Ist das eine Nebelkerze oder verstehst du einfach nicht was ein Scatter plot (Streudiagramm) + Regression ist? Da du, wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, schon mehrfach angegeben hast einen technischen Beruf auszuüben, muss ich die Nebelkerze vermuten.
Natürlich wirken auf den Strompreis zig weitere Faktoren als nur der Anteil an erneuerbaren Energien. So zum Beispiel Steuern, Subventionen, Netzausbaukosten, Stromspeicherung, Investitionskosten für Anlagen, Rohstoffkosten, Personal, Spekulation, uvm…
Ein y-x Scatterplot ist unterkomplex um dieses Thema zu beschreiben. Aber hier wird zumindest eine Korrelation (nicht Kausalität) beschrieben, die man erstmal widerlegen müsste statt sie beiseite zu wischen.
Zum Thema: Long story short, mit der aktuellen Struktur unseres Energiesystems halte ich die Behauptung, dass der Anteil EE und der Strompreis korrelieren für einigermaßen nachvollziehbar.
Dabei möchte ich (bevor möglicherweise die Empörung losgeht weil Frau Professorin Kemfert doch immer auf die günstigen EE hinweist) betonen, dass nur weil ich sie für plausibel halte, das nicht heißt dass ich den Zusammenhang für belegt halte. Weder habe ich die Daten gegengecheckt, noch intensiv dazu gearbeitet. Aber im folgenden werde ich Gründe benennen warum ich den Zusammenhang in Deutschland für nachvollziehbar halte.
Das liegt daran, dass wir hohe Subventionen in die EE fahren um sie zügig auszubauen. Um das gegenfinanzieren ist der Großteil des Strompreises Netzentgelt und Steuern. Außerdem müssen wir mit steigendem EE-Anteil Infrastrukturkosten in die Netze gegenfinanzieren u Speichertechnologien finanzieren/bauen. Da die Speicher trotz hohem EE-Anteil nicht ausreichend vorhanden sind, müssen wir außerdem viele Parallelstrukturen betreiben (Kohle- u Gaskapazitäten), die einspringen wenn EE den Bedarf nicht decken. Wir bauen außerdem wirtschaftlich weniger effiziente EE-Typen massiv aus (Eigenheim-PV mit hoher gesicherter Vergütung versus große Solarparks oder Wind), wodurch knappes Personal ineffizient gebunden wird. Die Folge sind höhere Subventionskosten, die mit hohem EE-Anteil den Energiemix eben teurer machen.
Alles in allem erscheint mir unsere EE Politik bisher ideologisch-kopflos und nicht rational getrieben. Leider führt das oft zu Ineffizienzen.
Anyway, langfristig werden EE günstiger als die fossilen Energieträger sein, sobald wir Speicher und Netze ertüchtigt haben und Nachfrage besser steuern können. Für eine Übergangszeit liegt es aber in den Händen der Politik den Ausbau entweder mit hohen Kosten oder intelligent und strukturiert zu organisieren. Bisher ist das aber eher Kreisklasse als Bundesliga und Deutschland kann nur froh sein, dass es soviel Geld hat.