Kohlefaser ungelöstes Entsorgungsproblem

Dafür hat Aluminium seine eigenen Probleme. Extrem hoher Energieverbrauch in der Herstellung (miserabler CO2-Fußabdruck), hoher Verlust beim Recycling durch Oxidationsprozesse, Verlust von Qualität/Reinheit bei jedem Recyclingprozess, Rodung massiver Waldflächen für die Bauxit-Gewinnung und vor allem das Anfallen großer Mengen extrem giftiger Nebenprodukte bei der Herstellung, um nur die wesentlichsten Probleme zu nennen.

Mir scheint es immer wieder so, dass du - gut gemeint - über irgendeine problematische Eigenschaft von etwas stößt und dann meinst, dagegen vorgehen zu müssen. Sei es die PFAS-Belastung von E-Auto-Batterien in diesem Thread, etwaige Gesundheitsfolgen von Süßstoffen in diesem Thead oder eben nun Kohlefasern in diesem Thread hier.

In einer komplexen Gesellschaft kann es immer nur um das „geringste Übel“ gehen, und da ist das batteriebetriebene Auto trotz PFAS die weit bessere Alternative als der Verbrenner, der Süßstoff trotz möglicher Gesundheitswirkungen die bessere Alternative zum Zucker und die Kohlefaser in vielen Anwendungsfällen die bessere Alternative zu anderen Kunststoffen oder (Leicht-)Metallen. Die Alternative „kein Auto“, „Wasser statt Softdrinks trinken“ oder „Keine modernen Materialien“ bedeutet eben einen Verzicht auf Lebensqualität und Fortschritt, den der Einzelne vielleicht in Kauf nehmen will, die gesamtgesellschaftlich aber nicht durchsetzbar wären und auch nicht funktionieren würden.

Nicht falsch verstehen, es ist durchaus okay, auf potenzielle Gefahren hinzuweisen. Wichtig ist aber immer die Einordnung in das Gesamtbild.

Zum Gesamtbild für die Interessierten eine Einordnung mit KI, der ich mich anschließen würde:

Prompt: sind kohlefasern ein großes ökologisches problem

Kohlefasern (Carbonfasern) sind derzeit kein flächendeckendes ökologisches Hauptproblem, sondern eine spezifische Nischenherausforderung in der Kreislaufwirtschaft.

Das zentrale Problem liegt in der extremen Energieintensität der Herstellung und der fehlenden Recyclinginfrastruktur:

  • Die Recyclingquote liegt bei gerade zwei Prozent, was eine gravierende Lücke in der Kreislaufwirtschaft darstellt.

  • Die Erzeugung ist zu 80 Prozent außerhalb Europas angesiedelt und verbraucht sehr viel Energie.

  • Es besteht eine hohe Abhängigkeit von Importen und lizenzierten Technologien aus Drittländern.

Im Vergleich zu anderen Umweltkrisen wie der Kohleverstromung (die massive CO₂-Emissionen und Landschaftszerstörung verursacht) oder Asbest, ist die Gefahr durch Kohlefasern selbst gering, solange sie sicher eingebettet sind. Jedoch kritisieren Umweltverbände den Einsatz in langlebigen Produkten wie Windkraftanlagen-Rotorblättern, da diese am Ende ihrer Lebensdauer kaum wiederverwertbar sind und den Schutz von Mensch und Umwelt gemäß dem Kreislaufwirtschaftsgesetz gefährden könnten.

Kurzum:
Kohlefasern sind ein Nischenproblem, um das sich Politik und Wirtschaft durchaus kümmern müssen, aber im Vergleich zu anderen Umweltproblemen ist es nichts, worüber wir hier große Diskussionen führen müssten. Für einen Beitrag im Podcast hat das Thema m.M.n. schlicht nicht genug Relevanz.

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