für landwirtschaftliche Flächen, Bergbau, Verdopplung der städtischen Gebiete seit 1992),
  2. direkte Nutzung von Tier- und Pflanzenarten (zum Beispiel durch Holzeinschlag, Jagd oder Fischerei),
  3. Klimawandel (zum Beispiel durch die Reduzierung der Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten, veränderte Populationsdynamiken und Artzusammensetzungen in Ökosystemen),
  4. Umweltverschmutzung (zum Beispiel durch den Eintrag von Plastikmüll, Schwermetallen, Pestiziden oder Düngemitteln),
  5. invasive gebietsfremde Arten (zum Beispiel durch die Verdrängung von Tier- und Pflanzenarten durch konkurrenzstärkere nicht heimische Arten).

(Bedrohte Biodiversität weltweit: Ursachen und Lösungsansätze | Umwelt im Unterricht: Materialien und Service für Lehrkräfte – BMUV-Bildungsservice | Umwelt im Unterricht)

Jetzt ließe sich das Bauen von Windenergieanlagen aber durchaus in Punkt 1 zuordnen. Richtig! Aber ein Vergleich in den unterschiedlichen Sektoren lohnt sich. Allein die Verkehrsfläche nutzt mehr als 5% der Gesamtlandesfläche in Deutschland und wir wollen weiterhin Autobahnen etc. bauen. Betrachten wir doch mal die Flächennutzung der anderen Energiearten. Kohleabbau beispielsweise. Wer einmal im Ruhrgebiet war sieht, was hier für ein Schaden an der Natur entsteht, wenn man ganze Dörfer abbaggert. Weiter ließe sich wie folgt argumentieren:

  1. Windenergie gleicht Punkt 3 aus
  2. Weniger Fleisch = gleich weniger Punk1, Punkt 2, Punkt 3

Was ich damit sagen will: Wir haben so viele Möglichkeiten, Biodiversität zu schützen. Gleichzeitig bedrohen wir die Biodiversität auf so viele verschiedene Arten und Weisen. Der Fokus auf Windenergie als Killer der Biodiversität ist einfach irrational.

Zu guter Letzt möchte ich nochmal auf @cors zurückkommen. Du sprichst es nämlich aus. Windenergie wird durch Politik und Populismus verlangsamt. Siehe 10H-Regel in Bayern. Ernstzunehmende Umweltverbände versuchen Ausgleichsflächen und Lösungen zu finden, um Windenergie möglich zu machen und gleichzeitig Arten zu schützen. Ein gegenseitiges Ausspielen der beiden Bedürfnisse gegeneinander, schadet letztendlich unserer gesamten Umwelt.

6 „Gefällt mir“

Lieber Philip, lieber Ulf,

vielen Dank für diese Folge, habe ich gerade gehört und bin gespannt auf den zweiten Teil !
Ich persönliche finde gelegentliche „Specials“ mit Vertiefung sehr gut. Es sollte bei ein paar wenigen pro Jahr bleiben, weil ich sonst die reguläre Lage zu sehr vermissen würde. Mit hat auch der Stil mit O-Tönen und etwas Farbe („Tee oder Kaffee“ nicht rausgeschnitten) gut gefallen. Zuhören soll ja auch Spaß machen.

Ein Gedankenexperiment - Maximal-Abstand für Strom:

In der Diskussion über Windräder fehlt fast immer das „Skin in the Game“. Es gibt ja keinen Nachteil wenn ein Windrad abgelehnt wird. Der Einzelne wägt nur ab zwischen „ich habe Strom ohne Windrad“ und „ich habe Strom mit Windrad“. Gegen die Stromtrassen sind natürlich auch alle.

Wie wäre es wenn es eine Regel gäbe, die besagt dass jede Gemeinde ihren Strom grundsätzlich erneuerbar innerhalb eines Radius von X (20km ? 50 km?) erzeugen oder beziehen muss. Wenn es also dieses Windrad nicht sein soll, dann muß eben innerhalb des Radius woanders eins hin, oder genug PV installiert werden. Das gleiche auf Landkreis- und Bundesland-Ebene. Dabei werden Schwankungen usw. natürlich über das Netz ausgeglichen, es geht darum dass sich niemand komplett verweigern kann.

Wenn die Regel nicht erfüllt wird muß ein Ausgleich (höherer Strompreis) gezahlt werden, der woanders Anlagen subventionieren kann.

Das würde auch die Dezentralisierung fördern, die wir im neuen Stromnetz ja wollen.

Nur so eine Idee…

Viele Grüße,
Carsten.

8 „Gefällt mir“

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Thema Windkraft: ist der Wirkungsgrad von Windrädern irgendwie relevant?

Hallo liebes LDN-Team,

sehr coole Folge!
Als Anregung für die zweite Folge:

Wie schaffe ich Akzeptanz für solche Windparks?

In meinem mittelhessischen Heimatort entstehen gerade drei Windräder und die Finanzierung läuft zu einem Großteil über eine örtliche Energiegenossenschaft. Durch das Kirchturmprinzip und der daraus im Ort verbleibenden Rendite (laut Prognosen 5-10%) finden viele Anwohner die Anlagen gar nicht mal sooo störend.

Viele Grüße

4 „Gefällt mir“

Sehr schönes Format mit dem ein Thema auf einem Detaillevel behandelt werden kann, das in einer klassischen Lage aus Zeitgründen nicht möglich ist. Dazu gleich beim ersten Mal mit einem so wichtigen Thema wie Klimaschutz.
Ein im Vergleich zu den positiven Aspekten verschwindend geringer Kritikpunkt: Ihr habt davon gesprochen, dass man mit dem iPad über das Feld geht, obwohl es in diesem Zusammenhang nicht relevant ist von welcher Marke das Gerät ist, da wäre meiner Meinung nach schlicht ‚Tablet‘ passender. Wozu kostenfrei Werbung für Apple machen? Das ist wohl nur eine kleine unüberlegte Wortwahl gewesen, da ihr ja auch Open Street Map (und Wikipedia) positiv hervorgehoben habt.

1 „Gefällt mir“

Ein Beitrag wurde in ein existierendes Thema verschoben: Thema Windkraft: ist der Wirkungsgrad von Windrädern irgendwie relevant?

Ich fände es auch sehr gut, wenn sich die Ablehnung von Windrädern und Solaranlagen aber auch von Stromleitungen auf den Preis für die Energie auswirken würde.
Je rentabler eine stand-/wohnortnahe eigene Energieversorgung ist und je teurer der Verzicht auf Eigenleistung, umso schnell wächst die Akzeptanz. Allerdings sind die Energiekonzerne sehr mächtig geworden durch die fossile und atomare Stromerzeugung und -verteilung. Da müsste die Politik eine Dezentralisierung unbedingt fördern.

1 „Gefällt mir“

Schöne Folge, gerne mehr solcher Lagen!

Mich treibt noch die Frage um, wie viele tote Tiere denn nun tatsächlich unter den Anlagen liegen. Da nicht alle Vögel spurlos vom Fuchs gefressen werden, sollten sich doch zahlen erheben lassen, ob das nun eine theoretische Gefahr für einen Vogel oder eine Art ist, oder ob das bestandsgefährdende Massengräber sind. Wie in der Lage schon angeklungen gibt es ja noch ganz andere Gefahren für die Tiere und sind Windkraftanlagen ein reeller Anteil der Bedrohung?

3 „Gefällt mir“

Fand sie auch richtig klasse. So ein tiefes Eintauchen in ein wichtiges Thema ist definitiv ein Format von dem auch ich mir mehr vorstellen könnte. Außerdem sind die Folgen, an denen ihr selbst merklich Spaß habt die besten. Mehr davon! :slight_smile:

@HessenChris ich finde ja folgende Grafik dazu klasse:


Quelle: `

#Windkraftanlagen
und Vogelsterben. Manchmal hilft Verhältnismässigkeit. #Erneuerbare
#Vegan
pic.twitter.com/ViRPREjZ5M


Meret Schneider (@Schneimere) October
26, 2021

`
6 „Gefällt mir“

Ja wenn man sich manchmal Berichte über Windkraft-Gegner so ansieht, kann einem der Wunsch nach solchen Maßnahmen durchaus kommen.

Aber ein nationales Stromnetz, in dem sich alle den vorhandenen Strom Teilen ist schon sehr vernünftig. Das sollte man nicht durch energetische Kleinstaaterei zerlegen.

Und es ist auch nicht sicher, dass der Weg über den Geldbeutel immer greift. Gerade die Eigenheimbesitzer sind ja eher etwas besser bei Kasse. Und viele gehen auch davon aus, dass ihr Haus an Wert verlieren würde, wenn man von der Terrasse aus, ein Windrad sehen könnte. Und dann nehmen sie unter Umständen einen höheren Strompreis in Kauf.