Es geht hier nicht um Sinn oder Unsinn von Grenzsteuersätzen, sondern darum, dass die Pendlerpauschale für Gutverdiener höher ist als für Billiglöhner. Dabei hat der Gutverdiener dank Möglichkeit zu Elektroauto, eigener PV und S-Pedelec als Benefit mehr Möglichkeiten seine laufenden Kosten zu senken (wenn er das denn wollte) und argumentiert dann auch noch für die Pauschale mit dem Billiglöhner, der sonst nicht mehr zur Arbeit käme, da ihn die Kosten erschlagen würden.

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Es ist aber schon bekannt, dass da überall Preisschilder dranhängen und E-Auto, Solaranlagen und Pedelecs nicht verschenkt werden?

Der Sprit wird ja nicht günstiger. Und während der Gutverdiener sich entsprechend vorbereitet und von der Pendlerpauschale profitiert, zahlt der Niedrigverdiener an der Zapfsäule und profitiert nicht von der Pendlerpauschale.

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Dann ist es doch wie gehabt, so sind nämlich die meisten Subventionen ausgelegt, auch die Klimafreundliche Subvention, siehe die Unterteilung (Umverteilung, kor. Mod.) von unten nach oben bei der E-Auto Prämie.

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Und jetzt lassen wir uns in diesem Zusammenhang diesen Satz noch mal auf der Zunge zergehen.
Stimmen tut er definitiv, sollte aber möglich sein, dass die Topverdiener in Deutschland diese Schmerzen aushalten.

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Sehe ich auch so, am Ende des Tages wird aktuell vor allem der bestraft, der nah an seine Arbeit zieht wie meine Frau und ich. Die anderen werden mit Pendlerpauschale oder unnötigen Dienstwagen bedacht.

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Ich finds grad lustig, wie hier die Pendlerpauschale glorifiziert wird. Ich hatte mal 60 km Fahrtstrecke auf Arbeit mit jeweils 1 Stunde. Nach einem halben Jahr hab ich es gehasst wie die Pest.

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Irgendwie scheint in der Diskussion ein wenig untergegangen zu sein, dass man das Problem Pendlerpauschale ebenso elegant wie einfach lösen kann.

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Ich bin in einer strukturschwachen Region aufgewachsen. Ich kenne mehrere Familien, die keine Topverdiener sind, wo aber mindestens einer, eher beide bis zu 150 km pro Tag fahren müssen. Ich kenne dieses Modell sogar aus meiner eigenen Kindheit. Die soziale Verwurzelung und das noch nicht abgezahlte Eigenheim machten einen Umzug schwer möglich.

Will sagen, das trifft doch nicht nur Topverdiener, sondern auch Fachkräfte, die in der Industrie arbeiten, Labormitarbeiter, angestellte Lehrer, Mitarbeiter in Arbeitnehmerüberlassung uvm… Zumal ich auch nicht gegen eine Reform plädierte, sondern für eine langfristig gestaffelte Lösung, wie es auch @Schnackerio tut.

Aus deiner Aussage klingt mir doch ein wenig Großstadtarroganz heraus.

Das stimmt einfach nicht und könntest du mir deiner Steuersoftware leicht nachprüfen.
2300€ im Monat brutto zahlt 8% Steuern.
Was auch immer das Pendeln kostet, ist das ein Tropfen auf den heißen Stein.
Alleine der Sprit: 1,80 € x 5Liter/100km x 150km x 220 Tage = 2.970 €
(20km x 0,30 € + 55km x 0,38 €) x 220 Tage -1.230€ Pauschale = 4.688€
Davon 8% = 375€
Macht 31€ im Monat, also einen Euro pro Tag als Entschädigung für 150km Pendeln.
Und dabei sind 5 Liter sehr optimistisch, da niemand solche Strecken täglich sparsam fährt. Aufschlag für Versicherung, Verschleiß etc noch gar nicht berücksichtigt. Dazu die Frage, wieso der Niedriglöhner das tut. So strukturschwach ist keine Region, dass man nicht irgendeinen Mindestlohn-Job im Umkreis von 50km findet.

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Wie sieht das in einem Haushalt mit 2 Verdienern aus? Vor allem wenn einer ordentlich verdient und der andere nicht. Dann ist die Grenzsteuer doch wesentlich höher als wenn man einen Geringverdiener ansetzt.

Mit 60.000 € Haushaltsbruttoeinkommen bist du glaube ich etwa beim Median. Da sprechen wir dann schon von 15 %(?) Steuersatz.

Was da rauskommt ist zwar noch immer viel weniger als man an Benzin vertankt. Aber die Alternative wäre halt manchmal den gelernten Beruf an den Nagel zu hängen, um in der Nähe etwas schlecht bezahltes finden zu können.

Wer soviel Geld verdient, wird sicher nicht auf die Straße gehen, weil ihm die Pendlerpauschale gestrichen wird, sondern lieber etwas Geld in einen neuen Laptop, ein Fachzeitschriftabo oder eine Weiterbildung stecken, um weiter eine passable Rückerstattung zu erhalten. Im Übrigen ist es gar nicht so einfach, sie zu streichen, denn wer die Kosten nachweist, darf sie weiterhin geltend machen, denn, ohne zur Arbeit zu fahren, kann ich sie nicht leisten - hieße halt Fahrtenbuch für jeden, der das möchte.
Der Staat könnte das aber umgehen, indem er die Fahrt zur Arbeit aus den Werbungskosten löst, jedem 500€ oder 1000€ pauschal am Ende von der Einkommensteuer abzieht. Und wer echte Kosten geltend macht, bekommt seine Steuerersparnis eben mit der Pauschale verrechnet.
Das wäre sozial gerecht.

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