ich bin vor ein paar Tagen auf diese Initiative gestoßen https://soziale-waermewende-jetzt.de/ und dabei ist mir klar geworden: Das muss an die Öffentlichkeit!
Worum geht es? Um eine Initiative, die erkannt hat, dass die Wärmewende Mietwohnungen teurer machen wird, da Vermieterinnen die Kosten für den Einbau einer Wärmepumpe o.ä. auf die Miete umlegen können. Damit werden die Mieten steigen. Und Mieterinnen finanzieren die Wertsteigerung der Gebäude mit. Zumindest nach Stand jetzt der Gesetzeslage. Laut einer Correctiv-Recherche Recherche Wirtschaftslobby gegen Mieterschutz - correctiv.org bearbeiten Verbände bereits die Politik, die Regeln noch mehr zugunsten der Vermieter*innen zu verändern.
Ich finde, diese Missstände sollten sich unbedingt rumsprechen und bekannt werden!
Darum: Bitte weiterleiten, o.g. Initiative unterstützen und @Lage-Team@cluychaz (edit Mod): Bitte nochmal das Thema um das Beschriebene erweitert nochmal aufgreifen!
Noch teurere Mieten sind nicht nur ungerecht, sondern untergraben auch die Akzeptanz der Wärmewende!
Ich finde die Innitiative sinnvoll und möchte dir gar nicht grundsätzlich wiedersprechen, aber ich finde das framing “Mieter:innen finanzieren die Wertsteigerung der Gebäude mit” nicht so sinnvoll, weil dieser Zusammenhang immer so bestehen wird
Bisher gilt: Eine wertvolle Wohnung/Immobilie wird für mehr Geld vermietet (bspw. größere Wohnung höhere Miete als kleine, gut Lage mehr Miete als weniger attraktive Lage, usw.) Wenn ein:e Vermieter:in jetzt eine Wohnung um ein Zimmer erweitern würde, wäre es normal dass dafür auch eine höhere Miete abgerufen werden kann.
Der höhere Wert der Immobilie bringt den Vermietenden ja nichts, außer sie können es auf die Miete umlegen…
Naja bei einer effektiven energetischen Sanierung sparen die Mieter*innen ja auch Heizkosten. Daher ist es schon fair, wenn sie an den Kosten beteiligt werden. Ggf. könnte man aber die Höhe der Umlage von den gesparten Energiekosten abhängig machen. Das würde auch Anreize schaffen, möglichst effizient zu sanieren, also diejenigen Maßnahmen durchzuführen, die die höchste Ersparnis im Verhältniss zu den Renovierungskosten bringen.
War nicht sonst immer das Narrativ, dass Mieter durch die Wärmepumpe langfristig sparen, da Gas oder Fernwärme teurer sei oder werde?
Außerdem, wenn der Vermieter eine neue Gasheizung einbaut weil die bestehende langsam altersschwach wird legt er diese Kosten doch auch auf die Miete um. Maximal 8% pro Jahr, sofern die Heizung effizienter als die vorherige ist, was quasi mit jeder neuen Generation der Fall ist.
Nein nicht wirklich. Ich bin mir zwar nicht wirklich sicher, ob Heizen mit Strom merklich günstiger als Gas wird, aber der Wechsel in der Wärmeerzeugung ist trotzdem richtig.
Deswegen wundert mich, dass jetzt Mieter dagegen zufelde ziehen, dass Vermieter die langfristig vermeintlich günstigere Lösung einbauen und die Kosten umlegen wie es bisher immer üblich und nie problematisch war.
Wenn Vermieter eine Wärmepumpe einbauen, hat es ja einen Mehrwert auch für den Vermieter.
Bleibt der Vermieter bei der Gasheizung, weil der Weiterbetrieb für ihn günstiger ist, und (falls je eigenen Gasvertrag) die Mieter tragen steigende Gaskosten weitgehend allein.
Kostet immer etwas…
stimme dir grundsätzlich zu, habe aber zwei Einwände:
Soweit mir bekannt, müssen Vermiete*innen bei der Mieterhöhung durch durch eine Kostenumlage nicht nachweisen, dass Heizkosten gespart werden. Eine Kopplung der Mieterhöhung an die Einsparung (wie auch von Brot1 vorgeschlagen) scheint mir ein guter Weg zu sein, weil er gerechter ist und auch für Vermieter**innenseite den Anreiz setzt, besonders energiesparende Hezungen einzubauen.
8% Umlage ist gar nicht so wenig! Z.B. zahlen wir für unsere kleine Wohnung noch eine recht günstige Kaltmiete von ca. 450 €, da würde die Mieterhöhung schon 36 € betragen. Und: Für Mieterinnen bleibt die Umlage, bzw. Mieterhöhung mit “open end” bestehen, auch dann, wenn die Investition längst abbezahlt ist! Vermieter*innen erwirtschaften meistens Überschüsse; daraus könnten die meisten die Investitionskosten auch so stemmen. Die kleine Minderheit, die es nicht kann, sollte staatliche Unterstützung bekommen- so auch der Vorschlag “Initiative Wärmewende”.
Hm, naja, aber wenn “dieser Zusammenhang immer so bestehen wird”, ist es doch Zeit, das Problem mal auf den Prüfstand zu legen, oder? Besonders in Zeiten wie dieser, wo die Mieten immer mehr steigen, immer mehr Umverteilung von unten nach oben stattfindet, die Akzeptanz der Wärmewende DRINGEND nötig ist…
Ich finde, es ist kein “Framing” zu formulieren, dass “ Mieter*innen die Wertsteigerung der Immobilie” durch die Umlage mitfinanzieren, sondern eine Tatsache, die - wie schon gesagt - auf den Prüfstand gehört.
Aber was ist dein Änderungsvorschlag?
Also eine wertvollere Immobilie wird auf einem freien Markt höhere Mieten erzielen können als eine schlechtere Immobilie, der Vermieter hat keinen eigenen Vorteil von seiner wertgesteigerten Immobilie (außer höhere Mieten)
Wenn die Vermietenden keine höhere Mieten bekommen, was sonst soll der Anreiz für sie sein eine Modernisierung vorzunehmen?
Aber die Warmmiete kann man leicht beeinflussen. Einfach dauerhaft die Fenster bei -10 °C öffnen und schon wird es teuer.
Auch ist bei unserer aktuellen Energiepolitik absolut unklar, dass jeder Heizungstechnologietausch zu sinkenden Preisen führen muss. Strom ist teuer und Gas noch vergleichsweise günstig. Ob Gas teurer wird, ist nicht sicher. Wenn die Wärmepumpe im semigedämmten Altbau noch mit 40 °C Vorlauf fürs Heizen oder 60 °C (oder besser darüber, Stichwort Legionellen) für Warmwasser laufen kann, ist das vom Einzelfall abhängig. Zumal Warmwasser im Mehrfamilienhaus auch durchgängig bereitstehen muss, während es im Eigenheim problemlos auf wenige Stunden eingeschränkt werden kann.
Langer Rede kurzer Sinn: Niedrigere Kosten mit Wärmepumpe im MFH sind kein Naturgesetz, und damit sehe ich deinen Vorschlag als schwer umsetzbar an, auch wenn ich ihn sympathisch finde.
Berechtigter Einwand. Es läuft also auf das typische Problem hinaus: Wie regt man die Modernisierung an, wenn der Business Case nicht klar ist?
Wenn es nach mir ginge, würden wir den Endkundengaspreis an einen Referenzstrompreis koppeln. Ist die kWh Gas mindestens halb so teuer wie Strom oder teurer, dann ist alles fein und die Wärmepumpe immer die günstigere Wahl. Ist Gas dagegen günstiger als die Hälfte des Strompreises, muss eine Gasumlage den Preis entsprechend anheben, sodass Gas mindestens die Hälfte des Referenzstrompreises erreicht.
Die Wärmepumpe würde damit tatsächlich langfristig gedacht ein wirtschaftlicher Vorteil sein, durch den der Mieter gegenüber Gas spart.
Die Einnahmen aus dieser Umlage könnten genutzt werden, um energieintensive Industrie bei der Transformation oder Anpassung zu unterstützen.
Ich finde Wärmepumpe echt ne gute Sache nur leider ist sie nicht immer gewollt oder möglich. Ich bin vor 5 jahren in ein neues Wohngebiet gezogen. Hier wollte die Stadt hanau vieles gutes machen. Grüne Oasen günstiges Eigentum, Mietwohnung, Miet Fahrräder, Miet und Autos etc. Zur Wärme Versorgung wurde die leider hier auf 3 BHKWS mit mehreren zu kleinen Wärme Pumpen und einen Eisspeicher gesetzt.
Nun hängen wir leider in das dellemer GAS durch die BHKWS die den Hauptteil der Wärme erzeugen und sind gezwungen unseren Wärme Verbrauch darüber abzudecken. Allein passiv Häuser und Solar Anlagen sind ausgenommen. Was bei einen Bau aus 1945 schwer ist zu realisieren ist. Wir sind dadurch gesetzlich gezwungen uns an das fernwärme Netz anzuschließen und alles hinzunehmen was die Firma die es betreibt macht. Oder nicht machg: Heizungsausfall im Pioneer-Park Hanau: Bewohner frieren ohne Heizung
Gerne würden wir uns unabhängiger machen möglich wäre es aber abmelden ist nicht gewollt und auch erst mal nicht erlaubt.
Klar Vorteile sind das wir gemeinsam für Schäden und Innovation aufkommen. Aber das muss erst mal gewollt sein.
Kleine Korrektur: Die 8% “Modernisierungsumlage” darf der Vermieter nur verlangen, wenn Dinge besser sind als vorher. Bei bloßem “Ersatz" einer kaputten Anlage dürfen die Kosten nicht umgelegt werden.
Danke für diesen Beitrag!
Wer da noch etwas Evidenz und Zahlen braucht: Der WWF hat da 2024 eine schöne Studie veröffentlicht, in der verschiedene Wärmeerzeuger und Sanierungen verglichen werden. Abbildung 6 zeigt: Fast alle Optionen werden für Mieter teurer als der Status quo. Abbildung 7 zeigt: Fast immer läuft es für den Vermieter auf eine positive Bilanz raus.