Während ich die Idee sympatisch finde, „alles in einem Aufwasch“ erledigen zu können, glaube ich, dass die Abschaffung aller weiblichen Formen nicht den gewünschten Effekt hätte.
Zunächst würde es nicht funktionieren, solange sich nicht eine einflussreiche Minderheit diese Form aneignet, wie eben beim Gendern geschehen.
Und andererseits hätte es den Nachteil, dass Stereotype eben versteckt weitergetragen werden könnten.
Die englische Sprache hat ja häufig genau die beschriebene Struktur, wo etwa „mechanic“ kein Geschlecht hat. Aber, wenn man
P. Gygax, U. Gabriel, O. Sarrasin, J. Oakhill, und A. Garnham, „Generically intended, but specifically interpreted: When beauticians, musicians, and mechanics are all men“, Lang. Cogn. Process. , Bd. 23, Nr. 3, S. 464–485, Apr. 2008, doi: 10.1080/01690960701702035.
folgt, klingt das danach, dass in Fällen, wo die Grammatik keinen Aufschluss über das Geschlecht gibt, zwar nicht implizit Männer als gemeint verstanden werden, sondern dasjenige Geschlecht, das stereotyp ist.
Also „mechanic“ eher Mechaniker und bei „nurse“ eher Krankenschwester verstanden wird.
Das ist nur eine Studie und mich meine damit nicht, dass das auf jeden Fall so ist, nur, dass es eben sein kann, dass diese Effekte bleiben, wenn weibliche Formen abgeschafft würden.
Dennoch mag das ein Vorteil zum Jetzt-Zustand sein, aber einem auch den Weg dahin verbauen, sich so weiterzuentwickeln, dass die Leute mehr anerkennen, dass es nicht-männliche Mechaniker*innen und nicht-weibliche Menschen in der Krankenpflege gibt, selbst wenn die Mehrheit dieser Berufe der einen oder anderen Gruppe angehört.