Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Bamf nicht unterbesetzt ist. Das Personal wird nur falsch eingesetzt und das gesamte Klima im Amt ist, ganz Seehofer-like, eher auf „Abwehr“ ausgerichtet. Zumindest wenn man den Bereich der Bearbeitung von Asylverfahren nimmt.

Weißt eigene Erfahrung und hast du sonstige Belege dafür alle Berichte die ich kenne zur Fallquote pro Mitarbeiter, Spaßnahmen, Organisation und hohen Mazahl an nicht gerichtsfesten Entscheidungen deuten in eine andere Richtung.
Aber wegen mir ist auch ein Problem der Ressourcen verwendung

Was Du ansprichst ist die Verschwörungstheorie der AfD, irgendeine Elite sogenannter Globalisten wolle die deutsche Kultur durch Migration zerstören. Ich meine hingegen die Forcierung der konkreten Krisendynamik durch die belarussischen Behörden.

Kleine Ergänzung: Das kann ein positiver Effekt sein, da wir die ja brauchen. Aus humanistischer Perspektive fände ich es aber erstrebenswert, die Menschen als Menschen zu sehen, denn an der anderen Perspektive krankt ja unsere Gesellschaft eh schon. Ich sehe aber ein, dass das für diejenigen, die eh vor allem Probleme bei der Migration sehen, die potenzielle Arbeitskraft (wenn die Leute denn arbeiten dürfen) eventuell das schlagendste Argument ist…

Die Kommentare zeigen finde ich, wie dringend wir eine gesellschaftliche Diskussion über Migration benötigen, auch wenn natürlich zu befürchten ist, dass diese hetzerisch instrumentalisiert werden wird.

Eine sicherlich nicht fremdenfeindlich intendierte Umfrage der Caritas vom Juni 21 zeigt, wie tief hier der Graben durch die Bevölkerung geht, den man aus meiner Sicht so nicht hinnehmen kann.
Diakonie zieht Bilanz zur Flüchtlingspolitik: Integration und Sozialpolitik zusammen denken – Entweder-oder-Logik führt in die Sackgasse - Infoportal - Diakonie Deutschland
Mich verwundert die kritische Sicht auf Migration weiter Teile der Bevölkerung nicht. Migration ist zwar Realität aber der Umgang damit ist bei uns von Ignoranz geprägt und alles andere als gelungen. Das beginnt beim städtebaulichen Umgang mit Migranten, die sich häufig in bestimmten baulich schwierigen Vierteln ballen. Es setzt sich fort mit den Schwierigkeiten, einen an unseren Arbeitsmarkterfordernissen orientierten Schulabschluss zu erreichen. Und es mündet in einer hohen Armutsquote unter Migranten. Armutsgefährdungsquoten von Migranten | bpb.de
Das alles ist nicht Schuld der Migranten sondern politisch zu verantworten. Das macht es aber im Ergebnis nicht besser und führt in der Konsequenz zu einer schlechten Akzeptanz in der Bevölkerung. Es ist nicht absehbar, auch nicht unter der Ampel, dass sich daran etwas substantiell ändern wird.
Korrespondierend zu unserer gesellschaftlichen Spaltung ist auch unserer Stellung innerhalb der EU. Hier scheint mir eine liberale Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik nicht mehrheitsfähig zu sein. Meiner Wahrnehmung nach verstecken sich die GroKo und Ampel Parteien mit ihrem Verweis auf notwendige „europäische Lösungen“ bewusst und versuchen so auch eine Diskussion in Deutschland zu vermeiden.
Eine Diskussion über Migration in Deutschland wie auch in der EU sollte auch eine Reihe von Annahmen (z.B. Europäische Grundwerte, Demografie bedingter Migrationsbedarf) einbeziehen, die in diesem Kontext immer wieder angeführt werden.
Es mag Staaten und Bevölkerungsgruppen geben, die einen deutlich restriktiveren Umgang (analog wie aktuell in den USA und wie intendiert in UK) als durchaus vereinbar mit unseren Europäischen Grundwerten sehen. Schließlich richten sich auch keine nachhaltigen öffentlichen Vorwürfe gegen die USA im Bezug auf ihr Vorgehen gegenüber den Haitianern, die Anfang des Jahres kamen. Niemand (erst recht nicht unsere Bundesregierung) würde den USA wegen der umgehende Rückführungen der Haitianer den Status einer „freien westlichen Demokratie“ aberkennen.
Einen Demografie bedingten Einwanderungsbedarf (von außerhalb der EU) als gesetzt zu sehen, halte ich auch nicht per se für konsensfähig. Zum einen gibt es innerhalb der EU noch eine gewaltige Unterbeschäftigung. Zum anderen könnte man ggf. ja auch eine Anpassung der wirtschaftlichen Verhältnisse anstreben. Vor dem Hintergrund der bisher nur unzureichend gelungenen Integration sollten wir als Gesellschaft erst beweisen, dass wir daran wirklich etwas geändert haben, bevor wir einer für den numerischen Bevölkerungserhalt notwendigen Einwanderung von 300.000 Menschen pro Jahr zustimmen. Diese könnte natürlich eine Bereicherung sein, so wie es die Hugenotten, die Polen und viele anderen vor ihnen auch waren. Aber bitte nicht so wie wir es aktuell machen.

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In Syrien. Bei der Eroberung der danach „befreiten Staedte“. Die UN hat die Rueckgabe gegen freies Geleit verhandelt, dann gingen die einen nach Idlib, die anderen nach Deutschland und in die USA. Ein bischen mehr Ernst haette ich erwartet.

Einige sind nur verpeilt. Die Freunde der SPD. Die SPD bedauert den Anschluss auch noch heute. Statt den alten Leuten die Lage der Nation zu erklaeren. Ich interessiere mich nicht fuer Soziologie, eher fuer Geschichte und die Frage, wie konkrete Menschen zu bestimmten Meinungen kommen. Ich kam vor etwa 10 Jahren aus Bonn dahin und traf jemanden, der einer der liebsten Leute war, die ich mir vorstellen konnte. Der hat mich danach mit Emails zu dem Thema bombardiert und danach habe ich auch das schwarze Brett des lokalen Bioladens mit anderen Augen gesehen. Heute will er natuerlich niemals ein Reichsbuerger gewesen sien, aber BRD-GmbH gehoerte damals zum guten Ton. War aber eher nur ein Randthema. Labels haben etwa mit Willkuer zu tun, sie werden verteilt. Meine Freiheit, Deine Freiheit, die Freiheit, der Weltgeist oder was? Um das Thema label noch etwas zu vertiefen. Schutz der Menschenrechte durch gerechten Waffenexport ist aber vielleicht noch interessanter. Mexiko den Mexikanern.

Ich wuerde mit Junius Brutus anfangen, den Monarchomachen, und nach dem verlorenen ersten Weltkrieg mit Ringelnatz und dem weggelaufenen Kaiser. Schemata sind mir zu primitiv.

Menschenrechte als Kampfbegriff bringt das Problem uebrigens schoen auf den Begriff. Zur Aktualitaet des Gedankens verweise ich auf den angeblichen Systemwettbewert mit China. Die Chinesen lachen ueber uns. Jedenfalls musste ich mir einmal den Vorwurf des „white Liberalism“ anhoeren, obwohl ich darueber gar nicht reden wollte. Irgendwo in Malta, ein Kuenstlertreffen, an dem auch drei Chinesen teilnahmen, einer aus Australien, der dort ueber interaktives Fernsehen promovierte, eine Chinesin aus Singapur und Zimu Zhang, die einmal Superstar der Berlinale war und in Belgien lebt. Sie macht auch Filme ueber die Freiheit, aber ganz anders. Freiheit hat auch Bedingungen. China braucht Demokratie, aber keine Demokratie ohne Stabilitaet. Sagte der Chinesische Prof, den sie waehrend der Tianamen Tage zu seinem Schutz nach Bielefeld verfrachtet hatten. Ein Jahr zuvor hatten 7 seiner Studenten an der gleichen Stelle demonstriert, 5 Minuten lang, dann hatte die Polizei die Demo schon beendet. Mit einem Schild: Warum ist China so arm? Ich schmeisse Deine Soziologie auf den Muell.

Also momentan sterben in Syrien die ehemaligen Mitarbeiter des Westens wie die Fliegen.
Da haben wir uns nicht mit Ruhm bekleckert.

In der Geschichte gab es immer Staaten, die anderen wirtschaftlich oder militärisch überlegen waren und dann die anderen ausgebeutet haben.
Das führte natürlich zu Migration in diese Staaten.
Nur war man früher dafür Wochen, manchmal Jahre, unterwegs.
Da hat die globalisierte Welt einiges vereinfacht.

Wer Migration stoppen will, muss das Miteinander der Staaten neu denken.
Die Niederländer zum Beispiel sind in der Entwicklungshilfe wesentlich beliebter als wir.
Wenn deren NGOs in anderen Ländern sind, setzen die sich erst mal mit den dortigen Experten zusammen, erörtern die Probleme, beobachten und überlegen, wie man die Probleme auf das Land bezogen lösen kann.
Wir fahren hin, schauen uns das an, Vertreter unserer großen Firmen sind schon dabei und planen bereits, was aus ihrem Portfolio sie da verbauen können. Wenn alles steht, hauen sie wieder ab und die Infrastruktur, die auf das Land nicht abgestimmt wurde, verfällt.
Der deutsche Staat springt mit Hermes-Bürgschaften ein und verbucht die im Entwicklungsministerium. Das Geld bleibt aber in Deutschland und langfristig profitiert hat niemand.
Ein Problem ist natürlich auch: je instabiler das Land, desto schwieriger, langfristige Infrastruktur aufzubauen, dabei wäre es gerade dort wichtig, wollte man Migration stoppen.

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Ein Schreibstil als würde man die Bahamas lesen, nur ohne den theoretischen Unterbau. Derartig performative Überheblichkeit durch nen aphoristischen Stil brauch ich gerade nicht. Edginess macht noch kein Argument :wink:

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Tut mir leid, @Heikor, aber ich habe oft Probleme, deine Kommentare zu verstehen. Könntest du dich bitte klarer ausdrücken, sonst ist es - jedenfalls für mich - schwierig, sich mit deinen Kommentaren auseinanderzusetzen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ein anekdotisches Treffen mit irgendwelchen (Halb-)Berühmtheiten (wirkt ja fast wie name-dropping) überhaupt eine Aussage hat. Wer sich mit Ballweg, Maaßen und Weidel auf Malta trifft, bekommt ja auch ein ganz anderes Bild von Deutschland als eine große Studie liefern würde…

Edit: Typo.

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Ich möchte hier noch einen anderen Gedanken einbringen: Es wird immer viel von Integration geredet und dass das die Aufgabe von den Migrant:innen sei. Was aber eigentlich gefordert wird, ist Assimilation, also dass sich die doch gefälligst komplett in unsere Kultur einordnen sollen. Integration hingegen bedeutet eigentlich ein Geben und Nehmen. Das passiert zum Teil auch (siehe Muezzinrufe in Köln), aber man sieht an dem Beispiel auch den Widerstand, der dagegen aufgebracht wird.
Wenn die Gesellschaft den Gekommenen nicht halbwegs offen gegenüber steht - und das bezieht sich nicht nur auf die schönen Worte, die schnell gesagt sind, aber nie umgesetzt werden - dann braucht man sich nicht wundern, wenn sich Enklaven bilden. Es wurde hier ja schon gesagt, dass es oft absichtlich schwer gemacht wird und ewig dauert, bis man als Asylbewerber:in arbeiten darf. Arbeit ist nicht nur zur Förderung des Geimwohls zu sehen, sondern sie stiftet Selbstwert. Wenn wir das den Migrant*innen verweigern, ist es kein Wunder, dass einige oder vielleicht auch viele in eine Richtung abdriften, die wir nicht gut finden. Wenn wir Leute aus dem Ausland brauchen, um unser Land am Laufen zu halten, dann müssen wir ihnen auch ein Modicum an Respekt zukommen lassen…

Aber natürlich muss man darüber diskutieren, wie wir mit diesem Komplex umgehen wollen, wie viele wir aufnehmen können/wollen, wie man Fluchtursachen bekämpfen kann, welche Probleme sich für die Gesellschaft ergeben können. Die Debatte, die ich meistens sehe, ist aber an keiner ehrlichen Diskussion intteressiert, sondern sucht nach Wegen, wie man es rechtfertigen kann, dass täglich Menschen im Mittelmeer qualvoll ersaufen und wie man die, die hier sind und die man nicht einfach loswerden kann, möglichst gewinnbringend einsetzt, als wären es keine Menschen sondern irgendwelche Güter oder Maschinen…

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Guter Punkt. Man könnte zum Beispiel aufhören afrikanische Länder in, für sie negative Freihandelsabkommen zu zwingen:

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Etliche dieser Fluchtursachen sind dem Raubtierkapitalismus geschuldet der Raubbau mit Ressourcen der Fluchtländer betreibt.

Des weiteren würde ich für eine begriffliche Abgrenzung plädieren die mir in der Presse aber auch hier im Forum immer wieder begegnet.
Denn Asyl und Migration wird ohne Unterscheidung ihrer Bedeutung immer wieder vermischt.

Ein Asylant/in kann zu einem/einer Migrant/in werden die ursprüngliche Absicht ist aber eine ganz andere. Von daher finde ich es falsch „Asylanten“ per se integrieren zu wollen/müssen. Bei einem Asylanten ist der humane Hintergrund das ausschlaggebende Argument, die Hilfe und Unterstützung AUF ZEIT zu bekommen bis die Krise beendet ist oder die Person ihren Status ändert.
Migranten/in gilt es von Anfang an ein Angebot zu machen damit diese Person hier seinen/ihren Platz findet und sich integrieren kann.

Von daher stimme ich zu, dass die Migration begrenzt ist.
Für Hilfesuchende sollte unsere Türe aber immer offen stehen. Allerdings sollte diesen und uns dann bewusst sein dass dieser Status endlich ist.

Das kommt mir sehr idealistisch vor (im Sinne von: der Welt der Ideen, nicht der Realität verhaftet). Auf dem Papier hat die Person einen bestimmten Aufenthaltsstatus, aber in der Praxis haben alle Menschen recht ähnliche Bedürfnisse. Sie wollen etwas zu tun haben, materiell vorankommen und in die Gesellschaft eingebunden sein. Wem das fehlt, der wird früher oder später zum Problemfall für sich und andere.

Das Problem ist hierbei: die Migranten die sich integrieren und sich eine normale Existenz aufbauen schaffen es nicht in die Medien, was Belege recht selten macht.

Ich bin hier Teamleiter, mein Stellvertreter ist Syrer und kam mit der Flüchtlingswelle 2015 nach Schweden.

Nenn mir einen guten Grund, warum der nicht als Beleg gelten darf, dass die These stimmt.

Klar gibt es auch hier in Schweden Probleme, die werden dann auch gerne mal in rechtsgerichteten deutschen Medien als Beispiele für das Versagen angeführt, aber im großen und ganzen läuft es hier in besser, auch weil der Ansatz hier lautet sie schnellstmöglich in eine Erwerbstätigkeit zu bringen, auch wenn sie später vielleicht abgelehnt werden.

Ach und der Arzt bei dem ich gerade war hieß Ahmed, ich glaube der wird es auch niemals in die Medien schaffen, weil viel zu irrelevant.

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Vielleicht kann ich auf diese Weise Matti antworten: Es hat doch funktioniert. Bis Daraa 2011. Dank eines kleinen Massakers von Vater Assad mit 20.000 Toten. Danach war Frieden. Syrische Offizielle konnten wieder auf die Strasse gehen ohne Angst zu haben, erschossen zu werden. Wir koennen da ueberhaupt nichts machen, wie koennen den noch existierenden Staat Syrien nur machen lassen und ihn dabei unterstuetzen. Dabei stellen wir ihm wo wir nur koennen ein Bein. Syrien soll nicht einmal die Ruinen enteignen duerfen um die Staedte wieder aufzubauen. Der Orient sprengt unser Vorstellungsvermoegen. Man kann aber mal ueber Daraa 2011 nachdenken. Wie fing es an? War der dort beginnende Polizistenmord gerechtfertigt? Daraa 2011 war nicht nur Kino. Kann mich noch gut an Vater Assad auf der Rathaustreppe in Bonn erinnern. Unsere besten Freunde. Mehr Konsequenz wagen.

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Das sage ich ja mit anderen Worten auch. Es ist sozusagen die klassische englische Art von Kolonialismus. Die haben junge Leute (wie George Orwell nach Burma) geschickt, die sassen dann mit den lokalen Chiefs unter dem Affenbrotbaum. Die Roemer haben es aehnlich gemacht. Worueber es viele Buecher gibt, die man mit Google leicht findet. Wenn man will.

Im Fall von Syrien war es aber anders. Da ging es eher um „Menschenrechte als Waffe“. Was sollten die „Weisshelme“, wo es das syrische Rote Kreuz fuer genau diese Zwecke laengst gab? Der Chef der „Weisshelme“ ist dann nicht in Syrien, sondern in Istanbul vom Balkon gefallen und niemanden hat es interessiert. Ein ehemaliger englischer Offizier. Usw. Thanks.

Ich will Faelle darstellen. Die die Begrenzheit von Regeln zeigen. Es geht nicht um Beruehmtheiten, aber Zimu Zhang kann man googlen. Auch ihren kleinen Bericht ueber die chinesische Filmszene. In welcher Weise es da um Freiheit geht. Es ist nicht so eindimensional, wie wir gerne haetten. Ballweg kenne ich nicht, Weidel ist nur doof und Maassen redet zu viel. Verstehe auch nicht, was die mit meinem Fall zu tun haben sollen. Und Deutschland interessiert mich auch nicht. Malta find ich viel interessanter. Ein Ueberbleibsel des Siziliens der Staufer. Mit lesenswerter Rechtsgeschichte. Siehe judiciarymalta.gov.mt. Die Herrschaft der Malteser, naemlich des Ritterordens, den es noch immer gibt. Das Internationale Kommitee vom Roten Kreuz koennte ohne die nichts machen. An Brutalitaet nicht zu ueberbieten. Thats life. „Yes my friend“, so laeuft das da und es kann auch gar nicht anders sein. Sven Giegold dort fand ich danach nur noch widerlich. Ich moechte auch eine Briefkastenfirma. Das ist Vertragsfreiheit.