Das halte ich für den eigentlichen, zugrunde liegenden Skandal.
Die Kirchen liefern genau gar nichts, was erforderlich wäre, damit die genannten sozialen Einrichtungen weiter ihrer Arbeit nachgehen können. Nicht Geld, nicht Arbeitskraft, nicht Fachkompetenz, gar nichts! Wenn die Kirchen morgen aufhören würden, zu existieren, würde kein einziges kirchliches Krankenhaus die Versorgung unterbrechen.
Das einzige, was sie tun, ist, parasitär an diesen Einrichtungen zu kleben, weil das ein relativ robuster Weg ist, weiterhin ihren politischen Einfluss zu sichern, während überall sonst ihre Relevanz erodiert. Nahezu jeder, der alle seine Sinne beisammen hat und nicht wirtschaftlich z.B. wie @Jazmin beschrieben hat von der Kirche abhängig ist, hat ihr schon den Rücken gekehrt, ist drauf und dran, das zu tun oder hat mindestens längst die „geistige Kündigung“ vorgenommen, indem sie/er schlicht an keinen kirchlichen Dingen mehr teilnimmt.
Für mich war übrigens die Perspektive, praktisch nur kirchliche Arbeitgeber mit den genannten Problemen zu finden, ein absolutes Killerargument gegen eine berufliche Laufbahn im sozialen Bereich. Und ich glaube nicht, dass ich da der einzige bin, der so denkt. Vielleicht hat der viel beklagte Arbeitskräftemangel in diesem Bereich ja auch ein kleines bisschen damit zu tun, dass man da kaum arbeiten kann, wenn man sich nicht den Kirchen unterwirft…?
Meiner Ansicht nach gehören die Kirchen aus dem sozialen Sektor ausgetrieben, so wie die Kirchen im Mittelalter Hexenaustreibungen praktiziert haben. Die Kirchen sind tatsächlich und wahrhaftig ein „böser Geist“, der diesen Einrichtungen innewohnt, und der aus ihnen herausexorziert werden sollte - nur eben nicht mit albernem Weihrauchschwenken, sondern demokratisch legitimierter Gesetzgebung!