Interview Röttgen, Außenpolitik

Moin zusammen,

ich hatte Schwierigkeiten, das Interview mit Herrn Röttgen bis zum Ende zu hören - ein solch schwacher Auftritt ist Eures journalistischen Niveaus nicht würdig.

„In den USA ist alles prima und die Demokratie ist stark, dafür ist Putin böse und Rußland menschenverachtend.“
Herr Röttgen ist Jurist - er sollte den Fall Nawalny einmal durch die juristische Brille betrachten und sich fragen, wer denn ein Motiv für dieses Attentat hätte.
Putin/Rußland?
Eine internationale Krise provozieren (russisches Opfer mit russischem Nervenkampfstoff…und das ganze auch noch schön in der Öffentlichkeit aufgeführt)?
Nordstream2 als großes Projekt durch so ein Theater in Gefahr bringen?

Trump/die Falken/USA?
Inszenierung des Attentats (hätte Rußland es getan, dann wäre Herr Nawalny nicht mehr am Leben - sad but true!).
Russisches Gift (das leicht herzustellen ist…ich bin Chemiker und würde selbst mir das zutrauen), russisches Opfer und ein Riesen-Zeigefinger, der auf Rußland zeigt, um Rußland in der öffentlichen Meinung zu schwächen, damit man sich auf China als Hauptfeind konzentrieren kann.
Angenehmer Nebeneffekt: In Deutschland findet man Leute wie Herrn Röttgen, die die US-Meinung nachplappern und intentionell das Nordstream2-Projekt in Gefahr bringen.
Das freut die USA, die wirtschaftlich nichts gebacken bekommen, hier aber einen kostenlosen Hebel bekommen, ihr Fracking-Gas nach Europa zu verkaufen.
War das Gespräch mit Herrn Röttgen zu nett oder habt Ihr Euch schlicht nicht getraut, hier nachzuhaken?
Eine echte Enttäuschung in Eurem ansonsten hervorragenden und nicht-nervigen Podcast.
Weiter so!
Stefan

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Lieber Stefan, vielleicht schaust du doch etwas zu viel Putin-TV :wink: Natürlich ist die klare Attribution von Giftanschlägen immer schwierig, aber der Fall Nawalny scheint mir recht klar zu sein - wir hatten das Thema auch in der Lage schon. Bislang gibt es niemanden, der mit russischem Nervengift gemordet hätte, abgesehen eben von russischen regierungsnahen Killer-Kommandos. Und nein, das klappt nicht immer, siehe den Fall Skripal.

Ich finde es ehrlich gesagt eine Frechheit. Die Falken machen in der BRD wichtige antfaschistische Arbeit und politische Jugendbildung. Mit Giftanschlägen haben die nichts zu tun.

Weil das schon mal woanders aufkam. Man möge mir Bitte schildern, weshalb es wahrscheinlich ist das ein nicht russischer Geheimdienst auf russischem Boden einen Anschlag auf jemanden ausüben kann der ebenfalls vom russischen Geheimdienst beobachtet wird ?

Außerdem wissen wir alle das cui bono prinzip nach natürlich die sogenannten 3 Hands dahinter stecken. Für alle die dies nicht wissen. Das sind die Geheimdienste von Ägypten, Zypern und Grieschenland die derzeit gemeinsam versuchen das Pipeline Projekt im MIttelmeer rentabler zu machen in dem sie northstream zwei verhindern.

Hi Ulf,
ich fände es cool, wenn man sich mit den Inhalten der Kritiker beschäftigen würde, statt über sie mit Wörtern wie „krude“, „Putin-TV“, etc in ein schlechtes Licht zu setzen (immerhin haben wir ja bald auch Schäuble-TV mit der ARD, oder?).
Ich finde es mega merkwürdig, wie schwach giftig dieses Gift ist und wie hoch die mediale Aufmerksamkeit darauf ist. Gabs mal ein Feature über die Familien von Drohnenmorden und der Frage was wir gegen die USA tun sollen? Ich finde das sieht von außen aus wie eine False Flag Operation, wie sie im Lehrbuch steht (guckt mal nach Operation Northwoods, zB).

Wie sollen wir uns denn mit Verschwörungmythen „auseinandersetzen“? Wir haben das Thema Nawalny in der Lage schon ausführlich diskutiert. Wer trotzdem an false flag glaubt, kann das natürlich gerne tun, aber ich habe dafür nicht mehr Verständnis als für die These, dass die Erde eine Scheibe sei.

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Ach…und um keine Unklarheiten über die „deutschen Nervengifte“ entstehen zu lassen :blush:
Ich spreche von Lost (erzeugt von LOmmel und STeinkopf) und Sarin (erzeugt von Schrader).
Wie auch Tabun und Cyclosarin Entwicklungen der deutschen chemischen Industrie aus dem ersten Drittel des 20 Jahrhunderts.
Genau wie die Produkte der Novichok-Gruppe sind dies außerordentlich unangenehme Stoffe, die ohne immensen Aufwand in außerordentlich unangenehmen Mengen herzustellen sind.
So wie auch die Produkte der Novichok-Gruppe.
Wir wissen bei den Novichok-Präparaten nur, wer sie entwickelt hat…können aber nicht wissen, wer sie nunmehr herstellt und einsetzt…im Falle des Iraks waren das fast sicher keine Deutschen…
Und ab hier beginnt die wackelige Hängebrücke der persönlichen Meinung… :slight_smile:

Ich würde auch gern Euer Interview mit Norbert Röttgen kommentieren, komme da aber zu ganz anderen Ergebnissen als die Vorredner. Ich beziehe mich hier auf die lange Version (1 Stunde aus dem Plus Abo).

Zunächst mal ist die Wahl des Interviewpartners sehr gut. Norbert Röttgen ist potentieller CDU-Vorsitzender und damit 1 Jahr vor der nächsten Bundestagswahl extrem interessant. Da er gerade kein exponiertes politisches Amt hat, hört und sieht man ihn natürlich lange nicht so viel wie Laschet/Söder und ich zumindest erinnere mich nicht mehr so recht an seine Auftritte als Minister.

Das Format war gut, weil es so lange war; Röttgen redet auch sehr ausufernd und lässt sich Zeit, da ist es gut, dass ihr das nicht in ein kurzes Interview pressen musstet.

Was ich mitgenommen habe: Norbert Röttgen kommt sehr intelligent rüber; er scheint zu wissen, wovon er redet; einige der Antworten sind natürlich auch eingübter Politikersprech. Das Interview war durchaus kontrovers, ihr habt ihn da nicht so leicht mit Floskeln davonkommen lassen, dafür ein dickes Lob!
Allerdings ist und bleibt er eben als Teil der Atlantikbrücke (war gut, dass ihr das direkt in der Anmoderation nochmal klargemacht habt) eben auch sehr einseitig. Russland ist ohne gerichtsfeste Beweise ganz klar böse, im Falle Assange kann er aber leider nichts sagen, weil er keine Akten hat. Da, und zu den Themen CO2-Bepreisung/Vermögensungleichheit, habt ihr ihn ganz schön ins schwimmen gebracht :+1:

Schade, denn aus dem Trio Laschet/Söder/Röttgen scheint er die hellste Leuchte am Baum zu sein. Aber wie alle Transatlantiker scheint er im 20. Jahrhundert gefangen und redet sich die Probleme mit den USA schön. Dabei sind die Zeichen der Zeit seit Jahren gleich: die USA haben keinen Bock mehr auf Europa (und auch nicht so echt auf Deutschland), sondern wollen hier Ruhe, um sich auf die China-Herausforderung zu konzentrieren. Auch Röttgen geht darauf nicht ein sondern verhält sich eher wie einer, der sitzen gelassen wurde, das aber nicht akzeptieren kann.

So, und nun die nächsten (Kanzler-)Kandidaten im gleichen Format, bitte! :slight_smile:

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natürlich weiß ich auch nicht wer hinter dem anschlag steckt, aber da es bisher nur indizien gibt, wundert mich deine festlegung.

nawalny ist schon seit längerem in den deutschen medien die russische gallionsfigur der opposition. soweit ich das nachvollziehen kann, spielt er in russland selbst politisch fast gar keine rolle. putin weiß um den shitstorm, den ein mordanschlag auf nawalny im westen nach sich ziehen würde und das NS2 derzeit umstrittener denn je ist. wozu nawalny jetzt töten? putin ist in russland überaus beliebt und ich sehe keine populären oppositionellen, die er auf solche weise abschrecken müsste.

wäre nawalny gestorben, war das putin intention. stirbt nawalny nicht, war das auch putin intention (für mehr abschreckungseffekt?!). mir schmeckt das nicht gut.

nochmal: gut möglich, dass es putins regierung war aber die festlegung in LDN und gernell der dt. presselandschaft, gefällt mir nicht.

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Ich bin kein Experte in dem Thema, aber soweit ich es überblicke, ist es doch durchaus denkbar, dass Nowitschok nach dem Zerfall der Sowjetunion auch durch dunkle Kanäle in andere Hände gelangt sein kann, oder dass jemand anders es hergestellt hat. Ich halte im Fall Nawalny die russische Regierung auch für hauptverdächtig, aber wer es wirklich war, wissen wir halt nicht.

Müssen wir es nicht einfach auch mal aushalten, dass wir diese Frage (momentan) nicht endgültig beantworten können? Meiner Meinung nach sollte Russland klar als verdächtig benannt werden, weil viele Indizien dafür sprechen. Aber so zu zun, als sei alles bewiesen und total klar wird der Situation nicht gerecht.

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Das sind ganz normale Argumente, keine nicht nachprüfbare Mythen.

Ne stimmt mythen sind das nicht man würde hier eher von Ideologie sprechen, so wie du die Argumente benutzt :wink:

Ich bin vermutlich etwas spät zur Party, aber hab das Interview erst heute gehört.
Ich wollte mal in die Runde fragen: Hattet Ihr auch das Gefühl, dass er als am Anfang des Assange, und -Teiles und auch als er zum ersten mal zu Assanges Journalistentum gefragt wurde unfassbar ins Schwimmen kam?
Hatte noch jemand das Gefühl, dass er Julian Assange mit Edward Snowden verwechselt hat?
Das fände ich schon ein bisschen peinlich