LDN 228 Corona: Kritik an den Zielen der Corona-Politik / Dauer und Schärfe des Freiheitsentzugs

Angeregt durch den Tweet von Elvira Rosert und die Antwort von Ulf und Philipp dazu zum Gedanken, dass Dauer und Schärfe des Freiheitsentzugs als zwei Faktoren einer Multiplikation die subjektive Last ausmachen, hier ein ergänzender Punkt dazu:

In der Mikroökonomie gibt’s hier das Konzept des Güterbündels. Ein Güterbündel wird durch den Konsumenten in der Kombination aller Aspekte bewertet. Der subjektiver Nutzen ist eine Funktion der Eigenschaften. Eine beliebte Nutzenfunktion ist die sogenannte Cobb-Douglas-Nutzenfunktion U(Ausmaß, Dauer)=Ausmaß^w_a*Dauer^w_d. Die Faktoren w_a und w_d sind relative gewichte des aspekte. So eine nutzen funktion unterstellt, dass extreme kombinationen hohe strafe kurz oder niedrige strafe lang genau so bewertet werden wie ausgeglichene kombinationen. Man spricht von konvexen Präferenzen. Vllt. passt das auch ganz gut zu Modellierung der wahrgenommen Last? Klingt sehr akademisch, aber im konkreten Fall lohnt sich die Überlegung, ob eine kleine Verkürzung der Dauer bei gleichem Ausmaß genau so bewertet wird wie eine große Reduktion des Ausmaßes bei gleicher Dauer (wo sind wie auf der Hyperbel?).

Akademisch bei anderen Rechtsfragen vllt. auch interessant, wenn man empirisch Daten über Deals mit hedonischen Regressionen anschauen würde und das Modellfit verschiedener Operationalisierungen vergleichen würde. Würde einem Hinweise über die relative Gewichtung von Ausmaß und Dauer geben. Mit Entscheiden alleine gehts wohl nicht, man braucht sowohl akzeptierte als auch nicht akzeptierte Strafmaße.