Also wenn ich mir dieses Thema anschaue könnte ich die ganze Zeit eigentlich nur im Strahl kot*en…

Imo führt schon die ganze Debatte eigentlich am Ziel vorbei (Satz gel. Mod.).
Wir reden hier die ganze Zeit nur über Strafverfolgung der Täter.

Kein Mensch redet über Prävention!

Eigentlich ist es sogar noch schlimmer: Man verfolgt die Konsumenten von Kinderpornografie, was ich für extrem kontraproduktiv halte, weil man die Menschen damit nur weiter in Illegalität zwingt und sie damit schon fast strategisch davon abhält, sich Hilfe zu suchen. Totaler Unsinn, der die Situation nur verschlimmert (da ich selbst Missbrauchsopfer bin, wage ich es einfach mal, mir diese unpopuläre Meinung herauszunehmen).

Ich sehe das im Umfeld der Kita meiner Kids… Da redet man nur über den großen, bösen Mann im Trenchcoat, der die Kinder mit Süßigkeiten in einen schwarzen Minivan mit getönten Scheiben lockt. Kaum einer spricht bei dieser Debatte über Prävention, Missbrauch im direkten Umfeld, Aufklärung der Kinder und Aufklärung der Eltern…

Und da ist noch soooooo viel Unwissen vorhanden (ich frage mich immer, wie Eltern auf die Idee kommen, dass ihre Kids mit ihnen über sexuelle Themen sprechen, wenn sie noch nichtmals dazu in der Lage sind, ihre Geschlechtsteile beim Namen zu nennen)

Aber klar… Einfach Massenüberwachung einzuführen, kostet nicht viel und ist darüberhinaus eine Maßnahme, die sicher breite Zustimmung bekommt (und die sich niemand traut abzulehnen) und bei der man sich als Politiker dann wunderschön selbst auf die Schulter klopfen kann, was man nicht alles für die Kinder getan hat…

Widerlich! Mag mir gar nicht vorstellen wie schlimm es sein muss zu wissen, dass derartiges Material noch munter lustig weiter im Internet kursiert und die Behörden da nix gegen unternehmen.

So eine Haltung der Ermittlungsbehörden kann ich kognitiv nicht nachvollziehen!

lg, Dave

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Dabei dürfen wir natürlich nicht verschweigen, dass es viele Projekte gibt, die an Schulen gehen und Kinder schulen.
Leider sind das oft NGOs, die noch dazu darauf angewiesen sind, dass Spenden und wenig planbare Fördergelder sie finanzieren.
Das muss aber dann aktiv von der Schule/Kindergarten gefördert werden.

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Hallo,
wenn ich es richtig verstanden habe, können auch die Innenminister der Länder eine Löschung vorantreiben. Wenn dem so ist, würde doch eine Kontaktaufnahme seitens der Bürger hier etwas bewirken können, oder? Entweder direkt an den IM oder eben an den Landtagsabgeordneten?

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@vieuxrenard Es ist bitter, so aus einer Episode entlassen zu werden.

Ich würde darum bitten, in Zukunft bei so schweren und gleichzeitig lösbaren Problemen im Sinne des Konstruktiven Journalismus immer auch die Extrameile zu gehen und zu erwähnen, was wir als Bürger:innen tun können.

Es ist gut zu wissen, dass sich Menschen wie Daniel Moßbrucker in die Bresche werfen, aber da wünscht man sich natürlich auch, dass sich etwas bewegt. So verbreitet der Teil eher ein Gefühl der Hilflosigkeit und davon brauchen wir gerade wirklich nicht mehr.

Erwähnt wurde ja, dass der öffentliche Druck fehlt. Da fragt Henri zu Recht, wie das aussehen könnte und ich schließe mich an.

Konstruktiver Journalismus bedeutet aber nicht, dass wir zu einer Kampagne aufrufen … man darf sich nicht gemein machen, auch nicht mit einer guten Sache. Eigentlich ist das doch ganz einfach: Wenn ihr an das Innenministerium schreibt und noch drei, vier Abgeordneten, dann habt ihr schon eine Menge getan. Wichtig ist eigentlich nur, dass man das naheliegende Gegenargument schon entkräftet, dass nämlich nicht gelöscht werden könne, weil das die Ermittlungen behindere: Genau das stimmt nämlich nicht, wie Moßbrucker ja erläutert hat.

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Finde ich jetzt nicht unbedingt die Aufgabe eines solchen Mediums…

Kann bitte der Titel des Kommentars geändert werden? Wie Philip und Ulf zurecht selbst immer wieder anmerken, hat das nichts mit Pornografie zu tun. Vorschläge: Aufnahmen sexualisierter Gewalt gegen Kinder, Medien von Pädokriminiellen, Darstellung sexuellen Missbrauchs von Kindern…

Das ist leider immer noch der offizielle Titel des Straftatbestands …

https://dejure.org/gesetze/StGB/184b.html

Ich will mal einen praxisnahen Hinweis geben für alle, die Kinder haben oder mit Kindern arbeiten, die jedoch nicht wissen, wie man diese vor sexualisierter Gewalt schützen kann. Es gibt mittlerweile viele wirklich gute Kinderbücher, die den Kindern keine Angst machen, sondern ihnen Tools an die Hand geben, um sie vor solchen Situationen zu schützen bzw. mit ihnen umzugehen.

Da ist zum Beispiel das Buch „Das komische Gefühl“ von Hans-Christian Schmidt und Andreas Német. Darin werden unangenehme Gefühle thematisiert und wie Kinder mit diesen umgehen können.

Auch zu empfehlen ist das Buch „Untenrum“ von Noa Lovis Peifer und Linu Lätitia Blatt. Darin geht es unter anderem darum wie man seinen Intimbereich benennen kann (was Kindern ermöglicht über mögliche unangenehme Erfahrungen zu sprechen). Ganz nebenbei werden auch zum Beispiel Regeln für Körperspiele thematisiert (Erwachsene und Kinder machen das nicht zusammen).

Es gibt mittlerweile auch den Onlinebuchhandel körperwörter.de. Unter der Rubrik „Themen“ > „Prävaention sexualisierter Gewalt“ finden sich viele weitere Bücher. Die sexualpädagogischen Empfehlungen auf der Seite helfen Eltern und Pädagogen bei der Auswahl der richtigen Bücher.

Ich wusste nicht, wie ich mit meinen Kindern darüber sprechen kann und habe das Thema lange gemieden. Hier habe ich gute Kinderbücher gefunden, die keine Angst machen sondern empowern.

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Kenne die Bücher… das erste ist toll. Aber dieses hier ist imo leider eher kontraproduktiv.
Kinder sollen lernen ihre Geschlechtsteile beim Namen zu nennen und nicht „lustige Namen“ dafür zu finden.

Damit bringt man ihnen genau das gleiche falsche Schamgefühl bei, mit dem wir auch aufgewachsen sind (Hihihi er hat „Penis“ gesagt).

Wir können nicht erwarten, dass Kinder mit uns über Missbrauchserfahrungen reden, wenn die sie noch nichtmals ihre Geschlechtsteile benennen können ohne rot zu werden.

lg

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