Bei uns steht grade das Thema Kinder an. In so fern kann ich mich da nicht so ‚easy‘ auf ‚dauert noch lange‘ verlassen. Das es im Land für rassistische und nationalistische Politik eine Mehrheit gibt, ist mir eigentlich schon länger klar. Spätestens seit Sarrazin aus der SPD heraus die deutsche Altright angeschoben hat.
Wir sehen ja gerade, wie aus ein paar verwirrten Coroni Demos eine größere Anzahl wird. Was ist denn los, wenn das alles vorbei ist? Gehen die dann zurück in ihre Yoga-Studios, Heilpraktiker Praxen, Schützenvereine usw.? Ich glaube das nicht. Wie erziehen diese menschen ihre Kinder? Liberal, freiheitlich? Ich glaube auch das nicht. Das ist vielleicht alles die Vorstufe zu einer mehrheitlich rechtskonservativ dominierten Gesellschaft.
Wenn man mal bei den Wahlergebnissen etwas vom ‚Schweinezyklus‘ ausgeht, also einer leichten, natürlichen, Pendelbewegung zwischen eher liberal und eher konservativ, dann ist meine Befürchtung, dass der grade stattfindende Umschwung ins Liberale (meint die BTW 2021) eventuell von einem harten Umschwung ins viel ‚Rechtere‘ zur Folge hat. Ein Thema hier ist auch die Untätigkeit der aktuellen Regierung abseits von Corona. Es werden ja jetzt schon diverse Projekte auf die lange Bank geschoben, z.B. die Cannabis Legalisierung. Von diesem, fortgeführten Reformstau werden dann die Rechts/Konservativen Parteien profitieren. Wer auch profitiert ist erst mal die FDP, die wird bis auf weiteres versuchen die Königsmacher für jede Konstellation zu sein.
Warum sind die Verhältnisse so? Weil einfach die Politik der SPD das ‚Linkeste‘ sind was wir Kartoffeln uns vorstellen können. Woher kommt das? Das ist sehr interessant und die Gründe dafür sind u.a. in der Gründung Deutschlands als Staat mit Bundesländern (und Freistaaten) zu suchen: Man hatte so viel Angst vor der französischen Revolution im deutschsprachigen Raum, dass rechtskonservative Propaganda gut verfangen hat und zur Ursuppe der Gründung des Staates gehört. Sozusagen als Gegenstück zu Liberté, Égalité, Fraternité. Dieser Staat und seine Nachfolger sind dann schon 2 mal ins nationalistisch Militaristische gekippt und ich sehe durchaus einige Anhaltspunkte, dass sowas auch nochmal passieren kann.
Ich glaube folgendes ist Hegel zuzuschreiben:
Die Menschen machen ihre eigene Geschichte, aber sie machen sie nicht aus freien Stücken, nicht unter selbstgewählten, sondern unter unmittelbar vorgefundenen, gegebenen und überlieferten Umständen. Die Tradition aller toten Geschlechter lastet wie ein Alp auf dem Gehirne der Lebenden. Und wenn sie eben damit beschäftigt scheinen, sich und die Dinge umzuwälzen, noch nicht Dagewesenes zu schaffen, gerade in solchen Epochen revolutionärer Krise beschwören sie ängstlich die Geister der Vergangenheit zu ihrem Dienste herauf, entlehnen ihnen Namen, Schlachtparole, Kostüm, um in dieser altehrwürdigen Verkleidung und mit dieser erborgten Sprache die neuen Weltgeschichtsszene aufzuführen.
Um zum Thema hier zurückzukehren: Das passt auch auf Merz. Und sicher nicht. als ‚frischer Wind‘