Klimabericht des Club of Rome / Earth4all

Könntet ihr nicht mal über den jüngsten Bericht des Club of Rome und Earth4all berichten? Habe das Gefühl das geht medial völlig unter, noch wird im Bundestag darüber diskutiert.

„50 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Berichts an den Club of Rome vor 50 Jahren «The Limits to Growth» hat eine Gruppe von internationalen Forscherinnen einen neuen Bericht verfasst. Einberufen vom Club of Rome, dem Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung, dem Stockholm Resilience Centre und der Norwegian Business School wurden zwei Szenarios untersucht und modelliert: 1) Zu wenig zu spät – «Too little too late» und 2) der große Sprung – «The great leap».Es zeigt sich, dass es möglich ist. Eine sichere und wohlhabende Zukunft für alle Menschen auf diesem Planeten ist möglich und jeder kann sich einbringen.“

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Ich möchte zu dem Beitrag noch etwas anfügen:

5 klare Handlungsempfehlungen
Auch wenn die Ausgangslage super beängstigend ist, schlägt der Club of Rome ganz klare Handlungempfehlungen vor. Diese fünf Kehrtwenden müssten aber sofort von der Politik umgesetzt werden, und zwar global:

  • Überwindung der Armut durch eine Reform des internationalen Finanzsystems
  • Verringerung der Ungleichheit, indem die reichsten zehn Prozent der Bevölkerung nicht mehr als 40 Prozent des Nationaleinkommens eines Staates erhalten
  • Stärkung der Stellung von Frauen in der Gesellschaft
  • Umstellung der Nahrungsmittelproduktion auf einen nachhaltigen Anbau
  • Umstellung auf eine Energieproduktion ohne den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen

Die Wirtschafts- und Finanzsysteme seien kaputt, und wir erreichen ein gefährliches Maß an Ungleichheit, sagt die Belgierin Sandrine Dixson-Declève, Co-Präsidentin des Club of Rome. Die Verminderung von Ungleichheit gilt als Grundvoraussetzung für die Klimakrisenbekämpfung, da sonst das Vertrauen in die Politik sinkt und somit die Zustimmung aus der Bevölkerung für die nötigen sozioökonomischen Transformationsprozesse gefährdet wird.
Zudem sollten doch diejenigen die Rechnung tragen, die die Verantwortung für den größten Verbrauch der globalen Ressourcen haben. Wir wissen, dass die reichste Milliarde Menschen 72 Prozent der globalen Ressourcen verbrauchen, während es bei den ärmsten 1,2 Milliarden nur 1 Prozent sind. Die meisten natürlichen Ressourcen fließen in den Konsum der reichsten Gesellschaften, die allerdings nur einen Bruchteil der Konsequenzen tragen – eine zutiefst ungerechte Situation.

Soziale Gerechtigkeit und ein alternatives Wirtschaftssystem als Grundvoraussetzungen
Soziale Gerechtigkeit und ein Wirtschaftssystem, das nicht auf Kapitalismus setzt, sind also die zwei größten Herausforderung für das Überwinden der Klimakrise und das Schaffen einer ökologisch und sozial gerechten Welt.

Was könne WIR tun? Welche Rolle spielt Deutschlands?
Nach der Frage was man jetzt konkret tun soll und welche Rolle Deutschland dabei spielt, nennt der schwedische Forscher Johan Rockström einen meiner Meinung nach sehr wichtigen Punkt: Deutschland hat als 4. größte Wirtschaftskraft weltweit eine besondere Pflicht und Vorreiterrolle bei der sozialen und ökologischen Transformation inne. Das Land müsse als viertgrößte Volkswirtschaft der Welt beweisen, dass man die eigene Wirtschaft auf sozialverträgliche Weise emissionsfrei machen kann. „Wenn das gelingt, wird das auch auf die skeptischeren Länder übergreifen“.
Dies vermittelt etwas Optimisums, besonders in Zeiten wo man von einer wirtschaftlichen Kehrtwende in China, den USA oder Japan nicht ausgehen kann. Die größten Blockaden, Versäumnisse, aber auch das größte Potential liegt deshalb in der Politik - und da liegt meine Hoffnung bei Deutschland - es müssen Rahmenbedinungen für ein alternatives Wirtschaftssystem geschaffen werden. Angefangen mit einer Besteuerung der Reichsten.

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