LdN 224 Soziales-Medium plattmachen (Cloud = Nutzung Computer anderer Leute)

Im letzten Abschnitt „Verantwortung in den sozialen Medien“ wurden ja schon viel kommentiert, z.B. in LdN223 Social-Media-Sperre von Trump
Dazu nur kurz meine Meinung: Wer sich in einem sozialen Medium anmeldet, unterwirft sich den (möglicherweise auch wechselnden) Bedingungen des Mediums. Unabhängig von rechtlichen, nationalen Einschränkungen haben die Dienste ihr Hausrecht. Wenn Facebook keine Nippel sehen will, ich aber Nippel poste, muss ich damit rechnen, dass mein Account platt gemacht wird. Auch wenn es in meinem Land nicht verboten oder unangemessen ist. Das weiß ich aber vorher. Suche ich mir eben einen Dienst, der damit kein Problem hat. Niemand ist auf Twitter angewiesen, von Trump mal abgesehen.

Im Beitrag nur am Rande angeschnitten ist aber die Rolle der Cloud-Anbieter.
Und damit zum Punkt meines Postings:

Wer einen digitalen Dienst (z.B. ein neues soziales Medium) entwickelt und das als Cloud-Lösung aufsetzt, der sollte sich genau überlegen, ob er das als App oder als Webanwendung entwickelt und ob er sich von einem bestimmten Cloud-Anbieter unterjochen lässt.

Bei einer Native-App ist man immer auf den Wohlwollen von Google und Apple angewiesen, eine Webanwendung geht immer und überall.

Und beim Hosting: Wenn Parler jetzt das Genick gebrochen wird, dann sind sie selbst Schuld. Mindestens Multi-Cloud von Anbietern in mehreren Ländern ist da angesagt. Beim Housing in einem deutschen Rechenzentrum muss mindestens ein deutscher Richter überzeugt sein, dass ich echt Dreck am Stecken habe, bevor die Polizei anrückt und Server abholt.
Bei Amazon AWS reicht es offensichtlich, einen Dienst zu betreiben, der Leute anzieht, die unliebsame Parolen von sich geben (die, soweit ich das erkennen kann, sogar von der US Rededfreiheit gedeckt sind). Obwohl das einen Infrastrukturanbieter eigenltich gar nix angeht/angehen sollte.

Wie oben geschrieben, ist es das gute Recht von Amazon, einen privaten Vertrag fristgemäß zu kündigen. Aber das sollte man als Firma bedenken, wenn man Dienste in die Cloud auslagert. Ruck zuck steht man ohne Dienst da, nur weil ein orangener Typ aus USA plant meinen tollen Dienst nutzen zu wollen…

Grüße
Chris

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