Ja, 200 Millionen. Und das ist ein noch wenig beleuchteter, ebenfalls extrem kontraproduktiver Aspekt dieser tollen „Förderung“: die Karotte hängt weiterhin vor den Nasen all derer, die in der ersten Runde Pech hatten, und die glauben natürlich alle, dass sie bestimmt in der zweiten Runde Glück haben - und halten eine Investition, die sowohl wirtschaftlich als auch ökologisch sinnvoll wäre und für die sie in den meisten Fällen auch ohne Förderung genug Kapital hätten, vorläufig zurück, denn „es könnte ja nächstes Jahr klappen, und dann wird es noch billiger“!
Exakt dieselbe Katastrophe, die Ökonomen in Deflationsszenarien fürchten wie der Teufel das Weihwasser - nur halt selbst erzeugt durch eine völlig verfehlte Förderung. Das ist so dumm, dass man sich fragt, ob irgendwer mit Hirn jemals auch nur drei Sekunden über mögliche unerwünschte Folgen nachgedacht hat, bevor diese „Förderung“ so geplant wurde.
Und es führt dazu, dass selbst aus der Solarwirtschaft, die ja eigentlich massiv von solchen Förderungen profitiert, Personen deutliche Kritik an der Vorgehensweise üben und lieber ganz auf sie verzichtet hätten: KfW und Klimapolitik: Förderprogramme innerhalb weniger Stunden ausgeschöpft
(leider Paywall, daher hier der relevante Part):
Doch nach dem Hin und Her der vergangenen Monate kommt von einigen Unternehmen nun ein ungewöhnlicher Appell an die Politik: „Es wäre besser, den Markt mal zwei bis drei Jahre in Ruhe zu lassen und nur das CO2 teurer zu machen“, sagt Philipp Schröder, Gründer des Start-ups 1Komma5Grad , das Komplettsysteme aus Wärmepumpen, Solaranlagen und Ladestation für Häuser anbietet. Diese „Stop-and-go-Förderung“ sei nicht hilfreich.
Etwa 2000 Kunden hätten ihre Aufträge zurückgestellt, nachdem sie bei Wissings Programm leer ausgegangen seien, berichtet Schröder. Entgangener Umsatz für das Unternehmen: rund 40 Millionen Euro. Dabei rechne sich die Installation von klimafreundlicher Haustechnik längst auch ohne Förderung, argumentiert er.
„Aber die Politik hat die Verbraucher dazu erzogen, nur mit Subventionen zu kaufen.“ Zwischen 20.000 und 30.000 Euro kostet die Kunden der Einbau des Systems von 1Komma5 Grad. Die Aussicht, ein Drittel bis die Hälfte vom Staat zu bekommen, sei natürlich verlockend. Deshalb warteten viele jetzt auf die nächste Runde der „Klick-Lotterie“, so Schröder.
Auch Enerix, ein Anbieter von Solarsystemen, ist genervt. Die rund 100 Fachbetriebe, mit denen das Unternehmen zusammenarbeitet, hätten nach dem jüngsten Förderstopp zusammen etwa 800 Aufträge verloren. Der Umsatzausfall summiere sich auf 20 Millionen Euro.