Bei allen Gütern ist die Menge irgendwo begrenzt, die Obergrenze ist dessen was alleine aufgrund der Grundrohstoffe möglich ist. Bei Cola - nicht nur die Eigenmarke Coca Cola - also ggf. die Menge an Wasser oder Zucker. Zuckerrohr wird auf Land angebaut und auch Nutzung von Wasser (oder Wasserechten) ist meistens an Landrechte, also dem Eigentum von Land, geknüpft.
So gesehen - ich hatte erwähnt das es manchmal abstrakt wird, oder? - ist Wasser Land. Wasserrechte sind nicht wirklich was anderes als Landrechte, praktisch wie theoretisch. Luftverschmutzungsrechte im Emissionshandel oder eine CO² Bepreisung sind von der theoretischen Funktionsweise Landrechten gleichzusetzen. Deswegen ist Edenhofer u.a. als Klimaökonom für eine Besuterung der Vorteile von beiden.
Der Unterschied zu Cola dürfte sein, das es nicht relativ knapp ist.
Eine Relative Knappheit bildet sich durch Angebot und Nachfrage.
Zwar ist das Angebot von Cola wie alles andere irgendwo begrenzt, aber auf einen von der Nachfrage Seite betrachtet auf sehr hohen Niveau. Gäbe es mehr Nachfrage, würde man mehr Cola produzieren.
Als Indikator für die relative Knappheit gilt der Preis.
Man kann also problemlos behaupten das 1000 Liter Cola grundsätzlich nicht so knapp ist wie 1000m² Land. Natürlich ist Land, nicht gleich Land. Ackerland auf den Zucker angebaut wird, ist weniger wert als Bauland. Bauland in Brandenburg ist weniger wert als in Berlin. In der Wüste bekommt man wahrscheinlich mit der Cola weiter wenn man 1000m² Wüste besitzt.
Ich kann nachvollziehen warum du das Angebot als „begrenzt“ verstehst, aber ich würde darauf verweisen das es um relative Knappheit und nicht absolute Knappheit geht, die sich auf dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage bildet. Dabei wird das Angebot durch mehrere unterschiedliche Gründe (ökologische, oder in Hinblick auf Städte praktisch) begrenzt. Absolut gesehen gibt es mehr als genug Land um Menschen Wohnraum zu bieten, wohl eher viel zu viel sogar.
Das die Angebotsseite nicht funktioniert stimme ich zu, schließlich zahlen gewisse Menschen für den Zugang zu Land eine eine deutlich kleinere Gruppe von Eigentümern. Menschen investieren lieber in Land oder Mietshäuser (die auf Land sitzen), als in die Schaffung von Wohnraum.
Das stimmt inhaltlich, man bezeichnet das aber in der ökonomischen Theorie als „rent (income)“*. Aus „Gewinnen“ begründen sich viele Arten von Einkommen, die auf unterschiedlicher Grundlage zustanden kommen können. Der Unterschied wird gemacht weil es in der Perspektive nicht darum geht „alle Gewinne“ einzusammeln, sondern spezifische Erträge und Vorteile nutzbar zu machen.Wer Einkommen aus einer SItuation bezieht der nicht herbeigeführt hat, ist gut beraten sich als fleißiger Unternehmer (Kapitalzinsen) oder Arbeiter (Lohn) darzustellen, um die eigene Tätigkeit in der öffentlichen Debatte zu legitimieren.
Genau. Es geht auch noch auf andere Art und Weise, aber die Bodenwertsteuer hat im Vergleich zu anderen Möglichkeiten die Bodenwerte der Gemeinschaft zukommen zu lassen verschiedene Vorteile (und natürlich auch paar Nachteile). Aber das würde denke ich zuweit führen.
Kann ich nicht nachvollziehen - das Gegenteil dürfte stimmen. Mit der Grundsteuerreform wurde es den Ländern ermöglicht vom Bundesmodell abzuweichen, die CSU in Bayern will ein Flächenmodell einführen. D.h. das man steuerlich so tut als ob ein Stück Land in München so viel Wert ist wie in Kupferberg - was nicht der Fall ist.
Anknüpfend an dem was ich oben ausgeführt habe kann man es tatsächlich als „Lenkungsmechanismen“, oder um Regeln für einen „Markt“ bezeichnen, der sonst nicht funktionieren kann. Dabei ist durchaus beachtlich das der Sachverhalt für mehre Ideologien zugängig ist. Eher sozialdemokratisch Motivierte werden vielleicht sagen das „Boden kein normales Marktgut“ ist. Wer religiös motiviert ist behauptet vielleicht das der Boden Gott gegeben ist und man die Schöpfung bewahren muss. Liberale oder Ökonomen werden nichts gegen das Konzept von Märkten sagen, sondern viel eher festellen das der Boden- und Wohnungsmarkt in gewissen Punkten von der Idealidee deutlich abweicht. Natürlich gibts wieder andere „Ökonomen“ die behaupten so etwas wie Land gibt es nicht - Einkommen aus Land sei ökonomisch betrachtet nichts anderes als Kapital oder Arbeitslohn.
Klingt unsinnig? Nach bisschen Jonglieren mit eher abstrakten Begriffen und angenommenen aber nicht erwähnten Theorien klingt das gar nicht so abwegig.
Ich wollte aber eigentlich darauf hinaus, das ich durchaus nachvollziehen kann das dadurch eine „Angebotsverknappung“ im Kern sichtbar wird. Ich würde es nicht als „Gewinne aus Angebotsverknappung“ bezeichnen, weil zum einen „Gewinne“ mir zu unbestimmt ist als Begriff und ich „Angebotsverknappung“ (von bezahlbaren Wohnen bspw.) mehr als eine Folge sehe, als den Grund warum „rent income“ erzielt wird. Der „Grund“ dafür ist vielmehr das entsprechend städtischer Bau-„grund“ ohnehin relativ knapp ist - da wird meistens einfach nur Geld dafür verlangt. Eigentümer von Boden müssen nicht zusätzlich irgendwas verknappen, um die Erträge zu erhalten.
Der Allmende oder Gemeingut-Gedanken ist hier spannend, weil es bei der Bodenwertsteuer nicht darum geht alles in Gemeineigentum zu nehmen, was ja der Ursprung des Begriffes ist. Aber man erkennt an das die Vor- und Nachteile gibt, die ausgeglichen werden müssen.
Die Schlussfolgerungen kann man so ziehen und viele der Grundannahmen kann zweifelsfrei so formulieren. Ich glaube sie sind nicht immer 1000% korrekt und eindeutig formuliert, d.h. es gäbe Ökonomische Denkschulen, die einem damit das Wort im Munde umdrehen können. Das soll aber wohl kaum Maßstab sein, sondern nur ein Hinweis, weil es um mitunter abstrakte Theorien geht, die von unterschiedlicher politischen Ausrichtungen neu und anders interpretiert werden.
Ökonomisch betrachtet beziehen sich viele auf die Ideen der klassischen Nationalökonomen wie Adam Smith („Wealth of Nations“ falls es ein Begriff ist) oder auf diesen bärtigen Mann hier: