Auch ich habe den leisen Appell gehört, den üblichen kritischen Stimmen im Forum einmal die eigene hinzuzufügen. Es stimmt: Wer nichts zu meckern hat, schreibt hier weniger.
Wir befinden uns alle erschöpft im Corona-Tal: Die Nachrichten haben täglich COVID 19 auf der Titelseite und Frontpage, unsere Sozialkontakte sind nun seit Wochen eingeschränkt, und dann berichten auch noch Ulf und Phillip wieder und wieder über Corona: Über neue Mutanten, über erneute Alleingänge mancher Ministerpräsidenten, über neue Zahlen, über neue Gerichtsurteile.
„Neu“ ist halt das Stichwort. So überdrüssig wir des Themas „COVID“ auch sein mögen, es gibt immer wieder Neues und Wichtiges dazu. Und das beleuchten unsere LdN-Macher in üblich fundierter Weise. Das ist ihre Aufgabe. Wir sollten nicht den Boten dafür verantwortlich machen, dass er uns immer wieder Neues zum alten Thema bringt, solange das Thema noch immer so wichtig ist.
Und dann melden sich stetig hier im Forum Argumentierende, die sich grundsätzlich mehr Ausgewogenheit wünschen und damit nichts anderes als die Wiederaufnahme von Diskussionen meinen, die wir im Sommer eigentlich schon hinter uns gelassen haben. Wenn wir weiterkommen wollen, dann müssen wir bestimmte Diskussionen auch mal abhaken. COVID ist sehr gefährlich und das Bestreben, den Pandemieverlauf so unter Kontrolle zu halten, dass das Gesundheitsnetz nicht zerreißt, muss oberste Priorität haben. Können wir alle das bitte als gesetzt sehen? Dazu brauchen wir keine Gegenpositionen mehr. Vor 3 Wochen haben wir dieses Ziel nur knapp gehalten, wenn man auf die Krankenhäuser geschaut hat - das sollte Beweis genug sein. Nur wenn erneut ein Amtsrichter in seinem einzukassierenden Urteil diesen Konsens attackiert, lohnt es sich, den Konsens wieder zum Teil der Nachricht zu machen.
Und nun zum immer noch gegebenen Mehrwert der für mich einzigartigen Lage: Philip als Journalist und Ulf als Jurist - und beide als technikinteressierte Menschen - bieten Blickwinkel auf die Nachrichtenlage wie kein anderes Medium: Kompetent und kompakt sind zwar auch andere, aber insbesondere der strukturell eingebaute Blick auf die rechtliche Situation macht für mich die Lage so wertvoll. Zudem sind beide sehr transparent und greifen eigene Irrtümer oder Fehlinfos regelmäßig auf, das kenne ich von anderen Medien so konsequent nicht. Spannend sind auch ihre Drähte zu Justiz, Polizei und Politik, nach Frankreich, UK und USA. Und schließlich bereichern sie uns häufig mit Blickwinkeln, die woanders nicht auftauchen. Ihre gewählte dialogische Form des Podcasts macht außerdem ausgezeichnet unterschiedliche Sichtweisen auf Themen deutlich.
Darum beende ich diesen Beitrag mit: Vielen Dank, Philip und Ulf, lasst Euch von denen, die in überholten Grundsatzdiskussionen oder nachvollziehbar emotional im Coronatal steckengeblieben sind, nicht runterziehen!