Im September wird in drei ostdeutschen Bundesländern ein neuer Landtag gewählt. Die ersten beiden Landtagswahlen finden bereits in - von heute gerechnet - zwei Wochen statt.
Jüngste Äußerungen von Spitzenpolitikerinnen und -politikern lassen aufhorchen. Die SPD-Bundesvorsitzende Saskia Esken schließt Koalitionen mit dem reaktionär-populistischen BSW nicht aus. Und der CDU-Spitzenkandidat in Thüringen, Mario Voigt, will auf Stimmen der gesichert rechtsextremistischen Höcke-AfD zur Verabschiedung eigener Gesetze zurückgreifen und sie so normalisieren.
Die aktuellen Umfragen sehen düster aus (Sachsen, Thüringen, Brandenburg).
Dass die Umfragen keineswegs aus der Luft gegriffen sind, verdeutlichen die Europawahlergebnisse in Sachsen, Thüringen und Brandenburg von diesem Jahr.
Nun kann man zwar argumentieren, dass diese drei Bundesländer zusammengenommen „nur“ ca. 11,4 Prozent der Wahlberechtigten ausmachen, aber mit Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen, wo die Lage ähnlich aussieht, sind es immerhin schon 16,6 Prozent.
Auch könnte man anführen, dass Sachsen, Thüringen und Brandenburg keineswegs repräsentativ für Deutschland sind, wie folgende Abweichungen vom gesamtdeutschen Europawahlergebnis in Prozentpunkten belegen:
Sachsen:
AfD: + 15,9
BSW: + 6,4
Thüringen:
AfD: + 14,8
BSW: + 8,8
Brandenburg:
AfD: + 11,6
BSW: + 7,6
Allerdings ließen insb. CDU-Vertreter bereits durchblicken, aus den Landtagswahlergebnissen Konsequenzen ziehen zu wollen. Das könnte dann auf einen noch weitergehenden Rechtsrutsch der Partei hinauslaufen.
Somit hätten rechtsextreme und reaktionär-populistische Kräfte dann gleichsam schon gewonnen, selbst wenn sie nicht (direkt) an Regierungspolitik beteiligt würden.
Das gesamtdeutsche politische Koordinatensystem würde sich zum Schlechten verändern.