Prinzipiell sollte jeder, der glaubt eine genial einfache Lösung gefunden zu haben für ein komplexes globales Problem, sich imho vielleicht zu allererst selbst hinterfragen, ob man tatsächlich eine Art Einstein ist, und die Tausenden Wissenschaftler weltweit, die sich mit dem Thema beschäftigen, alle blöd, oder ob vielleicht andere Leute die Idee auch schon hatten, und dabei evtl. auf Probleme gestoßen sind, die man selber einfach mit seinem beschränkten Wissen nicht überblickt.
Falls es dabei um Geoengineering in Form der Veränderung der Albedo der Erde geht, wird das selbstverständlich auch im derzeitigen IPCC-Bericht aufgegriffen.
Ich höre z.B. einigermaßen regelmäßig den Podcast „Das Klima“ von Florian Freistetter und Claudia Frick, die dort wöchentlich kapitelweise den 6. Sachstandsbericht präsentieren, und da war das auch bereits mehrfach Thema, u.a. in Folge 18.
Kurze Zusammenfassung: It’s complicated, und man sollte das besser erstmal nicht machen. Das Klima ist halt keine einfache lineare Geschichte, wo man an einem Thermostat die globale Temperatur gleichmäßig hoch oder runter drehen kann. Wir sehen ja jetzt schon das Phänomen, dass die globale Erwärmung in der Nähe der Pole augenscheinlich stärker abläuft, als am Äquator, was sich mit der Reduktion der stark reflektierenden arktischen Eisflächen sicher nicht einfach wieder einpendeln wird. Der Temperaturunterschied zwischen Tropen- und Polarregion ist aber ein wichtiger Antrieb für die globalen Winde, und es gibt wohl Anzeichen dafür, dass der Jetstream dadurch bereits beeinflusst wird, und wir deswegen auch in gemäßigten Breiten zukünftig längere Hitze- und Dürreperioden, aber auch Kälteeinbrüche und Starkregenereignisse bekommen.
Und so könnten dann ausgiebige Geoengineering-Projekte in der Sahara u.U. dazu führen, dass in Indien der Monsun nicht mehr stattfindet und es zu extremer Dürre kommt o.ä.
(Bin kein Experte, gebe nur in etwa wieder, was ich so behalten habe.)