Homeoffice Follow-Up

Hallo zusammen,

Es gibt hier ja schon massig Homeoffice Threads, ich möchte aber einen besonderen Anekdote zum Besten geben:

Firma in der Metall-Industrie mit 30.000 Mitarbeitern weltweit, davon 14.000 in Deutschland hatte 2021 alle Leute, die nicht unbedingt vor Ort sein müssen (Produktion, Logistik…) das komplette Jahr ins Homeoffice geschickt - weltweit.

Die Tage hat unser Vorstand berichtet, das das Jahr 2021 das beste Geschäftsjahr überhaupt war, in der über 200 jährigen Firmengeschichte!

Und das, obwohl die offensichtlichen Einsparpotentiale noch gar nicht genutzt wurden: So wurde noch keiner der seit über einem Jahr verwaisten Büros-Arbeitsplätze weggestrichen. Wieviel besser wird das Ergebnis noch werden, wenn man zukünftig mit zum Beispiel der halben Bürofläche auskommen würde…

Grüße!

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Hallo @HessenChris,

das klingt ja ziemlich gut. Hast du den eine Erklärung wie genau dieser Produktivitäts-Anstieg durch Homeoffice zu Stande kommt? Ich arbeite nämlich auch gerne im Homeoffice, zumindest anteilig in der Woche. Einige Sachen muss man natürlich im Büro machen.

Daher würden mich Argumente für mehr Homeoffice auch nach Corona interessieren.

@HessenChris sprach bei einem „besten Geschäftsjahr“ vermutlich von einem Umsatz- oder Gewinnanstieg - und nicht zwingend von einem Produktivitätsanstieg.
Bei Erzeugerpreisinflation von mehr als 19,2% im letzten Jahr würde mich ehrlich gesagt aber sogar wundern wenn Umsatz- und Gewinn ernsthaft die Inflation geschlagen hätten.
Ich rieche hier eher eine nette Motivationsrede gegenüber den Mitarbeitenden - würde mich aber über Zahlen freuen, damit wir das mal analysieren können.

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Zahlen liegen noch nicht (öffentlich) vor. Ich kann da später noch mal nachlegen. Und ja, bisher war es eher eine Dankesrede, dass die Belegschaft das unter diesen Umständen das in der Form möglich gemacht hat.

Es ging mir bei dem Post aber in erster Linie darum, dass ein Firmen-Chef aus einer „konservativen Industrie“, damit feierlich zugibt, dass es eigentlich keinen Grund gibt, nach der Pandemie wieder alle „Indirekten“ täglich zurück ins Büro zu zerren.

Weil wenn, wie mancherorts befürchtet, die Produktivität massiv einbrechen würde, wenn alle im Homeoffice arbeiten, dann wären so gute Zahlen einfach nicht möglich gewesen. Egal wie Inflation, Welchselkurse, Energiekosten, Nachholeffekte von letztem Jahr, etc. im einzelnen das konkrete Ergebnis dieser einzelnen Firma auch beeinflusst haben mögen.

Also gerne hier weiter (anekdotisch) berichten, ob es noch Firmen gibt, die auf das offizielle Pandemie-Ende warten, um alle Leute zurück ins Büro zu holen, und das möglicherweise mit der Produktivität begründen.

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Umgekehrt: Wenn die Produktivität nicht sinkt, dann gibt es keinen Grund die Leute ins Büro zu zwingen.

Man kann sich nach der Pandemie überlegen, das freizustellen:

Arbeitet, wo ihr wollt, kommt gerne ins Büro, aber habt kein schlechtes Gewissen, auch mal zwei Wochen weg zu bleiben. Ihr habt ja bewiesen, dass euch auch ein Jahr lang niemand im Büro (aus geschäftlichen Gründen) vermisst. Persönlich vermissen wir euch (hoffentlich) schon - wir wollen uns schon alle mal/regelmäßig wieder sehen.

Ich hab gleich mehrere Gründe:

  • Mehr Lebenszeit/Freizeit mangels Fahrzeiten
  • Bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf
  • Ruhigere Arbeitsbedingungen zu Hause
  • Weniger Kollegen kommen auf Schwätzchen vorbei (wenn ich den Messenger offline stelle, dann kann ich beliebig lange konzentriert arbeiten)
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Das galt doch schon vor Corona.
Corona hat doch nur Firmenstrukturen in Deutschland an das internationale Niveau herangeführt- mit dem kleinen Makel der schlechten Infrastruktur.
Nicht falsch verstehen: ich arbeite gern mit meinen Teams für deutsche Unternehmen. Aber am liebsten von außerhalb Deutschlands mit gutem Internet.

In meinem Unternehmen hatte man bereits vor der Pandemie Anrecht auf einen Tag Home-Office pro Woche. Nach der Pandemie werden es zwei Tage sein und je nach Tätigkeit kann die Führungskraft noch mehr Home-Office erlauben.
Bei mehr als einer knappen halben Woche Home-Office befürchtet die Geschäftsführung (in meinen Worten), dass dies langfristig das „wir-Gefühl“ schwächt und damit langfristig auch die Produktivität. Soll heißen: der aktuell (noch?) ausbleibende Home-Office-induzierte Einbruch an Produktivität könnte darauf zurückzuführen sein, dass (a) das Team-Work die Substanz der zuvor aufgebauten zwischenmenschlichen „live“ Beziehungen aufzehrt und (b) eben aktuelle alle zusammengeschweißt gegen den gemeinsamen Feind „Corona“ arbeiten.
Ich persönlich finde diese halbe Woche Büro, halbe Woche Home-Office ist der optimale Kompromiss zwischen beiden Welten. :slight_smile:

PS: Was sich bei uns aber ganz klar gezeigt hat ist, dass viele Dienstreisen durch Telekonferenzen ersetzt werden können.

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Ja, besonders die Ausendienstler haben immer gesagt, wenn sie nicht zum Kunden fahren, dann macht die Konkurrenz das Rennen, der persönliche Kontakt wird einfach erwartet, wenn es um gewisse Summen geht. Erst als die Kunden explizit die Jungs ausgeladen haben hat sich herausgestellt, es geht auch ohne hunderttausend Kilometer im Jahr zu verfahren. Natürlich auch weil es die Konkurrenz genauso lernen musste. „Danke Corona“… Wobei es da auch Leute gibt, die sich jetzt als Innendienstler „degradiert“ sehen.

Danke für die Klarstellung. Ich hatte deinen Ursprungs-Post so verstanden, dass es in deiner Firma da Statistiken zur Produktivität der Mitarbeiter im Homeoffice gäbe, groß genug scheint die Firma dafür ja zu sein.

Das entscheidende Argument bei der Frage Home Office oder Büro ist m.E., ob man die Zeit fürs Podcast-Hören, die durch den Wegfall des Arbeitswegs fehlt, durch mehr Hausarbeit ausgleichen bzw. übertreffen kann oder nicht.

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Kann mich dem grundsätzlich nur anschließen. Ich habe MA die seit 2 Jahren nicht mehr im Büro waren. Da muss man halt nur aufpassen, dass man keinen MA „verliert“. Insb. wenn andere MA sich regelmäßig im Büro treffen ist die Gefahr groß, dass die HO-MA abgehängt werden.

Andererseits, kommt das m.E. auch immer auf die MA-Struktur an. Bei mir ist der Altersschnitt bei 31 Jahren und die MA haben ein großes Bedürfnis auf sozialen Austausch mit den Kollegen. Häufig sind diese auch befreundet.
Ich mach das so, dass ich niemand ins Büro zwinge. Ab und an haben die MA Termine mit Mandanten, da kommen die dann ins Büro ohne dass es eine „Ansage“ geben muss.
Lange rede kurzer Sinn: Bei mir hat sich durch Home Office die Produktivität nicht verschlechtert, alle Termine und Deadlines wurden eingehalten und daher gibt es bei mir keinen Grund die MA ins Büro zu zitieren.

In MA-Gesprächen kam häufig ein Lob für uns als Arbeitgeber, dass wir so große Flexibilität ermöglichen.