LdN 238: Mindeststeuer: Gewinne an Briefkastenfirma / AG

Wie soll das technisch denn funktionieren, dass (fast) all die Gewinne nur die Briefkastenfirma auf den Caymans verbucht, aber die Aktiengesellschaft, die ja nicht das gleiche ist, trotz dem gleich hohe Gewinne + Ausschüttungen macht ?

Ich mein: Eine Aktiongesellschaft muss doch letztendlich auch irgendwo eine registrierte Firma sein, die eine Steuererklärung (bzw Bilanz) macht, nach der sich dann die Dividende berechnet. Bzw wenn ich 'ne Aktie von denen kaufe, dann geb doch dieser einen konkreten Firma mein Geld und nicht einem unkonkreten Geflecht mitsamt Tochterfirmen auf den Caymans. Oder ?

Ich hab da (sog. „Transfer pricing“, also Verrechnungspreise) wirklich nur Grundkenntnisse drin und es hängt wirklich stark von der Steuergesetzgebung des Ansässigkeitsstaats ab (hat zB Gründe, warum Apple und Co. $-Anleihen begeben haben, obwohl sie hunderte Mrd. an „Cash“ in den Büchern hatten → das Geld war in den falschen Ländern), aber ich nehme mal an, dass es so funktioniert:

Du entwickelst dein Produkt im Heimatstaat, fertigst es in einem Land mit geringen Lohnstückkosten und verkaufst es im Marktstaat. Die Lizenz gibst du in eine Tochter in einem Niedrigsteuerland und verteilst die Wertschöpfung über Verrechnungspreise dann so, dass möglichst viel im Land mit der niedrigen Steuerlast ankommt. Die Tochter konsolidierst du im Konzernabschluss et voila.

1 „Gefällt mir“

Es gibt verschiedene Möglichkeiten wie das funktionieren kann. Eine Möglichkeit ist die von Nike, Siehe hier einfach erklärt.

1 „Gefällt mir“