Illegale Migration

Liebes Team von LdN! Vielen Dank für die letzte, wirklich gut aufgearbeitete Debatte um die Migrationspolitik. Danach habe ich mich gut gerüstet gefühlt, sollte ich einmal in eine Diskussion verwickelt werden.
Ich wollte nur eine Sache anmerken. Überall lese und höre ich „illegale Migration“, mittlerweile eben auch in renommierten Zeitungen und Podcasts. Auch ihr verwendet diese Begriffe. Aus meiner Sicht verkennt die Verwendung dieser Wörter, dass es sich in den allermeisten Fällen um Geflüchtete handelt (mit individuellen Geschichten). Also Menschen, die fliehen MÜSSEN. Migration hingegen ist immer mit Freiwilligkeit verbunden. Darüber hinaus suggerieren diese Worte, dass es eine legale Migrationsmöglichkeit für diese Menschen gäbe. Die gibt es jedoch nicht.

Es ist mir wichtig, dies anzumerken, denn die Verwendung bestimmter Worte oder Narrative, kann die Sicht auf Dinge verwaschen, wie in diesem Fall auch. Es entsteht der Eindruck, dass es eine große Masse ist, die sich illegal auf Deutschland zubewegt. Dabei stecken da einzelne Schicksale dahinter, die diesen illegalen Weg als einzige Option haben.

Viele Grüße & danke für den ansonsten wirklich tollen Podcast

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Echt? An welcher Stelle (Minute)?
Normalerweise verwenden sie allenfalls - wenn überhaupt - irreguläre Migration… :thinking:

Oh, das kann ich nicht sagen. Ich meine es gehört zu haben und da es so inflationär benutzt wird, hatte ich vorhin das Bedürfnis das mal auszusprechen. Ich hoffe, ich habe mich nicht verhört und meine Kritik bei den Falschen abgelassen :neutral_face:

Normalerweise sagen sie: Illegale Migration gibt es nicht.
Zumindest grundsätzlich. Mit Asylantrag ist die Migration nicht mehr illegal.
Relativ unwahrscheinlich, dass ein Geflüchteter diesen nicht stellt. Wenn er es nicht tut, ist er vermutlich tatsächlich illegal. Aber das kommt in Deutschland halt nicht vor. In der öffentlichen Diskussion geht es immer um legale Migranten.
Es wird nur anders geframt.

Genauso wie die AfD 2015 den Ausdruck „Merkel hat die Grenzen geöffnet“ absichtlich gesetzt hat, um anschließend jedes Problem auf die Asylsuchenden schieben zu können. Sehr erfolgreich, bis heute. Denn der Frame ist natürlich falsch: Die Grenzen waren bereits offen. Schengen, EU und so.

Mir geht es vermutlich eben auch drum, dass Migration und Flucht als eins benutzt wird. Migration ist aber freiwillig, Flucht nicht. Es sind m.E. keine Migranten auf den Booten im Mittelmeer, sondern Geflüchtete. …„illegal“ suggeriert an dieser Stelle quasi eine böse Absicht… Und „Migration“ verkennt, dass es sich i.d.R. um eine Flucht handelt und nicht um fröhliches hin-und her migrieren…

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„Illegale Migration“ wird ausnahmslos in wörtlichen Zitaten oder zusammenfassenden Wiedergaben verwendet:

  • (Philip:) „wie es heißt, für eine wirksame Stärkung der inneren Sicherheit und zur Beendigung der illegalen Einwanderung.“
  • (Philip:) „Da geht es um fünf Punkte, letztlich die für »sichere Grenzen und das Ende der illegalen Migration«.“
  • (Merz:) „Erstens die dauerhaftenGrenzkontrollen an allen deutschenStaatsgrenzen, zweitens dieZurückweisung ausnahmslos allerillegaler Einreiseversuche.“
  • (Philip:) „In dem Antrag, dem die AfD jetzt auch zugestimmt hat, steht: »Die AfD nutzt Probleme, Sorgen und Ängste, die durch die massenhafte illegale Migration entstanden sind«“
  • (Ulf:) „Und da macht die Union ganz konkret in der Person von Friedrich Merz genau das Gegenteil. Denn sein Argument ist, dass er ja auch wieder stark gemacht hat, sinngemäß: Magdeburg und Aschaffenburg zeigen: Es reicht, esm uss was passieren. Die Gesellschaft hält die illegale Migration nicht mehr aus.“
  • (Philip:) „Es geht ihm nur um illegale, wie er das nennt, Migration“
  • (Philip:) „Und er sagt hier: Ich habe das ja gesagt. Es geht nicht um die Leute mit Migrationshintergrund, die hier leben und das Land schützen, sondern es geht um die illegale Zuwanderung“
  • (Ulf:) „Dieses ganze ständige Hetzen gegen sogenannte illegale Migration“
  • (Ulf:) „Und genau in dieses Feuer gießt Friedrich Merz natürlich mit dem ständigen Gerede von illegaler Migration wiederum Öl.“

Zeiten kann ich nachtragen, wenn Text und Ton deckungsgleich laufen, dauert mir so zu lange.

[Edit: @vieuxrenard Verschiebung ab Kap. 2]

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Danke für die Klarstellung, da war ich wohl etwas unaufmerksam beim Zuhören!

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Ein bisschen neben dem Thema, aber mit ist aufgefallen dass im Podcast und im Forum immer wieder ausgefűhrt wird wie eine Themensetzung “Migration” schlussendlich nur der AFD nutzt. Ich habe gerade mindestens 6 Themen zu “Migration” gefunden die sich in Kűrze im Kreis drehen. In einer “Blase” die es besser wissen műsste wird also auch ausführlich und lange űber Migration diskutiert.

Bei einem Podcast mit der Reichweite der Lage der Nation ist hier nicht mehr nur eine Blase unterwegs, auch wenn die weiterhin in der Mehrheit ist.
Dazu kommen Hörer, die die Lage hören, um ihr Spektrum zu erweitern und dann ihre Ansichten in die Diskussion einfließen lassen und auf der destruktiven Seite Forumsteilnehmer, die bewusst die Reichweite und die Blase nutzen wollen, um ihre Themen zu setzen und durch Reizung den Diskurs zu bestimmen (trollen).

Beim Podcast gebe ich Dir recht (auch wenn ich nicht glaube, dass überzeugte Unions- oder FDP-Wähler oft die LdN hören).

Aber das Forum ist ein ganz kleiner Ausschnitt der Hörerschaft. Hier sind wir doch ziemlich in einer links-liberal/bürgerlich-grünen Blase. Wirklich konservative Meinungen werden hier nicht vertreten und verteidigt. Wenn ihnen nicht sofort heftigst bis empört widersprochen wird, wird einfach gar nicht darauf eingegangen.

Es gibt zwar Themen, bei denen sehr kontrovers diskutiert wird z.B. „Nahost“ oder „militärische Unterstützung der Ukraine“ und eben auch „Migration“. Halt die üblichen Diskussionen in einer eher linken Bubble.

Ich finde es unproblematisch, wenn in einer solchen Bubble das Thema „Migration“ diskutiert wird. Und darüber, ob denn die Politik einer scheinbaren 80%-Mehrheit zu folgen hätte: Dazu gerne nochmal das Zitat von Walter Scheel:

„Es kann nicht die Aufgabe eines Politikers sein, die öffentliche Meinung abzuklopfen und dann das Populäre zu tun. Aufgabe der Politiker ist es, das Richtige zu tun und es populär zu machen“

Und was die Politik statt dessen tun wollte, um den öffentlichen Diskurs zurück zu gewinnen.

Allerdings weiß ich nicht, was das mit Wachstumskritik zu tun hat :laughing:

@Margarete Die letzten 3 Posts vielleicht in ein Migrationsthead verschieben?

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Dochdoch

Hast Du Beispiele?

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Magst du da Gründe für nennen? Warum sollte hier das Thema eher reproduziert werden als sonstwo?

Weil hier - auch dank der Moderatoren! - wesentlich gesitteter diskutiert wird als anderswo

[edit: redaktionelle Korrekturen]

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Also, ich rede von Konservativen. Also Menschen, die in den meisten Dingen einen anderen Standpunkt oder eine andere Haltung haben als Du oder ich und hier häufiger im Forum sachorientiert und streitbar mitdiskutieren. Die gibt es nach meiner Wahrnehmung nicht! Daher bleibe ich dabei: Wir sind eine Bubble!

Dass den Moderatoren immer wieder Forenteilnehmer auffallen, dies es mit den Fakten nicht so genau nehmen oder auf der Sachebene fragwürdige Politik-Entscheidungen verteidigen, ist kein Beleg dafür, dass wir hier ein kunterbunt politisch diverses Forum wären. Bei der Polarisierung im Land wäre das auch ein Wunder …

Das ist ja keine Kritik - das ist schlicht eine Feststellung.

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Das mag einerseits an der guten Moderation, andererseits aber natürlich auch an einem gewissen intellektuellen Standard und einer wertebasierten Debatten-/ Diskussionskultur liegen.

Als vergleichsweise “konservativere” Meinung habe ich beispielsweise nicht das Gefühl, dass gegenseitiger Respekt fehlt und stattdessen aufeinander eingegangen wird, so wie es ja auch sein soll.