Kann ich sehr gerne machen. Ein wesentlicher Punkt ist, dass wir keine Plantagen pflanzen, sondern sogenannte Mosaikwälder. Hierbei fängt man als erstes Lücken zu definieren zwischen denen anschließend Bauminseln gepflanzt werden. Diese Bauminseln sind etwa 10x10m groß und haben zueinander etwa einen Abstand von 10m.
Was bringt das? Es gibt grundsätzlich die Möglichkeit der Naturverjüngung, d. h. den Wald/die Natur sich selbst zu überlassen, Baumplantagen und Mosaikwälder.
Zur Naturverjüngung:
Das ist bei den 1.960 ha der Plan. Es wird auch ein natürlicher Lebensraum entstehen, aber ob das ein Wald ist, ist eine andere Frage. Die Natur sich selbst überlassen hört sich gut an, aber die Ausgangsposition ist eben kein natürlicher Wald, den wir gerne hätten, sondern eine Kahlschlagfläche. Was dort wachsen wird sind als erstes Gräser und sowas wie Brombeeren. Dadurch haben es Bäume schwer. Dazu kommt, dass überhaupt nur Baumsorten hier wachsen können, die es hier in der Nähe gibt. Wir haben hier 80% Fichten.
Heißt Naturverjüngung ist auf kleineren Kahlschlagsflächen z. B. 1 ha eine tolle Sache. Aber hier im Harz wird dies dazu führen, dass erstens fraglich ist, ob da überhaupt ein Wald entsteht (Stichwort Erosion) und wenn ja, dann dauert dies sehr lange und der Wald der entstehen wird, wird kein nachhaltiger Wald sein. Kurz gesagt: Wissenschaftlich hat sich Naturverjüngung auf so großen Kahlschlagflächen als nicht wirksam erwiesen.
Baumplantagen funktionieren im Prinzip, haben aber die bekannten Nachteile. Um von einer Baumplantage zu einem natürlichen Wald zu kommen, muss man warten, bis die Bäume ausgewachsen sind, dann Lücken schaffen und warten, bis dort Sträucher und andere Baumsorten gewachsen sind. Funktioniert im Prinzip, aber dauert und ist aufwändig.
Deshalb pflanzen wir Mosaikwälder:
- Es wird die Dynamik von natürlichen Wälder nachgeahmt mit Lücken, verschiedenen Baumsorten, Sträuchern usw.
- Es werden deutlich weniger Bäume benötigt.
- Die Kosten sind um etwa die Hälfte niedriger.
- Die Biodiversität ist wesentlich größer, da einfach viel mehr verschiedene Pflanzen wachsen und entsprechend auch mehr Tiere.
- Solche natürlichen Wälder können bis zu 40 mal so viel CO2 speichern wie Baumplantagen.
- Höhere Bodenqualität, Sturmfester, vorteilhaftes Mikroklima, besserer Schutz gegen Stürme, bessere Trinkwasserqualität,…
Kurz gesagt bieten solche Mosaikwälder/Bauminseln eine ganz erhebliche Menge an Vorteilen. Ich wollte letztes Jahr eigentlich nur ein paar Bäume pflanzen, aber das Konzept hat mich so überzeugt, dass ich mich seitdem weiter einbringe.
Unser langfristiges Ziel ist, dass hier im Harz ein natürlicher Wald wächst. Doch das ist Wunschdenken. Es gibt hier noch eine ganze Menge weiteren Wald außer dem Stadtforst. Und die 1.960 ha werden wir nicht bepflanzen können. Zur Orientierung die Wiederaufforstung von 10 ha kostet etwa 100.000 €. Es geht im Stadtforst also um 20 Millionen Euro. Mit dem Konzept der Mosaikwälder reduziert sich das deutlich, aber ist immer noch zu viel für ein so kleine Bürgerinitiative.
Was wir gemacht haben im letzten Jahr, wir auf 12 ha 13.000 Bäume - 20 verschiedene Arten unterschiedlicher Größe - sowie 3.000 für Vögel besonders geeignete Sträucher als Mosaikwald gepflanzt. Dabei hat die Stadt die Pflanzfläche gestellt und Goslars Jugend den Großteil der Arbeit ehrenamtlich übernommen.
Neben den Waldumbau sind weitere Ziele das Konzept der Mosaikwälder hier im Harz auszuprobieren und ein Bewusstsein für Wälder zu schaffen und warum diese schützenswert sind. Aus diesem Grund ist es auch ein Jugendprojekt, denn Waldumbau ist ein Generationenprojekt. Dafür ist auch eine Försterin mit dabei, die auch Pädagogin ist.
Hier gibt es noch mehr Infos:
https://fof-harz.de/