Folge 472: Geldverschwendung für unwissenschaftliche Medizinn

Lieber Himmel, diese elende Homöopathie- Debatte, ein absolutes Scheintheater! 40 Millionen sind in unserem in messbar überteuerten und ineffizienten, interessengruppengebeutelten Gesundheitssystem wirklich Peanuts. Aber nur weiter immer kräftig an den Elefanten im Raum vorbeigeschaut! Keine Daten zur Wirksamkeit? Gekauft! Homöopathie nicht mehr bezahlen von den Kassen? Komplett einverstanden! Schluss mit der Erstattung von Behandlungen ohne wissenschaftlichen Wirksamkeitsbeweis aus Markerting-Gründen! Bin dabei! Ein paar Beispiele:

A+ Wo bitte sind die Daten , die eine Wirksamkeit der sog. „Osteopathie“ belegen ( gegen irgendetwas? ) und eine Kostenübernahme durch Krankenkassen ( Versicherte…) beziehungsweise Bezuschussung rechtfertigen? Abgesehen davon, dass meine ärztlichen KollegInnen, die Rezepte oder Verordnungen für diese hochprofitable Selbst – und Fremdtäuschung ausstellen, kaum wissen, was das eigentlich ist ( außer irgendwie „ganzheitlich „ und sanft“) . Inzwischen wird die gesamte Basis der „Osteopathie “, die kein bisschen weniger als die vielbeschimpfte Kügelchen- Therapie ausschließlich der Fantasie einzelner wohlmeinender Heiler vor >150 Jahren entsprang, auch von prominenten internationalen Osteopathie- Protagonisten fundamental ad absurdum gestellt https://doi.org/10.1016/S1615-9071(23)00074-6. Nur: Deutsche Krankenkassen erstatten zwischen 240 und 400 € pro Jahr pro Versicherten. Wenn nur 5-10 % der Versicherten diese „medizinische“ Leistung pro Jahr in Anspruch nehmen, bedeutet dies Kosten für die Kassen zwischen 500 Millionen und 1,5 Milliarden. Laut Osteopathie- Berufsverband https://www.osteopathie.de/vno6330 waren es 2024 31% aller Befragten einer Forsa von 2500 Anrufen. Dann wohl eher 3-4 Milliarden den- ohne jeden wissenschaftlichen Wirkungsbeweis. Gleichbehandlung lohnt € sich hier besonders, A+++!

A+ Warum bezahlen deutsche Krankenkassen (Versicherte…) für Akupunktur? Wo sind glaubwürdige Studien, Datenlage für deren Wirksamkeit? Seit Jahrzehnten werden mühsam methodisch fragwürdige Studien zurechtgebogen, um ein Herumstechen an imaginierten Chi und Meridianen zu rechtfertigen, die beide entweder nicht existieren beziehungsweise deren Existenz analog zu den homöopathischen Wirkmechanismen nie! nachgewiesen wurde (https://sciencebasedmedicine.org/acupuncture-and-evidence-based-medicine)/. Die Behandlungskosten für die Versicherten bzw deren Kassen in D werden auf 500.Millionen bis 1,5 Milliarden pro Jahr geschätzt.

A+ Warum bezahlen deutsche Kassen (Versicherte….) >400! Euro/Versicherten an die Pharmaindustrie für eine allgemeine, risikounabhängige Impfung ab 60 Jahren ( pro Jahr werden 800-900.000 Menschen in Deutschland 60, also potentiell ca 450 Mio /Jahr) ), um in 4 von 5 Fällen einen nach Gürtelrose >3 Monate anhaltenden Nervenschmerz zu verhindern, der nur bei-1-3 % >60 J nach Gürtelrose überhaupt auftritt und dann meist in in milder oder moderater Form, nach 2-3 Jahren abklingt und in der Regel gut behandelbar ist? Was kostet die Verhinderungen eines solchen Falles die Versichertengemeinschaft bei dieser Preisgestaltung? Gut verhandelt, Pharma! https://doi.org/10.1136/bmj.321.7264.794.

A+ Warum kosten lange im Markt befindliche Rheuma- Antikörper (Biosimilars) wie Adalimumab die deutschen Versicherten immer noch 10-12000 Euro im Jahr, die Briten 3-6000?

A+ Warum bezahlt die TK deutschen Orthopäden Spritzentherapien an die Facettengelenke beim chronischen Rückenschmerz trotz negativer Evidenz negativer Empfehlungen und entgegen deutschen (NVL Kreuzschmerz ) und internationalen Leitlinien? https://www.nice.org.uk/guidance/ng59

A+: Ausgedehnte Evidenz für Nichtüberlegenheit von Physiotherapie gegenüber selbstständiger Bewegungsübung, wie z B Rehasport, Gymnastikgruppe, Yoga, Pilates. Geldverschwendung in einem nicht abbildbaren Umfang.

Auch über ein Verbot inhumaner Reanimationen von terminal kranken KrebspatientInnen in Kliniken und oder der Reanimationen von Hochbetagten in Pflegeheimen mit resultierender Intensivbehandlung über 1-2 Wochen vor ihrem Tod unter immensen Kosten wäre endlich ein gesellschaftlicher Diskurs fällig. Vielleicht hilft uns die nächste oder übernächste Generation, diesen Wahnsinn zu beenden , indem sie ihn einfach nicht mehr bezahlen will und kann…

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Da ich selbst über 60, privat versichert, eine Gürtelroseimpfung geplant hatte, habe ich das mal nachrecherchiert.

Die STIKO empfiehlt Shingrix® als Standardimpfung für alle ab 60 Jahren seit Ende 2018 – eine Empfehlung, die auf echten Wirksamkeitsdaten beruht, deren Nutzen-Risiko-Abwägung jedoch differenzierter ist, als Werbekampagnen und manchmal auch Kritiker behaupten.

Dein Beitrag zu diesem Thema scheint auf einer selektiven Lektüre der Evidenz zu beruhen: Er nutzt eine seriöse Studie aus dem Jahr 2000 (Helgason, Primärversorgung, vorwiegend unbehandelt), um das PHN-Risiko kleinzurechnen – und blendet dabei aus, dass PHN-Raten stark vom Alter abhängen, dass die Impfung primär vor Gürtelrose selbst schützt, dass schwere Verläufe wie HZO oder disseminierter Zoster verhindert werden.

Kritisch bleibt die geringe absolute Risikoreduktion für schwere PHN bei jüngeren über 60-Jährigen ohne Vorerkrankungen und der hohe Preis. Das macht die Diskussion um eine risikostratifizierte statt rein altersbasierte Empfehlung legitim – doch die STIKO hat diese Abwägung getroffen und kommt zu einem positiven Gesamturteil, das über die PHN-Frage hinausgeht.

Nähere Infos hier: https://www.perplexity.ai/search/6304b3a4-85e6-49af-8549-683a4fe78953

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Gehe ich komplett mit.
Wir geben unheimlich viel für unwissenschaftlichen Blödsinn aus und für Lebenverlängernde Maßnahmen, sparen aber bei lebensverbessernden oder Präventiven Maßnahmen, sowie psychotherapeutischer Behandlung extrem ein. Da gibt es ja gerade auch parallele Aufregerdebatten.

Anders herum gibt es dann auch sehr komische Impfempfehlung nach dem Alter wie bei HPV. Wenn man dafür zu alt ist und die Kommission das nicht mehr empfiehlt, muss man sie selbst tragen und das obwohl es ja nicht am Alter liegt, sondern eher an den Lebensumständen und -ereignissen, ob sich die Impfung „lohnt“ oder nicht.