vielen Dank für dieses Interview. Ich fand die Fragen und Rückfragen in ihrer Deutlichkeit sehr gut.
Bei mir zumindest hat der Interviewpartner den Öffentlich-Rechtlichen allerdings einen ausgesprochenen Bärendienst erwiesen.
Eigentlich Verfechterin unabhängig finanzierter, öffentlicher Medien, bin ich mir da nach den Antworten des Intendanten zu den Themen finanzieller Transparenz („Sozialneiddebatte“), Programmdesign und Einordbarkeit von AfD vs. Danger Dan nun ehrlich gesagt gar nicht mehr so sicher, zumindest in ihrer aktuellen, in meiner Wahrnehmung unangenehm gutsherrenhaften Erscheinung.
Kurz zur Headline: dort ist ein kleiner Zahlendreher drin, es handelt sich um die Folge 494.
Ich höre das Interview gerade und finde es äußerst erhellend.
Ich habe wirklich Schwierigkeiten mit den aktuellen Politikshows, weil ich dabei nichts lerne. Vor allem geht es hauptsächlich um Krieg und Migration, aber kaum um gesellschaftliche Themen mit Hintergrund. Was ich mir wünsche: wenn nach dem Warum gefragt werden würde, die kurzfristigen und langfristigen Folgen für die Gesellschaft, welche gesell. Klasse dadurch Vorteile hat, welche Nachteile. Was man verbessern sollte bzw. die Lösungsoptionen. Gerade Migration wird in diesen Shows unnötig überhöht und in eine ausschließlich negative Ecke gerückt.
Die Unterhaltungs-Shows (Quiz im Vorabendprogramm, unzählige Krimis und ständige Schlager-Shows) finde ich auch too much. In der Zeit würde ich mir auch gerne mal die Dokumentationen und Reportagen anschauen, die sonst in der Mediathek versauern, z.B. über den Klimawandel und die Folgen ohne Katastrophen-Alarm auszulösen, Wasserknappheit. Branchen der Wirtschaft und ihre neuen Ideen (man könnte meinen Deutschland besteht ausschließlich auf der Automobilbranche) vorstellen. Debatten im Bundestag, es gibt’s einiges was man so zeigen könnte.
vielen Dank für das Interview mit dem ZDF intendanten.
Ich möchte anmerken dass es anscheinend ein wenig Verwirrung darum gab wofür transkribierung wichtig ist und wer davon u.a. profitiert. Es kam der Eindruck auf dass die Transkribierung für Menschen mit Sehbehinderung wichtig aus aber dies benötigen, so wie ich, eher die audiodeskription, was natürlich etwas anderes ist als eine Transkribierung.
Letztere könnte für Menschen mit einer Hörbehinderung wichtig sein.
Da wurde anscheinend etwas durcheinander gebracht.
Ansonsten Danke für das Interview in dem ich nun so gar nichts von Gutsherrenart erkennen konnte wie hier einige Vorredner meinten erkannt zu haben.
Euer Interview war leider viel zu unkritsch, fast langweilig, im Verhältnis dazu, daß das ZDF sich meiner Ansicht nach seit Monaten am vorauseilenden Rechtsruck beteiligt. Sahra Tacke über Sozialbetrug, Sommerinterview mit Banaszak, Bericht aus Berlin Reiche Interview, sahra Tacke show. Ihr schaut so wenig lineares Fernsehen, daß ihr nicht wisst wer euch da gegenüber saß [Mod.]
Ich fand die Verteidigung des Gesprächspartners der einzelnen Inhalte leider wirklich schwach und teilweise einfach nur schnippisch. Natürlich spielt hier auch meine Grundeinstellung mit rein, aber ich kann nach wie vor nicht nachvollziehen, warum meine Beiträge das Traumschiff oder den Tatort finanzieren müssen. Die privaten Sender können das genauso gut und ich sehe hierfür keinen öffentlichen Auftrag. Natürlich stimme ich der AfD nicht in dem Maße zu, dass man den öffentlichen Rundfunk generell abschaffen sollte. Aber diese Unterhaltungsformate gehören meiner Meinung nach zum größten Teil eingestampft.
Die Ausführungen zu dem K I. Vorfall und der allgemeinen Fehlerkultur fand ich hingegen nachvollziehbar. Wenn bei einem einzelnen Fehler direkt das Vertrauen in die komplette Berichterstattung und die jeweilige Person einbricht, gehen uns bald die kompetenten Leute aus, die sich das antun. Fehler passieren nun einmal, entscheidend ist die Aufarbeitung.
Beim der Frage, warum ist das ZDF relevant, hat er nur die Nachrichten und Info-Formate aufgeführt (inkl. Heute-Show, Böhmermann und Terra X). Wenn man sich aber anschaut wohin das Geld fließt, dann fließt nur ein ganz kleiner Teil in diesen Bereich.
Das gleiche beim Alter. Klar erreicht das ZDF auch jüngere Personen, aber eben in ganz anderen Umfang. Bei den Alten ist das ZDF Marktführer, bei den Jüngeren gibt es vielleicht mal einen kurzen Clip im Instagram Feed. Und auch hier wieder: Das Geld fließt zum großen Teil in die linearen Formate für die Älteren und viel zu wenig in junge Formate - faktisch zahlen die Jungen für das Fernsehen für die Alten mit.
Da habt ihr ihn ein bisschen zu leicht von der Leine gelassen und die Antworten des Intendanten waren in diesem Punkt wirklich schwach.
Auch die große Warnung von der „Abschaffung der öffentlich Rechtlichen“ ist fast ein bisschen ein Red Hering. Die spannende Frage ist doch: Man könnte die Mittel für Nachrichten, Doku und politische Unterhaltung locker verdoppeln, wenn man bei linearer Unterhaltung und Sport einspart. Und da gibt es eigentlich kein Argument dagegen.
Vor allem kann jede bei der Suchmaschine ihrer Wahl nach Markus Lanz Gehalt suchen und findet dann z.B. diesen Artikel (t-online) von 2024. Da werden 1,9 Mio € Jahresgehalt aufgeführt. Bei den privaten Sendern ist es doch auch möglich, Zahlen zu erfahren (Stefan Raabs: 90-Millionen-Deal mit RTL). Dabei sehe ich die Zahlen an sich gar nicht so sehr das Problem. Streitbar, aber nicht demokratiegefährdend.
Das Verschweigen von Arbeitseinkommen und die fehlende Transparenz bei Vermögen hat doch erst dazu geführt, dass eine Neiddebatte möglich ist. Ein Lanz müsste ohne Steuern über 500 Jahre arbeiten, bis er Milliardär ist.
Mir hat bei der Frage nach dem richtigen Interviewformat das zeitversetzte Interview mit Faktencheck gefehlt. Diskutiert wurde nur das nachträglich geschnittene Interview und da kann ich die Befürchtung des Intendanten durchaus nachvollziehen, aber was spräche gegen ein umgeschnittenes aber inhaltlich geprüftes Interview? Bei den vielen Themen und auch Nebelkerzen, die heute in live Interviews platziert werden, kann das doch selbst ein/e gut vorbereitet/e Moderator/in kaum leisten, das on the fly immer einordnen zu können.
Könnte schon, nur die Realität zeigt, dass Faktenchecks während eines Interviews anscheinend nicht möglich sind, aus welchem Grund auch immer.
Auch sind die Interviewer oft schlecht vorbereitet, was sich meist dann zeigt wenn das Gegenüber bereits widerlegte Aussagen trifft und dennoch nicht mit Fakten konfrontiert wird (welche man sogar vorbereiten könnte). Das konnte man schön beim letzten Kanzler-Interview sehen.
Nachträgliche Faktenchecks helfen auch nicht weiter, denn die liest dann nur ein ganz kleiner Bruchteil der Zuschauer.
Ich kann die Frage und Sichtweise von begrenzt Sportinteressierten verstehen, ob Sport im ÖRR übertragen werden sollte, meine Antwort als sehr sportinteressierte Person ganz ganz klar ja.
Sport ist einer der letzten großen Quotenbringer im (linearen) Fernsehen, insbesondere wenn Live gesendet, deswegen auch teuer in den Rechten, und interessant für sehr viele verschiedene kostenpflichtige Anbieter. Es ist daher ein Irrglaube, dass freiempfangbare private Sender wie RTL oder SAT1 Pro7 Gruppe die Inhalte von ARD / ZDF übernehmen würden.
Das meiste davon würde ins PayTV oder schwer zu findende Livestreams wandern.
Der letzte verbliebene freie private echte Sportsender ist Eurosport, der aber außer Wintersport, Olympia und Radsport sehr wenige Rechte besitzt.
Das ist weder sozial noch eine gute Lösung für ältere Menschen.
Ich will euch mal einen Überblick geben, wer denn aktuell welche Rechte besitzt:
Fußball
bis 3. Bundesliga (Männer) und Bundesliga Frauen 95% im PayTV (Sky, DAZN, Magenta)
Zusammenfassungen auf ARD.
DFB Pokal 80% Pay TV, einzelne Spiele pro Runde ÖRR.
Länderspiele ÖRR / RTL.
Europapokal bis auf 1 Spiel pro Woche komplett PayTV. Ausländische Ligen komplett PayTV.
Handball: Länderspiele ÖRR / SAT1, Liga PayTV
Basketball: Länderspiele RTL, Liga MagentaTV
Eishockey: Länderspiele Pro7, Liga MagentaTV
Formel 1 (2 und 3) und Motorrad WM: Sky
DTM: Pro7
NFL: RTL, RTL+, Sky
Tennis: Sky, Amazon
Radrennen: Eurosport (freeTV), TdF: ARD
Dart: DAZN
Golf: Sky
Leichtathletik, Turnen, Schwimmen: EM und WM im ÖRR, andere große Events auf kostenpflichtigen Stream.
Wintersport: ÖRR / Europort.
Wie ihr seht ist bereits sehr sehr viel auf den verschiedensten PayTV Platformen, und davon sind alle bis auf Sky auch noch Streams. D.h. der Empfang ohne gute Bandbreite ist schwierig.
Ein letzter Punkt ist, dass speziell für den Frauensport der ÖRR unglaublich wichtig ist, weil wegen der geringeren Popularität dieser ansonsten komplett in der Nische verschwindet oder sich auf den Streamern versteckt.
Nur noch Kopfschütteln über Markus Lanz. Wie kann ein ÖR nur so etwas weiter finanzieren?
Siehe Bericht von Dirk Laabs über seine Erfahrungen mit Markus Lanz, der schon vor Jahren heftig gegen Migranten wetterte. Kein Wunder, dass seine furchtbaren Talkshows sind, wie sie sind.
Dass er den Fernsehpreis bekommt, ist der reinste Hohn. Und wie er behauptet, wir könnten „alles wieder lässig aufbauen“, was jetzt kaputtgeht, ist nur noch ignorant gegenüber der realen Gefährdung von Minderheiten in (z.B.) Sachsen-Anhalt.
Dann hast Du nicht zugehört. Diese Sendungen sind sehr wichtig für die Stärkung der Marke „ZDF“. Die Kraft der Marke zieht Zuschauer / Medien“Konsumenten“ dann auch zu anderen Formaten des ZDF. Nur so erreicht das ZDF so viele Menschen - nur so informieren sich so vielen Menschen bei anderen Quellen als Telegram, Tictoc und „gar keine Nachrichten“
Ich bitte um eine Erklärung und Beispiele wann Markus Lanz gegen Flüchtlinge gehetzt haben soll.
Diesen Vorwurf finde ich so pauschal indiskutabel.
Ich kennen keinen anderen Host der öfter über die demographische Entwicklung und die Notwendigkeit von Zuwanderung spricht als Lanz. Auch in seinem Podcast ist dies sehr sehr oft das Thema.
Lanz vertritt die Haltung, dass die politische Mitte das Thema Migration regeln muss. Europäische Lösung, Bekämpfung von Fluchtursachen, bessere Integration, aber klar auch eine Härte gegenüber straffälligen Personen.
Ich sehe da eine eher konservativere Position, aber keine Hetze.
Das sind Positionen die man nicht mögen muss, aber unbedingt auch im ÖRR sagbar sein müssen.
Mein Argument ist, dass Sport für sehr viele ein wichtiger Bestandteil der Kultur ist. Es darf nicht sein, dass dieser nahezu komplett auf kostenpflichtige Streamern landet.
Deswegen finde ich es komplett richtig, dass Sport ein wichtiger Bestandteil des ÖRR, der außerhalb des Fußballs sogar noch ausgebaut werden sollte.
Warum haben die extrem erfolgreichen Organisationen die selbst als Non-Profits Milliardengewinne einfahren ein Anrecht auf Profit aus öffentlich finanzierte Medien?
Die ÖRR Ausstrahlung erhöht die Popularität und den Wert, verursacht aber die höchsten Kosten pro Sendeminute.
Wenn Sport, und davon überwiegend Männerfußball, nicht mit Abstand den größten Posten bei den Programmausgaben pro Minute belegen würde. Dann wäre die Kritik auch nicht so groß. Es spricht wenig dagegen billigere Lizenzen zu kaufen und andere Sportarten oder Segmente, wie Frauenfußball, populärer zu machen.
Aber man muss sich schon fragen warum wir etwa 10% vom Gesamtbudget des ÖRR für so wenige Sendeminuten ausgeben und ob das wirklich der breite der Beitragszahler gerecht wird.
Es darf nicht sein, dass dieser nahezu komplett auf kostenpflichtige Streamern landet.
Der ÖRR ist ja auch kostenpflichtig.
Das Gegenargument dazu wäre, dass sich Sport dann auch so vermarkten lässt. Und wenn Sport aus dem ÖRR verschwindet und der Rundfunkbeitrag entsprechend geringer wird, könnten die Sportinteressierten von der Ersparnis einen PayTV-Sender abonnieren.
Ich habe sehr wohl zugehört, nur überzeugt mich diese Argumentation nicht.
Die Kernformate (Informationen/ Journalismus) sollten für sich alleine so überzeugend sein, dass die Menschen einschalten. Wir benötigen keine „Erziehung“, entweder die Menschen haben Interesse oder nicht.
Wenn man außerdem lediglich das Prinzip verfolgen wollte, möglichst viele Menschen auf die Plattform zu bringen, müsste das ZDF ebenfalls Love Island oder DSDS produzieren. Aber man entschließt sich gezielt für Seniorenformate, obwohl die Senioren ohnehin bereits die größte Zuschauergruppe darstellen. Ich schaue regelmäßig die Tagesschau und habe keine Lust, mit meinem Beitrag irgendeine „Sogkraft“ mitzufinanzieren.
Muss man sich denn für eins entscheiden? Ich nutze fast ausschließlich DLF, bisschen Phönix, regelmäßig Logo für den Unterricht (nach dem AfD-Debakel allerdings mit sehr viel weniger Grundvertrauen). Für mich persönlich wäre das Geld in mehr vor-Ort-Korrespondenten, ausführlichere Dokumentationen und Analysen etc. natürlich viel besser angelegt. Trotzdem kann ich akzeptieren, dass die Abwägungen zur Programmgestaltung mehr als einem Prinzip gerecht zu werden versuchen können.
Was allerdings Sportrechte angeht, habe ich ziemliche Zweifel, dass Champions-League eine Frage der sozialen Gerechtigkeit sein könnte. Man kann ja durchaus dafür argumentieren, sowas als Quotenbringer und „Lockangebot“ haben zu wollen. Aber doch nicht im Ernst so, als wäre Spitzenfußball o.ä. jetzt eine Schlüsselfrage der Ungleichheit.