Habecks Photovoltaikausbau möglich?

Robert Habeck hat ja diese Woche das Osterpaket vorgestellt. Der Zubau bei den erneuerbaren Energien wird als sehr ambitioniert angesehen. Da ich selber im Baubereich tätig bin, habe mich gefragt, ob insbesondere die Ausbaupfade bei der Photovoltaik machbar sind.

Interessant ist zu schauen, von wo wir kommen:

Quelle Zubau
Quelle PV-Module

Das heißt, wir hatten vor über 10 Jahren eine PV-Wirtschaft (Herstellung, Planung, Installation), die dazu fähig war, knapp 8 GW Leistung zu bauen.

Heute haben wir bereits Module, die mit 400Watt ca. 80% mehr Leistung haben. Quelle PV heute

Bedeutet, mit der gleichen PV-Wirtschaft von vor 12 Jahren, wären wir heute fähig 14,4 GW zuzubauen. Dies ist für ca. 2025 geplant. (Funfact: 15 Jahre haben wir dann keinen Fortschritt, außer beim Modul selbst).

Ausbaupfad

Ab jetzt kommt noch Agri-PV, Floatig-PV, sowie andere großmaßstäbliche Anlagen hinzu, die auch im industriellen Maßstab installiert werden können, um auf 22 GW zu kommen.

Ich halte es für machbar.

Und jetzt darf das Thema von der Atomlobby gekapert werde. Ich wollte nur dem einen oder anderen eine Diskussionsgrundlage für den Oster-Kaffeetisch geben.

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Ein Vertreter der PV-Hersteller sagte auch im Interview, sie können die Kapazitäten sofort hochfahren und liefern. Nur die Handwerker nicht.
Als der Ausbau boomte, haben sich viele selbständig gemacht und von morgens bis abends geschuftet.
Dann hat die Politik ihnen von einem Tag auf den anderen die Geschäftsgrundlage entzogen.
Planungssicherheit wird also der entscheidende Punkt, damit so ein Boom wieder gelingt.
Aber ja, ich glaube auch, dass es schaffbar ist.

Der Ausbau von Solar und Wind war nie ein „Könnte“ Problem, sondern ein „Sollte“ oder „würde“-Problem.
Sollte Deutschland energieautark werden? ich denke nein, denn wenn Deutschland nichts mehr von anderen Staaten einkauft haben diese nichts mehr zu verkaufen. Deutschland sollte als Einkäufer global beibehalten werden. Aus Effizienzgründen sollten zudem die Solarpanels dort sein, wo sie am meisten Ertrag bringen.
Würde die Gesellschaft einen so starken Ausbau der erneuerbaren Energien überhaupt mitgehen (mit allen Nebenwirkungen)? Daran darf doch großer Zweifel bestehen, nicht nur im windarmen Süddeutschland. Auch die Mehrkosten durch eine Solaranlagenpflicht werden am Ende vom Mieter getragen - da sehe ich doch durchaus Konfliktpotenzial.
Aber klar: theoretisch machbar ist ein starker Photovoltaikausbau schon.

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Denke auch, dass es machbar ist. Aber leider wurde ich etwas enttäuscht was den Privatsektor angeht. Habe eigentlich gehofft, dass kleine Private ( EFH) mit Eigenverbrauch mehr gefördert werden. Aber leider werden da die Volleinspeisungs PV Anlagen mehr unterstützt.
Schön wäre auch gewesen, wenn Habeck die Sache mit dem Finanzamt vereinfacht hätte, da auch noch viel Potential in den EFH Besitzern steckt.

Einfach nein. Natürlich sollten wir autark sein um nicht mehr von Leuten wie Putin und Ländern wie Katar abhängig zu sein. Und die Bevölkerung muss mitgehen wenn es Gesetz ist und profitiert auch davon, wenn Menschen mit deiner Einstellung schlichtweg endlich ignoriert werden.

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Damit meine ich genau @lib, der mit seinen Nebenthemen, auf die dann jemand antwortet, jedes Thema schreddert und eigentlich nur durch eine Moderation (@moderat) gestoppt werden kann.

Es ging mir um die Machbarkeit des Ausbaus. Über den Sinn kann ja separat diskutiert werden.

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Zentralstaatlich geplante Energiepolitik wird teuer, ineffizient und von großen Teilen der Bevölkerung abgelehnt werden. Das Ignorieren dieser Teile der Gesellschaft wirkt unnötig spaltend.

Menschen wie du fördern die Spaltung und binden uns an menschenfeindliche Autokraten für den schnellen Euro. Leider hast du hier im Forum deutlich gezeigt, dass du nur versuchst, Threads zu kapern und auszuhöhlen.

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Mach bitte künftig einen eigenen Thread zu dem Thema auf, das Du in den Mittelpunkt stellen möchtest und respektiere die Ausgangsfrage.

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danke @MartinH für die Fakten zum Einstieg!

Das wird glaube ich deshalb jetzt erstmal so gemacht, damit wir schnell viele Anlagen bekommen - weil die großen mit weniger Personaleinsatz pro kWp gebaut werden können. Finde es aber auch schade, weil man die Leute mit der Dachanlagenförderung besser mitnehmen könnte.

Was ich nur bedenklich finde ist Agri und Floatig PV. Nicht nur wegen der Optik, stell mir gerade unseren Badesee mit PV vor😅, auch zwecks Beeinflussung der Tierwelt. Wir haben soviele Dächer in Deutschland, die müssten doch dicke reichen. Da geht es wohl eher um die pure Größe der Anlagen.

Ich stelle es mir möglich vor. Ich denke mir es fehlt noch ein Nachtrag mit leicht erhöhter Einspeisevergütung in Abhängigkeit von der Anlagengröße damit man nicht den Ausbau auf den Dächern künstlich beschränkt um weiterhin wirtschaftlich zu bleiben.
Wenn ich als Häuslebesitzer mit dem Überschuss zu wenig verdiene, mache ich die Anlage recht klein und baue wenig Speicher dazu anstelle mein Dach vollzumachen und am Maximum zu produzieren.
Da muss Planungssicherheit her und die Maxime muss lauten „so viel Zellen wie möglich“.

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Welche negativen Einflüsse sollte das haben? Die Dinger bewegen sich doch nicht und sind auch nicht giftig

Ich kann mir nicht vorstellen daß es gut zb für einen See und seine Bewohner, auf und im Wasser ist,wenn da Paneele rumschwimmen. Oder Auf Ackerflächen, Obstplantagen werden riesige PV Felder errichten. Damit greift der Mensch wieder in einer Art und Weise in die Natur ein die evtl nicht sein muss.
Im Gegenzug haben wir soviel ungenutzte Dächer die man belegen kann, wo auch die Infrastruktur schon da ist um den erzeugten Strom ins Netz einzuspeisen.
Auf Feldern, Moore und Seen liegt selten schon ein Kabel welches nur auf die PV Anlage wartet.

Auch bin ich der Meinung das der Staat mit guten Beispiel voran gehen könnte und seine öffentliche Gebäude mit PV ausrüsten kann. Nur leider sehe ich bei mir in der Gegend nix davon. Wenn man da Mal nachfragt, werden sie wohl mit Denkmalschutz kommen.

Bisschen viel Gefühl da in deinen Aussagen und eher keine Fakten :wink: es geht hier nicht um Nationalparkseen. Und Felder sind keine Natur, sondern Kulturlandschaft.

Mit den Dächern hast du leider recht (siehe oben). Und was die öffentlichen Dächer angeht: scheitert meistens an dämlicher Bürokratie.

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Es geht auch nicht um kleine Badeseen, sondern zum Beispiel den Ammersee oder den Starnberger See. Da ein paar Paneele in die Mitte stört weder beim Baden, noch macht es das Boot fahren unmöglich. Wobei die dort Wohnenden genauso argumentieren werden.
Warum PV auf Dächern nicht gefördert wird: probier jemanden zu finden, der es dir drauf baut. Keiner von denen hat mehr Kapazitäten für dieses Jahr frei. Ergo braucht es die Förderung gar nicht.
Das Argument, dass vor allem der Eigenbedarf abgedeckt wird, ist natürlich auch richtig. Aber finde ich nicht verwerflich. Wenn 90% der Privathäuser großteils autark sind und wir vor allem nur noch die Wirtschaft mit Strom versorgen, muss die Regierung die Subventionen über den Privatstrom stoppen.
Und dann wird sich zeigen, ob unsere Großverbraucher auch bei Marktpreisen noch wirtschaftlich arbeiten. Momentan finanziert jeder Stromkäufer deren Rendite.

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@KawaKai Man kann ja erstmal mit Gewässern anfangen, die nicht so hochwertig sind. Pumpspeicherwerke z.B. sind ja schon optimal an Stromnetz angeschlossen. Mir fallen hier in der Gegend viele Talsperren ein, die wegen Trinkwasserschutz gar nicht zugänglich sind. Da stört es doch keinen.
Hier wurde letztens ein See in einer Kiesgrube belegt. Fahre ich ständig dran vorbei.
Es geht halt auch um den großflächigen Ausbau, der mit weniger Aufwand schnell belegt werden kann. Da fallen doch mit Sicherheit vielen Leuten geeignete Flächen ein.

Ich denke die Aussage ist etwas zu pauschal. Unabhängigkeit von Russland ist in der momentanen Situation denke ich ein absolut erstrebenswertes Ziel! Staatliche Energiepolitik zentralistisch geplant, wäre allerdings in der Tat eine Katastrophe., da es sehr stark darauf ankommen wird, wie die Kosten Verbraucher und Industrie in Deutschland treffen werden. Wir haben schon extrem hohe Stromkosten - im internationalen Vergleich - und wenn die dann für die Haushalte weiter so extrem steigen und gleichzeitig Arbeitsplätze aus Industrien abwandern, die einen hohen Energiebedarf haben, na dann gute Nacht. Deshalb ist es unabdingbar, so viel freien Markt zuzulassen wie möglich.

Ich sehe leider nicht, wie die absolut notwendige Energiewende in Deutschland ohne massive Wohlstandsverluste durchgeführt werden kann. Aber da müssen wir jetzt durch!

Nun zumindest bei den Spritpreisen wurde aber deutlich, dass der freie Markt für höhere Preise gesorgt hat ^^

Die Raffinerien haben gut über das nötige drauf gepackt. Einfach weil sie es konnten.

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Kannst du mal erläutern, warum du das so siehst bzw. woran du das festmachst, dass erneuerbare Energien zu Wohlstandsverlust führen.

Ich habe in den letzten Jahren nicht unerheblich in PV investiert. Der Elektriker hat damit Geld verdient und auch seine Mitarbeiter bezahlt. PV-Module wurden hergestellt etc. … Wirtschaft halt. Das BIP hat dadurch nicht gelitten, oder?

Ich fahre seit vielen Wochen mit dem E-Auto ausschließlich mit PV-Strom für nicht mal 10Ct für die kWh. Heißt 1,50€ / 100km. Das wird die nächsten 20 Jahre so bleiben. Wo ist der monetäre Wohlstandsverlust?

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