Konflikte riskieren zum allgemeinen Wohl

Mir reicht‘s jetzt.

Die Impfgegner und Coronaleugner werden gewalttätig, Menschen werden sterben, weil sie im Krankenhaus keine adäquate Pflege erfahren können, und unsere Entscheidungsträger in der Politik scheuen sich, Maßnahmen zu ergreifen, aus Angst davor, die Gesellschaft zu spalten.

Ich war immer dafür, Emotionen und Gerechtigkeitsempfinden beiseite zu lassen, und nur darauf zu achten, wie man mit den geringsten Schäden (und das heißt, mit möglichst kleinen Todeszahlen) aus der Pandemie wieder herauskommt. Wenn das heißt, dass man Impfzögerern Geschenke machen muss, dann muss das halt sein. Wenn das heißt, dass man mit jemandem, der sich schon zwanzig mal nicht überzeugen hat lassen, noch zwanzig mal sprechen muss, bis man es zur Impfung überredet hat, dann ist das halt nötig. Wenn man Milliarden für eine Kampagne ausgeben muss, um die Leute zu informieren, die sich weigern, sich sachlich zu informieren, dann sind das eben die notwendigen Kosten.

Ich war nicht nur dafür. Ich bin es immer noch. Was sich aber geändert hat, ist, dass ich nicht mehr optimistisch bin, dass sich die Situation einvernehmlich und durch freundliche Kommunikation lösen lässt. Vielleicht können wir ja noch ein Fünftel der Ungeimpften durch friedvolle Rhetorik zum Impfen bewegen. Aber das sind erstens zu wenig, und zweitens wird das zu lange dauern.

Jetzt muss was passieren, was schnell wirkt, und was auch eine Wirkung auf die Stur- und Strohköpfe hat. Ich war immer für eine Impfpflicht. Ich bin immer noch für eine Impfpflicht. Ich bin aber auch überzeugt, dass es jetzt schon zu spät dafür ist, diese Pflicht mit den gebotenen demokratischen Prozessen einzuführen, wenn wir damit die vierte Welle stoppen wollten. (Österreich ist das Beispiel: Dort kommt die Pflicht im Februar. Bis dahin werden schon Zehntausende gestorben sein).

Was könnte denn dann schneller wirken? Die wahrscheinlichsten Überträger konsequent zu isolieren würde doch mit Sicherheit eine deutliche und viele Leben rettende Wirkung haben. Und die wahrscheinlichsten Überträger sind Ungeimpfte. Die müssen so schnell wie möglich in Quarantäne. Und sie dürfen sich auch nicht freitesten lassen, sondern höchstens freiimpfen. Mal sehen, wieviele nach den ersten Wochen einknicken… Wichtig wäre jedenfalls auch der Kontrast zwischen den frei lebenden Geimpften und den, so kann das ruhig aufgefasst werden, eingesperrten Ungeimpften.

Zugegeben: Zu radikal, nicht praktikabel, und sicher auch meinem Zorn über unser ständiges Kleinbeigeben gegenüber Dummköpfen entsprungen. Höchstwahrscheinlich würde eine solche Maßnahme zu noch schlimmeren Szenen führen als man sie jetzt in Wien oder Rotterdam sehen konnte. Deswegen will ich gar nicht ernsthaft diese Idee als Vorschlag ins Spiel bringen. Ich will aber dafür plädieren, nicht mehr den Versuch zu machen, Lösungen zu finden, die niemandem Weh tun. Denn dadurch lassen wir passiv nur noch viel mehr Leid auf uns zu kommen.

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Das machen die schon von alleine:
Wiesbaden verbietet Impfgegnern “Judenstern“ auf Demos:roll_eyes:

@rph: Ich denke so wie dir geht es ganz vielen, die es einfach nicht nachvollziehen können, was in den Köpfen vieler Mitbürger vorgeht.

Eine Erfahrung, die sich auch in diesem Zusammenhang zeigt ist:
Nichts ist schlimmer, als ungewollte Hilfe.

Umso wichtiger, dass man an seine eigene geistige Gesundheit denkt und nicht in Szenarien abtaucht, die zu Ende gedacht genauso radikal sind, wie von Verschwörungserzähler postuliert.
Zugegeben, mir fällt es auch zusehends schwerer…

In diesem Sinne „Vorsicht an der Bahnsteigkante, jeder achtet auf seinen Neben(mann/frau) und vor allem nicht schubsen!“

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Toll, ich habe einen Nazivergleich gewonnen! Also das mit den gelben Sternen hast Du jetzt vorgeschlagen. Bitte nochmal lesen: Ich habe extra gesagt, dass das von mir kein Vorschlag sein soll. Worum es mir geht, ist, dass wir/die Politik nicht mehr auf Konsens zielen soll, wo sowieso keiner zu erreichen ist, und das Beharren auf Harmonie zu mehr Toten führt, als entschlossenes Durchgreifen.

Ja. Das das ist für mich auch aktuell eine absolut unangemessene Gleichsetzung und eine völlige Verachtung dessen, was Juden hier in Deutschland zugestoßen ist, nicht dass man meinen Kommentar dazu falsch versteht. Mich stoßen diese Bilder von den Demos auch ab.

Ich finde es einfach nur erschreckend, wie auf beiden “Fronten” gerade das Meinungsbild kippt und völlig unangessene Dinge (dann schließen wir die halt weg, bis sie vernünftig werden) salonfähig sind. Das ist für mich dann nicht mehr weit weg, dann kennzeichnen wir sie in der Öffentlichkeit und sperren sie doch zusammen.

Wo ist da die Grenze? Wenn ich mir überlege, welche Auswirkungen Tabak und Alkohol auf die Gesundheit hat und unser Gesundheitssystem belastet, vielleicht sollten wir die Raucher und Alkoholiker auch direkt einsperren, bis sie dem Rauchen/Alkohol für immer entsagen?
Was ist mit den Dicken? Einsperren, bis die Diät durch ist.

So, sorry, jetzt mal genug Polemik, aber der Vorschlag oben hat mich echt aufgeregt.

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Natürlich Raucher von Rest sedieren, was meinst du was Raucherecken anderes sind.
Ist gerade mal zwei Generationen her, dass Raucher genauso am normalen Leben teilgenommen haben wie andere auch.
Keiner wäre auf die Idee gekommen, im Auto oder im Büro zu sagen: Kippe aus, das stinkt und ist ungesund. Der Nichtraucher hatte das gefälligst zu akzeptieren und Rücksicht zu nehmen und es ist gut, dass diese Zeiten vorbei sind.
Nur mit Rücksicht auf die, die die Kraft nicht aufbringen sich von ihrer Sucht zu befreien, dürfen Zigaretten heute noch verkauft werden.
Auf lange Sicht werden sie aber aus den Regalen verschwinden. Und auch das ist gut so.