Generelles Feedback (LdN 456)

Liebes Lage der Nation Team,

…vielen Dank für den Podcast!

Ich habe aber das Gefühl, dass ihr die Lage im Schnitt eher düster, kompliziert und ängstlich darstellt. Z.B. tretet ihr in der letzten Folge den Putin-Trump Deal und die Komplexität im Umgang mit den eingefrorenen russischen Vermögen sehr breit aus. Für mich wirkt es, als würdet ihr damit die …Erzählung der ängstlichen Menschen in Europa (und sogar die Trumps und Putins) übernehmen. Wenn EuropäerInnen bereit sein sollen für eine europäische Zukunft zu kämpfen (eure einleitende Frage zur Verteidigung gegen Russland), brauchen sie eine Lage der Nation, die sie nicht beängstigt sondern ermutigt. Und euer Podcast entscheidet mit, ob die Lage gut oder schlecht, komplex oder einfach … wahrgenommen wird.

Wir, Europa, sind groß, stark, schön, weltoffen, gesund, gebildet, sozial, emanzipiert, reich, ökologisch, usw. usw. usw. . Wir brauchen keine Angst vor Russland, keine Angst vor den USA und keine Angst vor Komplexitäten zu haben. Sorgen, Bedenken und Komplexitäten ohne positive Grundhaltung so breit auszutreten macht unsere europäische Identität krank. Ich würde als überzeugter Europäer an keinem anderen Ort lieber leben als in Deutschland. Denn die Lage der Nation und Europas ist nach wie vor sehr gut. Helft uns doch mit eurem Podcast auf dieses Europa stolz zu sein und an dieses Europa zu glauben. Wischt Erzählungen der ängstlichen Menschen vom Tisch, reduziert Komplexitäten und stiftet Mut. Gebt uns Grund für dieses Europa kämpfen zu wollen.

Liebe Grüße!

Die Lage ist in weiten Teilen sehr positiv.
Was du aber forderst, ist ein Feel-Good-Podcast. Das ist aber nicht das, was wir brauchen.
Wir brauchen natürlich auch eine positive Vision - die es im Lagepodcast im Sinne des konstruktiven Journalismus oft gibt - aber die Situation sollte auch nicht geschönt werden. Sie ist eben an vielen Stellen genau so. Das hat nichts mit ängstlichen Erzählungen zu tun. Ich fand es eher wohltuend, dass die Situation ungeschönt dargestellt wird.
Übrigens sind es andere, die Negativerzählungen verbreiten, z.B. wird die wirtschaftliche Lage oft schlechter geredet, als sie ist… denn so kommt man an Vergünstigungen. Oder ganz krasses Beispiel ist Migration. Ulf und Philip geben ziemlich realistische Einschätzungen. Man kann manche Dinge nicht besser reden, als sie sind. Manchmal muss man auch wahrnehmen, dass sie schieflaufen. Nur dann kann man etwas dagegen tun. Frag mal nichtweiße Einwohner oder solche, die nicht dem Mehrheitsbild entsprechen, ob sie sich in Deutschland wirklich noch so wohl fühlen aktuell.

Wer die Situation in den USA mit einem kurzen Blick auf Deutschland verstehen will, mag vielleicht dieses Interview mit Jason Stanley hören:

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