Kassensitze für Psychotherapeutinnen

Hallo zusammen,

meine Freundin macht gerade die Ausbildung zur Psychotherapeutin, nachdem sie ihren Master in Psychologie abgeschlossen hat.

Um als Therapeut*in behandeln zu können, ist man jedoch auf einen Kassensitz angewiesen. Genau dies ist auch der Flaschenhals in der Psychotherapie. Es gibt nämlich genug Psychologinnen die sich auf eine Ausbildung bewerben. Es gibt auch genug Nachfrage nach einer Behandlung. Momentan muss man nämlich mit Wartezeiten von bis zu einem halben Jahr rechnen.

Der Schlüssel ist 20 Jahre alt und steht schon lange in der Kritik.
Inzwischen hat sich jedoch die Lage bei psychischen Erkrankungen stark gewandelt. Besonders auch durch die jetzige Pandemie.
Werden psychische Erkrankungen auch in der Politik noch nicht so ernst genommen?
Meiner Meinung nach kann es doch nicht sein, dass ein von vor 20 Jahren festgelegter Schlüssel einen künstlichen Engpass erzeugt!

Danke fürs Lesen.
Ich wünsche allen einen schönen Tag und bleibt gesund!

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Danke, dass du dieses Thema aufmachst. Ich leide selbst unter Depressionen und musste wirklich lange nach meiner stationären und teilstationären Behandlung auf einen Platz bei einem Therapeuten warten, der mich danach weiter betreut. Dieser Zustand ist auf vielen Ebenen prekär, da die Behandlung von psychischen Problemen nicht nur an Medikamenten liegt, sondern auch an Kontinuität und Vertrauen. Wenn ich also zu dem Therapeuten komme nach Monaten des Wartens und man feststellt, dass es nicht passt, muss man wieder Monate warten. Allein dieser Zustand kann eine bestehende Depressionen wieder massiv befeuern. Man ist dort als Kassenpatient auch besonders belastet, da die Wartezeit dort noch einmal erheblich höher sind und es sich viele Menschen nicht leisten können einen Therapeuten aus eigener Tasche zu bezahlen. Wenn man, z.B. aus einer längeren stationären Behandlung kommt ist man möglicherweise arbeitslos oder bekommt nur Krankengeld.

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Vielen Dank für deine Rückmeldung Tris!
Ich wünsche Dir viel Erfolg bei der weiteren Behandlung und gute Besserung!
Liebe Grüße
Flo

Das habe ich nicht gewusst - aber alles was in der biomedizinischen Forschung 20 Jahre alt ist, ist wissenschaftlich garantiert überholt. Fänd ich auch mal ein sehr interessantes Thema da ich es immer wieder sehe wie Personen „psychische“ und „körperliche“ Symptome trennen.

Selbst bei Ärzt*innen sehe ich dieses Problem immer wieder und könnte mir gut vorstellen dass das Bewusstsein dafür bei vielen noch immer fehlt.