Hier nochmal meine Antwort auf den 4. Post (ist bei der Genehmigung wohl durchgerustcht - hoffe ich jedenfalls):
Keinesfalls. Selbst der Unvernünftigste hat ein uneingeschränktes Recht auf medizinische (Gleich)Behandlung. Sonst redet man da schnell auch über Raucher, Trinker, Skifahrer etc.
Bei vielen Ideen und Maßnahmen kommt mir zu sehr eine gewisse Lust am Strafen durch. Die Abschaffung kostenloser Tests hat sich da gerade als Rohkrepierer erwiesen.
Ich meine, man sollte zielgenauer und - wo möglich - auch positiver an die Sache herangehen. Da, wo es sein muss, muss man konsequent sein und freiwillig Ungeimpfte müssen dann eben mit den Konsequenzen ihrer Entscheidung leben. Dann gehen bestimmte Dinge halt nur noch mit PCR-Tests oder auch gar nicht.
Die österreichische Schnitzelpanik z.B. hätte aber evtl. auch als deutlich positiver konnotierte Story verkauft werden können.
Bei der Grundversorgung, wie dem öffentlichen Nahverkehr oder der Krankenfürsorge (siehe oben) muss man meines Erachtens sehr vorsichtig mit ausgrenzenden oder stigmatisierenden Maßnahmen sein. Da muss man auch die Unvernünftigen tolerieren.
Die Grenze ist nur die ernsthafte Gefährdung anderer. Und das Maß der Gefährdung ist im ÖPNV nunmal ein anderes als in einem Pflegeheim (hier wird in den Diskussionen dann gern auf den Immunsupprimierten Chemotherapiepatienten hingewiesen, der ja schließlich auch Bahn fahren können soll. So etwas sind aber nur Scheinargumente, da er vor Covid auch durch andere Infekte ähnlich gefährdet war und diese Gefahr hat die Gesellschaft hingenommen).
Also kurz: Härte - besser Konsequenz - nicht mit der Gießkanne, sondern nur da, wo unmittelbar Schutzbedürftige betroffen sind. Etwas Toleranz im Wortsinne, also das Ertragen eines nicht erwünschten Zustands, dort, wo sich das Risiko für die Beteiligten in Richtung des allgemeinen Lebensrisikos bewegt.
Und ich meine nicht den Freedom Day mitten in der 4. Welle, aber man sollte argumentativ mal ein wenig abrüsten. Ausgrenzung führt nicht zu dem gewünschten Ergebnis, so weh das diskutieren mit Impfskeptikern auch tut.