Die meiste Wohneigentümer zB hier in Berlin produzieren keine Wohnungen. Sie kaufen und vermieten Wohnungen die schon mehr als 5x abbezahlt sind.

Es stimmt, dass sie an den Wohnungen selbst kaum etwas verdienen, die Wertsteigerung bezieht sich auf den Boden und ist 0,0 der Verdienst der Eigentümer.

Wer investiert in die Wohnung muss diese Investition wieder rausbekommen können. So viel ist fair. Die Wertsteigerung des Bodens jedoch ist kommunal erwirtschaftet und sollte vollständig wegbesteuert werden, damit diese den Kommune zugute kommt.

Wie man das erreicht und zugleich dafür sorgt, dass Wohnungen gebaut werden in den Mengen, die wir jetzt brauchen: eine reine Bodenwertsteuer erreicht beide Ziele.

(Grundbesitzer und Rentiers (=FDP-Wähler) hassen diesen Trick aber sie sind eine Minderheit.)

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Kann dann die Bodenwertsteuer, genauso wie die Grundsteuer, über die Nebenkosten auf die Mieter umgelegt werden? Würde dann die Miete gleich bleiben, dafür die Nebenkosten steigen?

Man kann alles auf die Mieter umlegen.

Generell geht man davon aus:

  • Vermieter werden das Maximale an (Warm)Miete fordern was sie bekommen können
  • Mit einer Bodenwertsteuer gibt es massive Anreize um nachzuverdichten und Wohnungen zu bauen, womit der Mietdruck abnehmen wird
  • Man kann das schrittweise einführen, schon bei Split Rate Steuern (der Aufbau einen anderen Satz als der Boden) merkt man Effekte
  • Mietbremsen und andere Ausnahmeregelungen kann es weiterhin geben, um die Übergange zu polstern

Nein, es ist fair, dass derjenige Gewinn macht. Wozu soll ich 100€ investieren, wenn ich nur 100€ rauskriege? Ich möchte natürlich 103€ rauskriegen in einem Jahr, gerne auch 105€ und 107€ wehre ich mich auch nicht. Was realistisch ist, regelt das Angebot und meine Risikofreude.

Und das ist nicht böser Kapitalismus, sondern wenn Du 5 Brötchen zum Preis von 4 kriegst, dann kaufst Du diese wohl und kommst nicht auf die Idee dies als Ausbeutung des Bäckers zu kritisieren.

Falsch, es ist klar gesetzlich geregelt, was auf Mieter umgelegt werden kann.

Wenn ich mögliche Wertverluste auch zu 100% erstattet bekomme, wäre das ein faires Modell.

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Ich meine prinzipiell.

In einer Bodenwertsteuer bezahlst du bei Wertverluste einfach weniger Steuer und bei Wertsteigerung mehr Steuer. Damit ist das auch gelöst.

Hier ist ein gutes Beispiel wie sowas jetzt schon funktioniert (der Typ sitzt auf einem Grundstück von €2,5M): Freiburg: Grundsteuer könnte teure Überraschungen bringen - SWR Aktuell

Es ist kein Gerücht. Bei den Anschaffungskosten für eine Immobilie kommst du nie und nimmer hin, dass sich das nur durch Miete selbst trägt. Natürlich kommt irgendwann der Break Even, sonst wäre es keine Altersvorsorge, sondern eine Spende. Man investiert monatlich einen gewissen Betrag vom Einkommen, dazu kommen die Mieteinnahmen, abzüglich Kosten für Instandhaltung etc und irgendwann kommt man hoffentlich ins Plus. Dieser Zeitpunkt muss vor Eintritt ins Rentenalter erreicht werden, sonst kann man die monatlichen Beträge nicht mehr aufbringen und das Modell ist kaputt.
Ist eigentlich nicht anders als z.B. bei einer Riesterrente: Ansparphase und Auszahlungsphase. Sehe nicht warum das bei einer Eigentumswohnung plötzlich unsozial sein sollte.

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Wie die Mieten derzeit explodieren finde ich diese Behauptung nicht sehr glaubwürdig.

Eine Wohnung um selbst in zu wohnen ist prima. Eigentumswohnungen sammeln um damit möglichst viele andere Menschen auszuwringen sollte meiner Meinung nach verboten sein.

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Das Argument zu Ende gedacht, sollten sofort alle Handwerker und jegliche Dienstleistungen verboten werden und jeder versorgt sich selber autark. Wir schaffen das Geld ab und machen Tauschgeschäfte. Obwohl… dann handeln einige cleverer als andere und haben nachher mehr. Also lassen wir am besten alles den Staat einsammeln und dann basisdemokratisch unter allen gleich verteilen.

Bei solchen Standpunkten ist jeder Diskurs sinnfrei kopfschüttel

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Ich glaube, das hat alper anders gemeint: es muss ja nicht jeder Vermieter andere Menschen auswringen.

Sonst macht der Satz für mich auch keinen Sinn. Wenn man nicht kaufen kann oder will, muss man ja mieten. Und dann muss jemand auch vermieten.

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Ja, weil Wohneigentum und Handwerk/Dienstleistungen das gleiche oder überhaupt vergleichbare Gegenstände sind?

Private Leute können zwar Vermieter sein, aber der Austausch, wie es jetzt geht, ist grundsätzlich falsch:

  • Man nimmt Leuten, die keine Wahl haben die Lebensfreude und die Chancen, indem man so viel Miete fordert wie geht (derzeitig weit über die 30%-Grenze hinaus bei Menschen die wenig verdienen)
  • Damit der Vermieter entweder das Portfolio an Immobilien ausbauen kann oder sich den nächste Maserati besorgt

Das passiert natürlich nicht immer, aber das ist die Tendenz: steigende Mieten und fehlender sozialer Wohnungsbau gegenüber Luxusgüter und Konzentration von Vermögen (höher in Deutschland als woanders auch in Europa).

Kannst man das ernsthaft verteidigen? Ich glaube es nicht.

Es gibt viele Möglichkeiten, wie man das auch anders organisieren kann. Nur die meisten haben sich eine Alternativlosigkeit einreden lassen.

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@ffiene : Ich fürchte @alper meint es so :wink:
Und wie Du bei ihm liest, fahren alle Vermieter einen Maserati und besorgen sich dann den nächsten. Auf dem Niveau angekommen, schlage ich @ExMod vor das Thema zu schließen.

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  1. Das habe ich nicht gesagt. Ich habe es als Beispiel benutzt um eine sehr klare Tendenz zu illustrieren.
  2. Du kennst dich anscheinend nicht so gut aus mit Leuten die mehr als 10 Immobilien besitzen.
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Den Vorschlag unterstütze ich. Von der Diskussion der Indexmiete ist das hier weit weggedriftet.

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Glaub es oder lass es. Denk mal darüber nach: eine kaputte Gasheizung auszutauschen, gegen eine neue Gasheizung: circa 12.000 €. Stattdessen Klima freundlich eine Wärmepumpe einbauen kosten circa 25.000 € oder mehr, je nachdem, ob die Wärmedämmung ausreicht.
Jetzt rechne mal runter, wie lange ich dafür Miete einnehmen muss, um die Kosten wieder drin zu haben. Da muss ich schon einen meiner elf Maseratis verkaufen, die ich durch das auswringen anderen Mieter gekauft hab. Kopfschüttel 2.

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Es gibt ein ziemlich gutes Interview beim Manager Magazin:

Darin erklärt der Präsident des Mieterbundes, dass das Argument, dass Indexmieten eine harmlose Randerscheinung sind, falsch ist:

  1. Bisher kamen sie „nur“ da zum Einsatz wo der Vermieter es durch Luxussanierung geschafft hatte, die Miete weit über das ortsübliche Niveau zu erhöhen. Doch genau diese Einschränkung darf die Indexmiete umgehen und erlaubt somit noch weitere Mietwehöhungen.
  2. Die Vonovia sieht bei ca. 140.000 Wohnungen das Potenzial einer Gewinnmaximierung durch Indexmietverträge.
  3. Auch sonst werden immer mehr Neuvermietungen mit Indexmietvertrag durchgeführt.

Eine Gasheizung funktioniert mindestens (!) 15 Jahre. Eine Wärmepumpe genau so. Sowas nennt sich eine Investition.

Also mit den Mieten wie sie jetzt sind 1-2 Jahre (obwohl keiner in Berlin die in Miete wohnt eine Wärmepumpe hat).

Wenn du mehr als 10 Immobilien hast und so wenig Ahnung von Wirtschaft, dann wird es tatsächlich schwer Maserati zu fahren.

Eine Gasheizung hält in der Regel mindestens 15 Jahre, das wären knapp 67 Euro pro Monat. Der Austausch dürfte sich also allein schon durch die Mieterhöhungen in diesem Zeitraum ammortisieren.
Ich finde es einfach absurd, die Renditeerwartungen von Menschen, die Immobilien im Wert von teilweise mehreren Millionen Euro besitzen, für wichtiger zu halten als die Möglichkeit für Menschen mit niedrigen bis mittleren Einkommen, in einer Großstadt ein bezahlbares Dach über dem Kopf zu finden.
Wohnungen sind eben nicht in erster Linie Kapitalanlagen privater Eigentümer:innen, sondern Wohnungen, in denen Menschen leben.
Zumindest in Berlin wurden die letzten beiden großen Wohnungskrisen (1920er und 1950er) übrigens nicht dadurch gelöst, dass sich Menschen an Immobilienbesitz besonders gut bereichern konnten, sondern durch eine massive staaliche Förderung des Wohnungsbaus.

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Und jetzt sind wir beim Anfang der Diskussion: die Mieterhöhung geht eben entweder über einen normalen Mietvertrag oder über Indexmiete, deswegen sollte man die nicht rückwirkend abschaffen.