Ich sehe, wir sind zunehmend weniger voneinander entfernt, super! Ich bin immer wieder erfreut, wie gut und konstruktiv hier Diskussionen verlaufen können!
Zweimal volle Zustimmung - ideal wäre es allein aufgrund der Transparenz auch aus meiner Sicht, die versicherungsfremden Leistungen aus der Rentenversicherung auszugliedern und in eine irgendwie geartete andere Form zu überführen, die dann rein aus Steuermitteln bezahlt wird.
Du hast ja durchaus Recht, dass eine Lösung dann auch noch irgendwie mehrheitsfähig sein muss - völlige Zustimmung meinerseits. Mir ging es bisher eher darum, die grundsätzlichen Positionen darzulegen und zu verstehen - weitere Entwicklungen wie ein „echtes“, sogar noch mehrheitsfähiges Konzept könnten wir gern bei einem Bier oder so ausarbeiten, sobald man sich wieder einigermaßen irgendwo guten Gewissens in Präsenz treffen kann 
Prinzipielle Zustimmung. Allerdings bleibt zu beachten, dass die Deutsche Rentenversicherung mitnichten eine reine Versicherung ist, sondern eben auch für gesellschaftspolitische Ausgleichsversuche genutzt wird. Letzteres kann man kritisieren, klar. Solange das so bleibt finde ich aber die Haltung „Nie eingezahlt = keine Leistung“ zu hart - sonst würden sämtliche darüber laufenden gesellschaftspolitischen Leistungen ja eben immer nur für die Versicherten der DRV gelten.
Und hier sehe ich das eben anders herum: Wenn es so etwas gibt wie eine Mütterrente (bzw. letztlich die Berücksichtigung von Erziehungszeiten), dann sollte die aus sozial- und gleichheitspolitischen Gesichtspunkten allen offenstehen, ohne dass jede*r sich einzeln darum kümmern muss, wo die jetzt herkommt. Es geht mir gerade darum, dass es ja nicht sein kann, dass ein Teil der Gesellschaft (alle in der DRV Versicherten) Erziehungszeiten „automatisch“ für ihre Altersvorsorge angerechnet bekommt und ein anderer Teil eben nicht - zumal eine unfreiwillige Versicherung in einem berufsständigem Versicherungswerk eben wegen der Unfreiwilligkeit in meinen Augen kein Grund sein kann, Menschen davon auszuschließen.
Warum mir das so wichtig ist, hat noch folgenden Hintergrund: Wenn wir festlegen, dass eine Berücksichtigung von Erziehungszeiten automatisch nur in der DRV geschieht, dann kann das (Achtung, sicherlich teils klischeebehaftet, aber deswegen nicht unbedingt realitätsfern) dazu führen, dass wer auch immer Kinder mit einemr Ärztin bekommt, sich im Prinzip zwangsläufig mit dem finanziellen Argument konfrontiert sieht („Wenn ich zu Hause bleibe sinkt nicht nur unser Einkommen deutlich, sondern zusätzlich auch noch die Rente massiv“). Weil ich mich in meinem „restlichen“ Leben auch noch versuche genau gegen solche Probleme einzusetzen (damit alle Paare möglichst frei von äußeren Zwängen entscheiden können, wie sie Kindererziehung und -betreuung aufteilen wollen), habe ich so ein massives Problem damit, wenn man Erziehungszeiten in der Bemessung der Altersvorsorge für einen Teil der Bevölkerung de facto streichen würde.
Insgesamt sind wir uns aber glaube ich weitestgehend einig: Idealerweise muss man jetzt endlich mal komplett an „die Rente“ ran, und das System so umbauen, dass es für alle gerechter bei gleichzeitiger Finanzierbarkeit wird. Das bedeutet natürlich auch, dass man Konzepte wie die Ausgestaltung der Zahlung der Mütterrente kritisch beleuchten kann und muss, keine Frage.