Ich glaube, dass wir starke Gewerkschaften in Deutschland brauchen. Aber das, was die GDL alle zwei Jahre hier abliefert ist doch wieder eine Frechheit. Eine so kleine Gewerkschaft schafft es immer wieder das Land lahm zu legen. Und der einzige Grund sind die Machtspielchen von Herrn Weselsky.
So lange dieser Mann an der Spitze dieser Gewerkschaft sitzt, kann ich es niemanden verdenken, der sein Auto nicht verkaufen will. Die Bahn ist ohnehin kaputt gespart und pleite. Das Streckennetz ist nahezu ein Witz. Dazu legt Herr Weselsky alle 2-3 Jahre nach Belieben den Verkehr komplett lahm.
Darum meine Meinung: lass die GDL streiken und ausbluten. Die Bahn soll das Verkehrsmittel der Zukunft werden. Mit einer Einstellung, dass Forderungen unbedingt erfüllt werden müssen, obwohl das DB praktisch pleite ist, wird nicht dauerhaft funktionieren. Und dann soll der Streik einfach im Zweifel 1-2 Monate dauern.
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Tris
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Das ist aber auch viel Polemik der Medien und der Politik, besonders der CDU/CSU. Die GDL kämpft wenigstens für ihre Mitglieder. Die EVG hat sie doch an die Bahn verkauft. Der Bahnvorstand, der sich selbst aus der ach so armen Bahn reichlich bedient ist das Problem. Das was die Bahn da bietet ist eine Frechheit. Das gleicht nicht mal die Inflation aus. Die Bürger sollten lieber Ihre Wut auf Fehlbesetzungen wie Pofalla richten anstatt auf Menschen die ihr Lohnniveau wenigstens halten wollen.
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Guenter
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Dafür verantwortlich sind die Ministerien für Verkehr und für Finanzen. Sollen die Arbeitnehmer dieses Sparen an der falschen Stelle noch durch die Hinnahme von Lohndrückerei befördern?
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Was ich bei diesem ganzen Thema noch erwähnenswert finde, ist das Timing. Ich muss wirklich sagen, dass ich es an sich ziemlich unverantwortlich finde, aktuell tagelang volle Züge ohne jegliche Abstände etc zu provozieren. Ist natürlich schwierig, das Streikrecht muss ja dennoch gelten - aber sich in einer Pandemie so zu verhalten, ist trotzdem schwierig, finde ich. Jeder Zug, der nicht fährt, sorgt dafür, dass ein anderer voller wird.
Ich finde es ziemlich unverständlich dass sich die Kritik so überproportional an die GDL richtet.
Das offensichtlichste Mal vorweg: es gehören nun Mal zwei Parteien zu einer Tarifverhandlung. Dass es zum Streik kommt, ist genauso der DB anzulasten.
Und man könnte die Kritik theoretisch auch umdrehen: Da wird ein Angebot vorgelegt, welches nicht Mal die Inflationsrate ausgleicht, und Schuld daran ist nicht der Arbeitgeber der das so frech präsentiert, sondern die Arbeitnehmer die sich das nicht gefallen lassen?
Gelegentlich liest man auch, dass der Streik zur Unzeit käme, ganz so als gäbe es einen für alle akzeptablen Zeitpunkt an dem man dann brav streiken dürfe. Das ist natürlich totaler Quatsch.
Gerade wenn die Auswirkungen des Streiks den Arbeitgeber besonders heftig treffen, und dementsprechend die Verhandlungsposition am besten ist, bietet es sich an zu streiken (oder damit zu drohen).
Ob Hr. Weselsky auch noch eine persönliche Fehde führt, kann ich nicht beurteilen. Möglich ist es durchaus. Aber diese Interpretation lenkt davon ab, dass der Arbeitskampf an sich legitim abläuft, und die Gewerkschaft durchaus tut was sie soll: die Interessen ihrer Mitglieder vertreten.
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Ich sehe den Streik der GDL auch eher positiv, denn als Mitglied einer Gewerkschaft würde ich mir genau so einen Chef wünschen. Einen der versucht das Maximale rauszuholen und dazu streiken dann halt alle mal ein/zwei Tage.
Das ganze Spiel ist doch sowieso ritualisiert, nach dem dritten Streik an dem sich die Bahn etwas in Richtung der GDL Forderungen bewegt hat, wird die GDL vermutlich unterschreiben.
Kritisch sehe ich jedoch, wenn das Beispiel Schule macht. Lokführer sind nicht die einzigen, die für den Bahnbetrieb notwendig sind.
Was wenn die Zugmechaniker, die Gleisbauer, die Fahrdienstleiter, Lohnbuchhalter etc. jeweils ihre eigene Spartengewerkschaft gründen? Wenn dann jede Spartengewerkschaft im ein bis drei Jahresrhythmus für ihre Interessen streikt?
Sollte man dann nicht doch per Gesetz dafür sorgen, dass es pro Betrieb nur eine Gewerkschaft gibt? Oder dass alle im Betriebsrat vertretenen Gewerkschaften gemeinsam verhandeln müssen?
Die Löhne in Deutschland sind seit Corona gesunken. Warum sollte genau die Gruppe Lohnsteigerungen bekommen, die die Wirtschaft lahm legen können?
Diese Einstellung teile ich gar nicht. Ich sehe es gar nicht, wie ein Unternehmen, wie die Bahn generell wirtschaftlich arbeiten soll. Die Voraussetzungen sind einfach schlecht. Der Herr Pofalla ist seit ca. 6 Jahren bei der Bahn. Die Gründe für den schlechten Zustand der Bahn liegen aber deutlich weiter in der Vergangenheit.
Ja. Stellen wir uns mal vor, dass es einen Weselsky bei jedem Systemkritischen Infrastrukturunternhemen geben würde. Dann würde in Deutschland gar nichts mehr funktionieren.
abgesehen davon, hier die Schuldfrage zu stellen…frage ich mich, wo große Teile der Beschäftigten mehr Lohn erhalten, wenn sich das Unternehmen in folgender Situation befindet:
- riesiger investitionsstau
- Unternehmen schriebt fast jedes Jahr Verluste
- ein Normalbetrieb ist dank Corona nicht absehbar
- sehr hohe Verbindlichkeiten
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Genauso könnte man fragen: Ist das gut, dass allgemein die Gehälter sinken,während die Kosten steigen? Falls nein, sollte man der GDL nicht dankbar sein, dass sie einen Kampf ls Beispiel für uns alle führt?
Wer hat die Bahn denn dahin gebracht? Die einfachen Bahnangestellten? Falls nicht, die Führungskräfte haben sich bereits satte Boni ausgezahlt.
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Tris
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Gegenfrage: Warum sollten dann die Vorstände dicke Boni und Gehaltssteigerungen bekommen?
Mag alles sein, aber warum sollten das bitte die Angestellten ausbaden und die Führungsriege nicht? Und es ist mehr als verwerflich, dass die Bahn auch noch benutzt wird, um Pöstchen zu verteilen, macht es nur schlimmer. Entweder wird die Bahn komplett privatisiert und nur das Schienennetz bleibt staatlich und muss von den Firmen gemietet werden oder die Bahn wird wieder voll staatlich und es gibt wieder die teure Verbeamtung. Das was wir jetzt haben ist eine Privatisierung der Gewinne und eine Sozialisierung der Verluste.
Und ich möchte nochmal betonen, dass die Berichterstattung über diesen Streik wirklich extrem schlecht und manipulativ ist. Ich frage mich auch welche Legitimation eine EVG hat, wenn deren Vorsitzende nach einer Tarifverhandlung teilweise in den Vorstand wechseln, das riecht doch nicht ganz sauber finde ich. Und Herr Weselski ist wirklich nochmal jemand der einen Shitstorm aushält und wirklich für die Beschäftigten ohne Küngeleien kämpft. Ich würde mir eine solche Vertretung für meinen Job wünschen.
Und der Satz „Das Land in Geiselhaft nehmen“ sollte überall gestrichen werden, weil er hochgradig unpassend ist.
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Guenter
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Die Bahn gehört dem Bund. Der kann gerade Geld aufnehmen bekommt dafür per anno 2% Negativzinsen. Soll der Eigentümer mal die Taschen aufmachen, wenn die Bahn mehr Geld benötigt.
(Vor ein paar Jahren wurde beschlossen, dass die Bahn jedes Jahr 500 Mio an den Eigentümer als Dividende auszuschütten hat. Da waren die Punkte 1 bis 4, natürlich exklusive 3, auch schon gegeben.)
Zunächst: Ich halte es für unpassend die Strategie und Position einer Gewerkschaft allein auf die Position des Gewerkschaftsvorsitzenden zuzuspitzen. Ja, Herr Weselsky ist medial präsent und vertritt die Position seiner Gewerkschaft meinungsstark, aber die Entscheidung zum Streik (und zu Herr Weselsky als Vorsitzenden) ist ja das Ergebnis eines demokratischen Prozesses in dieser Gewerkschaft.
Ansonsten würde ich aus Deinen Ausführungen herauslesen, das Du eine Einschränkung des Streikrechts für systemkritische Infrastrukturunternehmen forderst?
In welcher Form würdest Du das organisieren? Verstaatlichen & Angestellte verbeamten wäre dafür zB eine Lösung die ich praktikabel fände 
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Glaube ich an dauerhafte Lohnerhöhung für Alle und Preisstabilität? Nein
Da hat mir meine Lehrerin schon immer widersprochen als ich gesagt habe „Jan hat eine 2 bekommen, warum bekomm ich eine 3“. Das läuft so einfach in dieser Welt nicht.
Nein wir haben schon zu viele Beamte und viele sind m.M.n. deutlich überbezahlt, aber das ist eine andere Geschichte. Wir haben eine Gewerkschaft. Warum darf die kleine so willkürlich handeln?
Guenter
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Wenn sinkende Löhne grundsätzlich ein Argument für weiterhin sinkende Löhne sind, dann müsste das Lohnniveau sukzessive auf null sinken, nicht wahr?
Geht man stattdessen davon aus, dass
Reallöhne auch mal steigen müssen, ergibt sich die Frage, welcher Teil der Arbeitnehmerschaft prädestiniert ist, um nach einem ökonomischen Schock den Kreislauf aus Lohnsenkung und dadurch sinkender Kaufkraft zu durchbrechen.
Die Angestellten eines Unternehmens, welches sowohl eine kritische Infrastruktur betreibt als auch über einen unbegrenzt zahlungsfähigen Eigentümer verfügt, kommen mir da als erstes in den Sinn.
Tris
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Dann hat deine Lehrerin Ihren Beruf verfehlt oder du versuchst polemische Aussagen als Argument zu verkaufen. Es gibt kein Recht, sich selbst bei Missmanagement die Taschen zu füllen und die Arbeitnehmer dafür bluten zu lassen.
Ich finde das ist nicht so richtig eine Antwort auf meine Frage, leider.
In deinem obigen Post stellst Du ja relativ grundsätzlich in Frage, dass in systemkrtischen Infrastrukturunternehmen (viel) gestreikt wird.
Das könnte ja durchaus auch passieren wenn die Gewerkschaft die hier ambitionierte Forderungen durchsetzten möchte keine kleine Gewerkschaft ist.
Was ist Deine Vorstellung davon das zu lösen?
Das grundgesetzlich verbriefte Streikrecht für diese Branchen abschaffen? Die Anzahl an Streiktagen pro Jahr gesetztlich begrenzen?
Tris
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Es wird wieder gestreikt, da der Bahnvorstand sich nicht bewegt und es aussitzen will (Merkel-Taktik dank Pofalla?). Ich fände es gut, wenn das Thema nochmal aufgegriffen wird, da ich es wirklich übel finde, wie Gewerkschaftsarbeit medial gerade zerrissen wird. Die EVG scheint mir ehr ein erweiterter Arbeitgeberverband zu sein und die GDL will sich eben nicht als Unterstützer von Gehaltserhöhungen der Führungskräfte sehen. Außerdem wurde die Inflationsrate nochmal erhöht, d.h. es wird gerade eigentlich nur verhandelt, wie viel Einkommenseinbussen die Angestellten einstecken müssen, während ein schwacher Führungsteil sich richtig schön subventioniertes Geld einstreicht.
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Oder Menschen, die in systemkritischen Infrastrukturunternehmen arbeiten, hätten dann weitaus bessere Arbeitsbedingungen und Löhne. Dann würde sehr vieles sehr viel besser funktionieren.
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Da hat Jan dann wohl eine bessere Arbeit abgeliefert.
Das könnte man bei den Führungskräften ja z.T. hinterfragen, so wie es bei der Bahn aktuell läuft. Wirklich zukunftsgerichtet ist das Unternehmen im Moment nicht aufgestellt, wenn man bedenkt, was die Bahn mit Blick auf die Mobilitätswende alles leisten können soll. Und die Punkte, die da angegangen werden müssen sind nicht plötzlich vom Himmel gefallen sondern alle lange genug bekannt. Aber da wurde lieber bezüglich des mal geplanten Verkaufs des Unternehmens an der Börse alles runter gewirtschaftet was an Substanz heute notwendig wäre.
Zu einem Unternehmen, was wir in der Zukunft aber unbedingt benötigen gehören auch attraktive Arbeitsbedingungen und ein ordentliches, angemessenes Gehalt. Verglichen mit dem Durchschnittsgehalt verdienen Lokführerinnen und auch die meisten anderen Berufsgruppen, die aktuell am Streik beteiligt sind deutlich weniger. Wie sollen wir das hinbekommen, wenn wir nicht mal denen, die aktuell dafür sorgen, dass der Laden noch läuft einen ordentlichen Lohn bezahlen. Attraktiver wird der Job dadurch nicht und es mangelt schon heute an Lokführerinnen und co.
Bei der Bahn gibt es leider nie einen guten Tag zum streiken. Egal wann es ist, es ist immer unpassend. Egal ob nun Corona, Weihnachten, Pendeln zur Arbeit oder doch „nur“ die Fahrt in den Urlaub betroffen ist. Nur irgendwann muss man es halt machen, wenn der Arbeitgebende kein attraktives Angebot macht. Ähnlich ist es bei Krankenhäusern, Kindergärten und co. Der Streik trifft immer die falschen, weil die, die es eigentlich am nötigsten haben (z.B. Menschen, die nicht mal einfach aufs Auto ausweichen können oder die Betreuung von Kindern benötigen). Nur dagegen kann man als Arbeitgebende etwas machen: Attraktive Arbeitsbedingungen schaffen und gute Löhne zahlen.
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Ich muss sagen, mich ärgert das Argument, das so ähnlich auch in der Lage kam, ziemlich.
Ich arbeite auch in einer Firma, die dieses Jahr wegen Corona Einbußen hatte und deshalb eine Nullrunde bei den Tarifverhandlungen raus kam. Bei der Bahn sind massiv wegen Corona die Kunden weggebrochen, aber was hat das mit den Gehältern zu tun, dass zahlt ja der Staat, der kann doch Geld drucken.
Nein, Corona hat für große Teile der Gesellschaft wesentlich Einbußen bedeutet und eine kleine Gruppe von Lokführern nimmt die gesamte Gesellschaft in Geiselhaft, und wen interessiert Ansteckungsgefahr durch beschränkten Ersatzfahrplan, wieso sollte diese Gruppe auch Einbußen haben, der Staat kann es ja bezahlen.
Ja, es ist ihr gutes Recht zu streiken, aber dazu Beifall klatschen kann ich nicht verstehen. Das ist eine kleine egoistische Gruppe, die brutal ihr Interessen durchdrückt, und das finde ich in der aktuellen Zeit verwerflich.
Und ja, der Staat wirft gerade Milliarden raus, damit andere Firmen/Branchen nicht pleite gehen und existenzen vernichtet werden……die Gefahr sehe ich ehrlich gesagt für Zugführer nicht, wenn das Tarifangebot der Bahn angenommen wird. Irgendwann werden wir diese Milliarden auch zurück zahlen müssen bzw. das Geld wird für die nächste Generation und die Aufgaben, die die stemmen muss nicht mehr da sein. Insoweit muss man auch in diesen Zeiten gucken, was angemessen ist und nicht nur platt argumentieren, irgendwo anders wird auch viel Geld ausgegeben….die paar Vorstände bekommen auch mehr Geld (da dies ja eins der Hauptargumente in der Diskussion ist, hätte ich mir übrigens mal einen Vergleich gewünscht, wieviel die Erhöhungen der Managergehälter und wieviel die Erhöhungen für alle Lokführer absolut für die Bahn ausmachen um zu verstehen, welche Zahlen hier vergleichen werden.
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