Lageunabhängig: Welche Medien kaufen

Liebe Lage-Community,

ich hab schon seit einiger Zeit mir überlegt, das ich doch eigentlich erwachsen genug bin, auch mal für meinen Medienkonsum zu bezahlen.
Ich höre im Moment viel Podcast (und hänge zu viel im Lageforum rum :wink: ), aber hatte auch den Gedanken dass ich gerne ein Medium unterstüzten würde das auch investigativ unterwegs ist. Weil ich finde Ulf und Philips „zusammenkehren“ oft sehr gut, aber es ist - so in meiner Wahrnehmung - ja vor allen Dingen ein „Auswählen und Kommentieren“-Format, das sich viel auf Berichte der ex-Printmedien beruft.
Das hatte ich dann auch so als Ziel mir überlegt: Natürlich arbeiten die auch viel mit Agenturmeldungen, aber gleichzeitig sind die ja auch - neben den Öffentlich Rechlichen - diejenigen die am meisten selber recherchieren (in meiner Wahrnehmung!).
Politisch würde sich da für meine Einstellung sicher die taz anbieten, aber die mag ich nicht so gerne lesen, die spricht mich leider oft nicht an und ist mir thematisch nicht eng genug.
Die FAZ ist raus, da sind viel zu viele Artikel und Kommentare drin die ich einfach daneben finde!
Die Sueddeutsche finde ich oft interessant was die an Informationen so rauskramt, aber ich hab an dem fokus auf Süddeutschland nicht so ein Interesse, und lese eigentlich nie auf deren HP (nur oft „wie die Süddeutsche berichtete“
Der Spiegel ist mir irgendwie zu läpsch geworden, das ist mir oft zu aufmerksamskeitheischend, die Artikel oft zu oberflächlich, und die Fleischhauer/Blome Kolumnen haben mich auf jeden Fall abgeschreckt.
Zeitonline ist so meine erste Anlaufstelle online, lese ich realtiv viel, und daher strebe ich gedanklich eher dahin, aber mich würde sehr interessieren: Seht Ihr da ein anderes Medium weiter vorne, hab ich wen vergessen mit meinem Gedanken?

In einem zweiten Schritt hab ich dann ueber Geld nachgedacht. Ich dachte: so 25 Euro, das ist so viel wie meine Parteimitgliedschaft, fuer Produkte die ich ja auch umsonst bekomme, das ist doch vielleicht ne angemessene Grossenordnung. Dann dachte ich: Naja, so nen 10er fuer die Zeitung, 5 fuer die Lage, 5 fuer die Metaebene und 5 fuer irgendwas drittes, das wird ja passen, und dann hab ich mich schon erschrocken:
Die Zeit online kostet 5,40, aber pro Ausgabe, d.h. deutlich ueber 20 Euro im Monat (und ein print Abo kostet 6,10), SPON auch 20 Euro im Monat, Süddeutsche ist bei 10 Euro, die FAZ das erste Jahr 3 Euro pro Woche (und jederzeit kündbar), meine Lokalzeitung ist bei 10 Euro im Monat.

Also vielleicht meine Fragen:
a) Wie handhabt Ihr das so, habt Ihr Digital-Zeitungs-Abos (oder andere mediale Formate) und wenn ja welche und warum?
b) Findet Ihr auch das 20 euro die die beiden sinnvollen Wochenzeitungen/schriften SPON und ZEIT haben wollen überraschend happig, und könnt Ihr verstehen warum die doppelt so viel haben wollen wie Süddeutsche und FAZ?

Ich bin gespannt auf Eure Antworten!

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Hallo @Hasenkoettel,

gute Fragen, ich versuche mal zu antworten:

  1. SPON und Zeit finde ich schon happig, zumal mir die Qualität der Artikel runterzugehen scheint (ich war in den 1990ern lange Abonnent). Ich vermisse auch zunehmend auf ZON tiefgehende Analysen, was mich nicht motiviert, da ein Abo zu versuchen. Das Wort „läpsch“ kenne ich nicht, aber ich habe ein Gefühl, was du damit meinst, und würde sagen, sie haben sich auch an die Aufmerksamkeitsökonomie angepasst.

Ansonsten abonniere ich gar nicht mehr. Ich lese mich durch verschiedene Medien:

  • Zeit, SPON, Guardian, CNN, NYT, auch gern The Atlantic, wenn ich ganz viel Zeit habe; die DLF-Seite ist auch sehr gut; FAZ und NZZ auch hin und wieder, wie auch Handelsblatt oder Manager Magazin, wenn da interessante oder freie Artikel sind
  • Parallel dazu bin ich allerdings auch auf Seiten unterwegs, bei denen ich nicht zwangsläufig zustimme: Bild, Foxnews, Russia Today, China Daily

Das zweite aber eher, um eine „Blase“ zu vermeiden. Mich interessiert, wie Ereignisse tendenziell in China bewertet werden oder wie 40% der Amerikaner sich informieren (Foxnews) und was ihre Weltsicht formt. Dazu muss ich sie ja nicht teilen, aber es ist schon manchmal ernüchternd. Nachdem ich Tucker Carlson und Laura Ingram gesehen habe, hatte ich ein deutlich besseres Gefühl für das Weltbild mancher Amerikaner.

Ich finde, es ist wichtig, möglichst weit zu schauen und nicht nur das zu lesen, was einem gefällt. Ich höre auch die Lage, auch wenn ich nicht immer übereinstimme. Und ich lese auch Jan Fleischhauer und Margarete Stokowski. Ich muss beiden nicht zustimmen, aber es fordert immer wieder meine Perspektive heraus. Und eines muss man Fleischhauer lassen - ab und zu kann er richtig pointiert und geschliffen schreiben, dass ich einfach lachen muss… :slight_smile:

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