HeidelbergCement: Protest und Kritik am deutschen Großunternehmen

Ein Themenvorschlag :slight_smile:

mein Name ist Paul Wolf, lebe in Heidelberg und ich bin schon länger Klimagerechtigkeitsaktivist bei Fridays For Future. Ich verfolge schon seit einiger Zeit regelmäßig euren Podcast. Nicht nur, weil ihr die Themen durchaus sehr gut aufarbeitet und sympathisch vortragt, sondern auch, weil ihr durchaus auch Themen anschneidet, die sonst manchmal etwas unterm Radar laufen.

So vielleicht auch zum Unternehmen HeidelbergCement, dem zweitgrößten CO2 Emittenten im DAX. Während inzwischen klar ist (anlässlich der Hauptversammlung am 28.04. gab es auch wieder Proteste), dass die Machenschaften von RWE nicht ansatzweise mit Klimazielen kompatibel sind, scheint der Konzern HeidelbergCement weitestgehend unbeleuchtet. Aber seit Jahren schon protestieren Menschenrechtsorganisationen und lokale Gruppen gegen Ausbeutung von Menschen und Natur in Abbaugebieten.

Der Konzern klingt wie ein kleines Unternehmen in Baden-Württemberg, doch ist global der zweitgrößte Zementproduzent und wäre gerne ‚Leader in Sustainability‘ mit über 70 Mio Tonnen CO2 Emissionen jährlich.

Und neben den Menschenrechtsproblematiken ist dieses Unternehmen auch ein Paradebeispiel, wie die CO2-Zertifikate der EU emissionsstarken Großkonzernen in die Karten spielen, statt Alternativen und Innovation zu schaffen.

Die Zementindustrie profitiert nämlich in Milliardenhöhe von gratis EU CO2-Zertifikaten [1]. Auf Website des Bündnisses cemEND [2] sind super viele Infos total gut aufgearbeitet zusammengetragen, auf der Wikipedia [3] Seite findet sich auch einiges z.B. über Profite durch den Bauboom im Nationalsozialismus, woraufhin dann globale Expansion folgen durfte.

Vielleicht wäre die Hauptversammlung via Livestream und den damit einhergehenden lokalen Protesten in Heidelberg von Interesse für ein Thema in einer Folge - z.B. bezüglich der Zertifikaten Trickserei oder Menschenrechten?
Der Konzern hat im letzten Jahr seinen Aktienwert verdoppelt, doch dieses Jahr reichen zum ersten Mal auch andere Aktionäre neben den kritischen Aktionär*innen einen Gegenantrag gegen den Vorstand ein.

Für weitere Rückfragen an das Bündnis oder an Pressekontakte zu Fridays For Future kann ich übrigens behilflich sein :slight_smile:

Liebe Grüße,
Paul

[1] Cement industry made €5 billion in pollution windfall from EU’s carbon market - Carbon Market Watch
[2] https://cemend.earth/
[3] HeidelbergCement – Wikipedia

Wobei man ihnen aber auch zugestehen muss, dass sie in Norwegen an einer Anlage arbeiten die das CO2 was sich nicht vermeiden lässt direkt auffangen und speichern soll:

Leider auch wieder gestützt durch Steuergeld und nicht ausschließlich aus Firmen-Geldern