LeoWom
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Ich verstehe immer weniger über was ihr diskutiert.
Es wird Speicher und flexible Verbraucher geben müssen. Wenn Olaf im Winter um 15:00 ins Bett geht ist auch das eine Art der Flexibilität
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Vorurteile sind doch etwas Gutes.
However, beschäftige dich bitte einmal mit dieser Art von Anlagen. Dann wirst du merken, dass es nicht so einfach ist.
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Olaf.K
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Vieles ist einfach.
Trimet wurde bereits genannt.
Hier in Schweden (Glasriket) gab es letztes Jahr auch mehrere Berichte über die Glasschmelzöfen und wie lange man die ohne Schaden abschalten kann.
Heißt auch da geht deutlich mehr und „einfach“.
Internet: auch hier wird es Zeit sich von der Vorstellung zu verabschieden, dass jedes Archiv binnen Millisekunden zur Verfügung stehen muss.
Wozu auch? Die Posts oder Mails von vor Jahren kann man getrost auf Servern speichern die im Standby liegen und eben erst bei Anfrage ein paar Sekunden brauchen bevor sie antworten, schließlich werden sie (wenn überhaupt) nur sehr selten abgerufen.
Die Flexibilisierung des Verbrauchs reduziert den Speicherbedarf enorm und wird daher unausweichlich sein.
Und wie schon gesagt gehe ich davon aus, dass wir eine Verschiebung der Jahresarbeitszeit Richtung Sommer erleben werden, schlicht weil da der Strom billiger ist.
Heißt der Jahresurlaub wird eher Richtung Winter verlegt und im Sommer arbeitet man 10 Stunden, im Winter dafür nur 6 Stunden. z.B.
Das das geht, beweist die Baubranche seit Jahrzehnten. Ist also nicht so hyper komplex bis unmöglich so wie du es hier darstellst.
Hier Beispiele für einen nötigen (aus Sicherheitstechnischen) 24/7 Betrieb:
Ölmühlen auf Extraktionsbasis wegen Prozess Stabilität und -Sicherheit
Petro- chemsiche Prozesse wegen Prozess Stabilität und -Sicherheit
Chemische Prozesse wie Dünger, Grundstoffe, Klebstoffe, Waschmittel Prozess Stabilität und -Sicherheit
Pharma Prozesse, wegen langer Reaktionszeiten der Komponenten
Hochöfen für Stahl wegen Prozess Stabilität und -Sicherheit
uvm.
Ich habe extra nur die Prozesse genannt, die nicht vorwiegend aus wirtschaftlichen Gründen 24/7 betrieben werden.
Leider sind die Artikel beim VDI, VCI, BG RCI, Springer Bücher etc. nicht frei verfügbar.
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Olaf.K
29
Aber ja und all diese Prozesse machen 40GW Last aus, weswegen wir sofort mit dem Bau von 40 neuen AKW beginnen müssen. [/Ironie]
mifr
30
Licht ist aus meiner Sicht ein geringeres Problem, Herd, Spül- und Waschmaschine sowie Wäschetrockner sind die Stromfresser im Haushalt, 30 Watt für die LEDs und 20 Watt für die Gefrier-Kühlkombi machen nicht so viel aus.
Olaf.K
31
Es geht ja auch eher weniger um Licht als mehr um Solarstrom ^^
Der ist nunmal weniger wenn dunkel draußen.
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Helmut
32
Vielem in dieser Analyse würde ich zustimmen, aber nicht dem letzten zitierten Satz in dieser absoluten Form. Es stimmt, dass es aufwändiger ist, die jahreszeitlichen Schwankungen durch Speicher auszugleichen als die von Stunden, wozu es ja jetzt schon installierte Lösungen gibt.
Aber wir haben auch eine Ölreserve für ein paar Monate und jetzt wieder Gasspeicher für ein paar Monate (aktuell zu wenig für einen kalten Winter, aber mehr als nur für ein paar Stunden oder Tage). In diesen Formen oder vielleicht als Wasserstoff könnten wir auch in Zukunft Energie für den Jahreszeitausgleich speichern, wir müssten dafür wohl die Speicherkapazität erhöhen und insbesondere die Erzeugungs- und Rücktransformationskapazität aufbauen (z. B. Elektrolyseure und Brennstoffzellen).
Das wird etwas kosten (auch wegen der im vergleich zu Akkus oder Pumpspeichern geringen Round-Trip-Effizienz Elektrische Energie → PtX → Elektrische Energie, wobei die Verluste zu einem guten Teil stationär und in Wärme anfallen, was man für Fernwärme o. ä. nutzen könnte), aber es ist nicht unmöglich.
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pitus
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Bitte nicht einfach die Basis der Aussage verändern, das ist sonst etwas unfair. Du hast in deinem Beitrag von einem Mangel von Oktober bis März gesprochen, der ausgeglichen werden muss. Ich zitiere:
So gesehen, solltest du doch happy über die Erkenntnis sein, dass tatsächlich nur Ende Februar/Anfang März bzw. Ende November/Anfang Dezember anspruchsvoll sind. Das dürfte den Speicherbedarf schon sehr signifikant reduzieren.
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Point taken.
Die eigentliche Aussage, die ich machen wollte, war eigentlich, dass das für diese Perioden 2 mal pro Jahr jeweils 2-3 Wochen Kraftwerks- oder Speicherkapazitäten zusätzlich zu den Tagesschwankungskapazitäten vorgehalten werden müssen.
Olaf.K
35
Für die Wärmeversorgung dieser Prozesse scheinen thermische Speicher durchaus eine Rolle zu spielen:
Und dann der dort verlinkte Bericht aus der Schweiz.
Danke für den Hinweis. Ja, dass Prinzip funktioniert, aber bitte mal nachsehen wie viel Speicherkapazität der Sand wirklich hat. Da wird man schnell feststellen, dass der Sandspiecher sehr groß werden muss oder nach 2 Monaten der Speicher leer ist.
Aber es hilft auf jeden Fall.
In meinem Unternehmen sind grade mehrere Abteilungen damit beschäftigt den Wärmeprozess (Chemie Werk) auf Alternativen umzustellen. Die elektrische Variante mit Industrie WP scheint im Moment die beste Alternative zu sein. Leider sind die Investitionskosten extrem hoch. In unserem Fall 25 Mio€/WP + Installation. Es werden grob 11 benötigt. Das Problem ist jedoch, dass der Netzbetreiber abgewunken hat, weil dafür ein neues Umspannwerk und neue Hochspannungsleiutungen gebaut werden müssen. Bauzeit 10-12 Jahre. Wer die Kosten trägt ist unbekannt. Bedarf ca. 62 MW elektrisch installierte Leistung für das komplette Werk. Zur Zeit wird über GUD der Strom (19 MW) und die Wärme erzeugt mit Erdgas. Sehr hoher Wirkungsgrad.
Danach hat man allerdings ein fast geschlossenes System (Abwärme zur WP und WP zum Prozess).
Für Anfahrprozesse benötigt man dann noch einen Biomasse Dampfkessel.
Die zweite Option GUD mit Wasserstoff betreiben ist wirtschaftlich komplett unrealitisch, es sei denn der Wasserstoff wird hoch subventioniert.
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Olaf.K
37
2 Windkrafträder + maximal Solar, dann kann euch der Versorger mal ^^
Übrigens war die Idee nicht, dass du den Sandspeicher 1x auflädst und dann endlos Energie entnehmen kannst.
2 Monate Prozesswärme bei Dunkelflaute halte ich jetzt schon für extrem überdimensioniert.
Quizl
38
Hallo! Erstmal Danke für eure großartige Arbeit und eine schöne Sommerpause!
Ein Gedanke zum Thema Industriestrompreis, der meiner Meinung nach bei eurer Betrachtung zu kurz gekommen ist:
Ich verstehe den Punkt nicht an Industrien und Technologien festzuhalten, die keine Zukunft haben aus der Angst vor verlorenen Arbeitsplätzen.
Jedoch ist dies hier finde ich nicht der Punkt.
Energieintensive Industrien werden weiterhin gebraucht. Die Chemieindustrie und Beton bzw Stahlverarbeitung wird weiterhin ein Thema bleiben. Daher sollten wir es diesen Industrien ermöglichen klimaneutral zu werden. Ohne einen Industriestrompreis werden diese meiner Meinung nach einfach ins Ausland verdrängt, wo sie weiterhin fossile Energien nutzen. Damit ist dem Klima kein bisschen geholfen. Daher finde ich es einen sehr guten Ansatz es diesen Industrien hier zu ermöglichen bzw. Sie dazu zu zwingen neue Methoden zu entwickeln nachhaltig energieintensive Produkte zu produzieren.
Dazu kommt ein klarer Anreiz für die Politik auch über die nächsten Legislaturperioden die Erneuerbaren auszubauen, da diese die Kosten für den Industriestrompreis senken.
LeoWom
39
Damit erzeugst du 62 MW Leistung? Müssen ja tolle Anlagen sein…
Aber zumindest nicht so einfach. Im verlinkten Beispiel ist von 100 t Sand und 100 kW Leistung die Rede. Das ist viel Sand und eine sehr kleine Leistung.
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Olaf.K
40
Nö 
Kommt davon wenn man nicht extra nachschaut.
Aber 12MW hast du dann schonmal.
Ein Anfang ^^
Sie sagen auf deren Homepage,.dass sie einen Speicher mit 10MW Heizleistung und 1000MWh Kapazität haben.
Glaube nicht, dass die einfach nur mehr Sand und alles andere in Größer verwenden um diese Leistung zu erreichen.
LeoWom
41
Hab zweimal geschaut und nix gefunden. Halte ich auch für komplett unrealistisch
Olaf.K
42
" At the moment we can offer a heat storage system with 2 MW heating power with a capacity of 300 MWh or 10 MW heating power with a capacity of 1000 MWh. "
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Prinzipiell bin ich bei dir.
Allerdings sehe ich vor allem ein Problem: Wenn nun an einer Industrie nicht mehr festgehalten würden, dann ergeben sich mMn insbesondere 2 Fragen:
Wer entscheidet, welche Industrie zukunftskompatibel ist und welche nicht?
Auf welcher Grundlage erfolgt diese Entscheidung?
Daraus leiten sich viele weitere Fragen ab; nur eine Auswahl:
Betonindustrie: Beton ist Klimakiller und an vielen Stellen ersetzbar; an allen? Welche Alternativen gibt es? Woran wird geforscht? Helfen erneuerbare Additive tatsächlich?
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LeoWom
44
Vielen Dank für den Link. Ändert aber nix an meinen Zweifeln. Interessiere mich immer für neue Ideen von Startups. Und immerhin haben die schon
eine 100 kW Anlage im Feld. Mal sehen.
Eine der renommiertesten Institute für Energiespeicherung in DE und international ist übrigens das ZAE in München. Die haben das Speicherprinzip auf Basis Mineralgestein schon vor etlichen Jahren und in einer Gießerei umgesetzt. Von denen stammt auch die Zeolith-Trocknung in Geschirrspülern, falls das jemand was sagt. Mit Zeolith kann man Wärme sogar ohne Wärmeverluste speichern.
Das Problem mit allen schönen Lösungen ist, dass die nicht in die Skalierung gebracht werden können, weil zu teuer oder eben Energie zu billig. Siehe auch die WP.
Das positive: ganz viele nötige technische Lösungen liegen auf dem Tisch.
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