Irreführendes Gendern im Podcast

Hallo zusammen,

Ich hoffe ich mache hier kein Fass auf … :sweat_smile:

Im letzten Podcast war es etwas irreführend, dass von „Polizistinnen“ gesprochen wurde. Gemeint war wahrscheinlich „PolizistInnen“ was beim Lesen schon schwierig ist, gesprochen aber sehr verwirrend.

Wenn es ein Problem ist, dass manche Leute den Begriff „Polizisten“ nur einem Geschlecht zuordnen (für mich sind damit ALLE gemeint) dann würde ich zum Verständnis „Polizeiangestellte“ oder „Polizeimenschen“ bzw „Polizistinnen und Polizisten“) bevorzugen.

Im Plural fühlt sich mit „die Polizist“ nämlich auch niemand angesprochen, dann müsstet ihr es „Polizist(inn)en“ aussprechen. Viel Erfolg :wink:

Schreibe das hier nicht grundlos: bei uns hat eine Kollegin einen Tag lang gedacht es wären nur weibliche Beamte in dieser Gruppe gewesen, weil jemand im Radio es auch so ausgesprochen hat.

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Aber in POLIZISTinnen steckt doch der Polizist mit drin. :wink:

Ich finde, Philip und Ulf machen das mit dem Gendern sehr gut.

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…so wie viele Menschen denken es wären nur Männer gewesen, wenn von Polizisten die Rede ist.

So wird man mit der Nase auf was gestoßen, was sonst nur auf abstrakter Ebene diskutiert wird. Find ich gut.

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Das mit dem Gendern war schon öfter ein Thema, such mal danach.

Und wenn dein Kollege einen Tag verwirrt war und es sich dann geklärt hat: Dann: Mission erfüllt. Es ist immer und überall unklar, wer mitgemeint ist und wer nicht. Willkommen im Leben einer Frau. Frauen müssen immer überlegen, wie das jetzt gemeint war. Männer kennen das nicht - für die ist (vermeintlich) alles klar. Im Zweifelsfall vergessen sie dann Frauen aber.

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Mit „Polizistinnen“ sind halt nun mal nur Frauen gemeint. Mit „Polizisten“ ist es für einige anscheinend unklar. Polizist*innen ist - geschrieben und gesprochen - hässliches Deutsch. Ein Dilemma.

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Wenn mit Polizisten angeblich auch weibliche gemeint sind, warum sind dann bei Polizistinnen nicht auch potentiell männliche mitgemeint? Da würde doch mit zweierlei Maß gemessen.

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Du hast ja Recht. Aber das Dilemma bleibt…

Mir fällt total positiv auf, dass ziemlich konsequent gegendert wird, wenn es um große Gruppen geht und wenn das ab und zu mal das generische Femininum ist, ist es mir auch recht. Ich vermute aber eher, dass man die Pause an der Stelle einfach nicht gut gehört hat, an der Stelle hab ich nämlich auch kurz gestuzt. Mir fällt aber auch auf, dass Individuen in Beispielen in der Lage deutlich häufiger Männer sind und zwar vor allem in Machtpositionen. Ich hab grade kein Zitat parat, aber da geht es z.B. um fiktive „Polizistinnen und Polizisten und ihren Polizeipräsidenten“. Das ist manchmal ein bisschen schade.

Mir ist klar, dass das Jammern auf extrem hohem Niveau ist. Ich bin wirklich dankbar dafür, dass überhaupt gegendert wird (gerne auch verschiedene Methoden gemischt) und ich will mich hier auch nicht drüber aufregen. Aber sowas merkt man oft selber nicht, oder? Ich denke es zeigt, wie schwer ist ist, Bilder zu verändern, die man seit Jahrzehnten so im Kopf hat. Der Reflex ist halt doch, „Geschäftsführer“ zu sagen, weil man in der Welt mehr Geschäftsführer sieht…

Ich finde es auch super wie aufmerksam und divers gegendert wird in der Lage (also Philipp und Ulf machen es unterschiedlich). Auch einfach immer mal generisches Femininum verwenden ist total super, allein die Diskussion hier zeigt das. Männer sind in der Regel mitgemeint, reicht doch.

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Zum Argument:
„Wenn mit Polizisten angeblich auch weibliche gemeint sind, warum sind dann bei Polizistinnen nicht auch potentiell männliche mitgemeint? Da würde doch mit zweierlei Maß gemessen.“

Nun, Gendern war hier sicherlich schon öfters ein Thema. Und ich bin zwar kein Deutschlehrer, aber meines Wissens gilt doch immer noch das „generische Maskulinum“, das - so Wikipedia - verwendet werden für Personen, deren Geschlecht unbekannt oder nicht von Bedeutung ist."

Und bei den Polizistinnen und Polizisten ist in dem Zusammenhang, in dem es im Podcast benutzt wurde, doch die Angabe des Geschlechts total egal. Deswegen würde „Polizist“ als Gesamtgruppe aller Menschen, die diesen Bewruf ausüben, total ausreichen.

In einer Diskussion, in der es in der Tat um Geschlechterklischees, Rollenverständnisse in der Gesellschaft usw. geht, ist meiner Meinung nach das generische Maskulinum nicht angebracht.

Ein weiterer Grund, warum mit Polizistinnen keine männlichen Polizisten gemeint sind, ist:

Das Suffix -in ist in den hochdeutschen und oberdeutschen Dialekten ein weibliches movierendes Suffix zur Bildung femininer Bezeichnungen aus anderen Substantiven.

Wegen der drei goldenen deutschen Regeln:

  1. Das war schon immer so.
  2. Das haben wir ja noch nie so gemacht.
  3. Das wär ja noch schöner!

Die Diskussion zeigt doch gut, dass sich die jeweils anderen NICHT mitgemeint fühlen, wenn man nur eine Bezeichnung nennt. Nur dass Frauen darunter Jahrzehnte lang leiden mussten und Männer jetzt ab und zu mal seit ein paar Jahren. Sprache prägt das Denken. Und unseren Kindern zuliebe, die in einer besseren Welt leben sollen, in der jede Person den Beruf erlernen kann, der sie (die Person, kann also auch ein Junge sein!) interessiert, sollten wir nicht nur von Krankenschwestern, Ingenieuren, Friseusen und Polizisten sprechen, sondern entweder die jeweils andere Form mit sagen oder eine wirklich neutrale Variante finden.

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Ich bin in der aktuellen Lage über „Fahrradfahrer … oh und natürlich auch Fahradfahrerinnen…“ gestolpert.

Im schwedischen hat man die Geschlechter bei sowas einfach weggelassen, da heißen die dann einfach cyklister, ich hab daraufhin mal etwas darüber nachgedacht wie man das im deutschen machen könnte und bin dann auf „Fahradfahrende“ gekommen.

Damit hat man den Teil der sich auf das Geschlecht bezieht völlig ausgelassen und niemanden ausgeschlossen.

Bei Berufsbezeichnungen ist das natürlich schwieriger aber auch da sollte man versuchen lieber auf eine geschlechtslose Bezeichnung zu kommen.

Vielleicht wäre das dann auch der Akzeptanz von Gendergerechter Sprache zuträglich und würde mehr zum Mitmachen bewegen.